4000er Berge Kanton Wallis

Der Bericht stellt die höchsten und schönsten 4000er Gipfel im Kanton Wallis vor und gibt Tipps für Bergsteiger.

„Quelle der Alpen“ – so nennen die Walliser ihr Kanton, und mit über vierzig 4000ern allein in den Walliser Alpen steht dieser Titel ihm wohl auch zu. Im Südwesten der Schweiz gelegen, lockt das Bergsteigerparadies mit hohen Gipfeln und Schnee, aber auch mit Naturparks, Folklore, Burgen und Museen. Im Gebiet des Hauptortes Sitten zeugen Dolmen davon, dass die Gegend bereits in der Steinzeit besiedelt war, und auch römische Ruinen gibt es zu bestaunen. Amtssprache für die knapp 300.000 Walliser ist neben Französisch auch Deutsch, was ein weiterer Pluspunkt für deutsche Urlauber ist. Doch die meisten kommen wohl in das Kanton Wallis, weil es sich perfekt für die verschiedensten Formen des Bergsteigens eignet.

Denn Bergsteigen ist nicht gleich Bergsteigen: Zu den unterschiedlichen Möglichkeiten zählen beispielsweise Alpines Klettern an Fels und Eis genauso wie Touren auf Schneeschuhen oder Skiern. Zuweilen zählen auch Bergwandern oder Trekking hinzu. Doch egal, wie man versucht, die Gipfel zu erklimmen: Für alle Sportler zählt die Herausforderung, es so hoch wie möglich zu schaffen. Hierbei ist zum einen eine gute Ausrüstung von Bedeutung, zum anderen eine sichere Planung. Denn genießen kann man das Bergsteigen nur, wenn man genau weiß, was man will und was man sich zutraut. Das Kanton Wallis bietet hier für fast jeden Geschmack die richtigen Berge und Touren:

Für den ehrgeizigen Bergsteiger sind natürlich die Höchsten unter den 4000ern die interessantesten: An erster Stelle steht hier die Dafour-Spitze mit 4.634 Metern über dem Meeresspiegel. Sie liegt auf der Grenze zu Italien, im Monte-Rosa-Massiv, und wurde erstmals 1855 bestiegen; heute werden Touren zum Gipfel von der rund 3000 Meter hoch gelegenen Monte-Rosa-Hütte angeboten. Knapp hundert Meter niedriger, dafür aber komplett in der Schweiz gelegen, ist der so genannte Dom, der seinen Namen im 19. Jahrhundert in Anlehnung an den Domherrn zu Sitten erhielt. Hier gibt es zwei Hauptrouten, die zur Spitze führen: eine leichtere über den Hohberg und eine schwierigere über den Festiggletscher.

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Der dritthöchste Berg, der Liskamm, ist spektakulär, aber nicht ungefährlich: Eine knapp einen Kilometer hohe Eiswand erhebt sich an seiner Nordost-Seite in die Höhe und lädt zum Fotografieren ein – doch beim Aufstieg zu diesem 4000er sind schon viele Menschen ums Leben gekommen, da es hier trügerische Wechten gibt: Schnee lagert sich auf der windabgewandten Seite eines Grates ab und vermittelt Bergsteigern den Eindruck, auf festem Grund zu stehen – in Wirklichkeit aber hängt diese Schneedecke über und kann bei Druck plötzlich weg brechen. Eine Herausforderung für den erfahrenen Bergsteiger!

Zu den höchsten Bergen des Wallis zählen noch das Weisshorn und das Täschhorn – doch natürlich interessiert nicht nur die bloße Höhe der Gipfel, denn auch das Auge wandert mit. Welche also sind die schönsten Gipfel des Wallis?
Einer der 4000er ist bekanntlich ganz besonders berühmt für seine charakteristische Form: Ob auf Briefmarken, im Toblerone-Logo oder in Bildbänden, das Matterhorn auf der Italienisch-Schweizerischen Grenze fasziniert Menschen weltweit. Wer es selbst besteigen möchte, für den gibt es viele unterschiedliche Routen zur Auswahl, sowohl über die Grate als auch über die Seiten. Die Ausgangspunkte für die Gipfeltouren liegen bei knapp über 3000 Metern; der nächst gelegene Ort im Tal ist Zermatt. Für Leute, die das 4478 hohe Matterhorn nicht selbst erklimmen, sondern lieber aus der Ferne seinen Anblick genießen möchten, bietet sich der „Matterhorn Trail“ an: In knapp vier Stunden und bei mittlerer Schwierigkeit führt er zum nahe gelegenen Schwarzsee und gibt einem die Möglichkeit, die 4000er von Weitem zu bestaunen.

Ein weiterer Tipp für alle Bergsteiger sind die beiden 4000er Berge „Mönch“ und „Jungfrau“ in den Berner Alpen am nördlichen Rand des Wallis. Letztere gehört mit dem dort gelegenen Aletsch-Gletscher sogar zum UNESCO-Weltkulturerbe und ist landschaftlich auf jeden Fall einen Aufstieg wert. Es gibt vier Hauptrouten über die Grate, deren Dauer von vier bis zwölf Stunden reicht und die einen fantastischen Blick auf die umgebenden Gletscher, das malerische Lauterbrunnental und den Berg Eiger im Kanton Bern bieten, der knapp unter der 4000er-Marke liegt, aber mit Mönch und Jungfrau eine viel fotografierte Dreiergruppe bildet.

Wer keinen bestimmten Gipfel besteigen möchte, sondern im Ganzen einen Eindruck von dem Gebirge bekommen möchte, dem ist die Tour „Dents Blanches“ von Champéry durch das westliche Wallis bis zum französisch Sixt-Fer-à-Cheval zu empfehlen: Diese anspruchsvolle Mehrtagestour führt durch das Mittel- und Hochgebirge und erfordert vom erfahrenen Bergsteiger an manchen Stellen Eispickel und Abseil-Ausrüstung. Die Strecke bietet so Herausforderung und Abenteuer, aber auch Ausblick auf einige 4000er Gipfel des Wallis.

Das Kanton Wallis hat also für jeden Bergsteiger-Geschmack, ob Vollprofi oder Hobby-Kletterer, genau das Richtige zu bieten. Wer sich gut vorbereitet, die richtige Ausrüstung mitnimmt und sich im Vorfeld informiert, welche der Berge er erklimmen möchte, der wird sich dort der Herausforderung 4000er stellen können – egal, ob er nun die höchsten oder schönsten Gipfel besteigen möchte! 

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Autor: juliaj  28.05.2010 |  Beitrag hilfreich? Ja (1) | Nein

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