Amsterdam – Venedig des Nordens
Amsterdam, das Venedig des Nordens, lockt mit einem bemerkenswerten Grachtengürtel, faszinierenden Museen und vielen kleinen Boutiquen, Straßencafés und Tante-Emma-Läden.
Seit August 2010 hat Amsterdam einen Titel, den Venedig schon lange trägt: UNESCO Weltkulturerbe. Der komplette Grachtengürtel, zu den die drei Hauptgrachten und die kleineren Nebengrachten gehören, wurde geadelt. Die Häuser- und Wasserstraßen aus dem 17. Jahrhundert gelten als städtebauliches und architektonisches Gesamtkunstwerk. Die Stadt wurde damals nach Süden und Westen erweitert. Dazu legte man das Sumpfgebiet trocken und steckte unzählige Holzpfeiler als Fundamente für die neuen Häuser. In den folgenden Jahrzehnten entstanden die drei großen Kanäle Herengracht, Prinsengracht und Keizersgracht, welche über etliche kleinere Kanäle miteinander verbunden sind. Die nobelste Adresse war die goldene Bucht (Gouden Bocht).
Der Grachtengürtel ist bis heute eine der beliebtesten Wohnadressen der reichen Amsterdamer. Wer sich einen Überblick über den Lebensstil der Amsterdamer Oberschicht im Goldenen Zeitalter verschaffen möchte, kann dazu das Rijksmuseum besuchen. Hier sind neben Gemälden von Rembrandt, Frans Hals und Vermeer, Haushaltsgegenstände wie Porzellan, Silber und Holzmöbel ausgestellt. Ein besonderes Ausstellungsstück ist das Puppenhaus der Petronella Oortmann. Dabei handelt es sich um ein mannshohes Puppenhaus mit winzigen China-Porzellan, Stofftapeten und Miniaturmöbeln aus Walnussholz. Das Puppenhaus kostete damals die reiche Dame soviel wie eine echte Villa am Kanal.
Mit dem Van-Loon-Haus an der Prinsengracht und dem Willet-Holthuysen-Museum an der Herengracht, stehen zwei weitere Häuser zur Besichtigung bereit. Beides sind Patrizierhäuser, welche zu Museen umfunktioniert wurden. Man kann hier sehen, wie luxuriös sich die reichen Bürger des 17. bis 19. Jahrhunderts ihre Häuser eingerichtet hatten. Die Prinsengracht ist auch durch Anne Frank weltweit bekannt geworden. Die jüdische Familie Frank versteckte sich 1942 bis zum Verrat im Rückgebäude des Hauses Nummer 263. Hier schrieb Anne Frank in verdunkelten Räumen ihr berühmtes Tagebuch, das nach ihrem Tod in 60 Sprachen übersetzt worden ist.
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Das Anne-Frank-Huis hat einen größeren Besucheransturm als das Rijksmuseum und das Van-Gogh-Museum. Es bietet sich an, bei der Touristeninformation am Bahnhof oder im Internet Tickets zu buchen. Auf diese Weise umgeht man eventuelle lange Wartezeiten für das Anne-Frank-Haus. Wer gerade keine Lust hat, sich bei schönen Wetter in Museen aufzuhalten, sollte auf jeden Fall einen entspannten Spaziergang auf dem Grachtengürtel von Amsterdam angehen. Es empfiehlt sich, auch auf die kleineren, quer verlaufenden Kanäle zu spazieren. Hier findet man nette Boutiquen, Straßencafés, Tante-Emma-Läden und Spezialitäten-Geschäfte.
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