Arbeiten in Australien
Es gibt viele Möglichkeiten Australien zu erleben und dort zu earbeiten. So lernt man nicht nur die touristische Seite des Landes kennen.
Arbeiten in Australien ist für viele ein Traum, der sich verwirklichen lässt. Wer mal "aussteigen" will, wer die Sonne liebt, unendliche Weite, tropische Regenwälder und lange weiße Strände, den zieht es nach Down Under. Es ist auch ein sehr attraktives Reiseland, weil es sehr sicher ist, dort zu reisen. Es lohnt sich allerdings nicht, für zwei oder drei Wochen nach Australien zum Arbeiten zu kommen. Da Australien von Europa aus so weit entfernt ist, dass man zwischen 23 und 30 Stunden Flugzeit hat, ist es sehr anstrengend, wenn man nicht lang genug bleibt. Auch ist der Flug ja sehr teuer: Im Dezember oder Januar der beliebtesten Reisezeit, da man dann vom Winter in den Sommer wechselt, bekommt man kaum Flüge unter 1000 € .
Eine gute Möglichkeit ist daher in Australien nicht nur einen Urlaub zu machen, sondern einen längeren Aufenthalt mit Arbeiten zu planen. So kann man länger bleiben, das Land richtig kennen lernen und braucht nicht unendlich viel Geld. Wer dauerhaft nach Australien einwandern und dort arbeiten will, hat es nicht leicht. Es ist möglich, aber nur wenn man für bestimmte Bereiche qualifiziert ist, in denen Australien Leute sucht. Sehr viel einfacher ist es jedoch für eine begrenzte Zeit in Australien zu arbeiten. Besonders wenn man jung ist. Dann kann man das Work & Travel Visum bekommen, wenn man unter 30 Jahre alt und ohne Kinder ist. Es gibt dieses Visum für Deutsche seit 2006.
Grundsätzlich gibt es viele Möglichkeiten, in Australien zu arbeiten: Viele gehen auf Farmen, um dort beim Ernten von Früchten oder Gemüse zu helfen, das so genannte "Fruit Picking". Auf den größeren Farmen sind oft auch viele andere junge Leute aus aller Welt zum Arbeiten. Das macht dann auch Spaß, weil man sich beim Arbeiten gut kennen lernt. Es ist jedoch oft auch sehr anstrengend. Man steht früh auf und muss körperlich hart arbeiten, die Bezahlung richtet sich oft auch nach der Menge des gepflückten Obstes oder Gemüses.
Solche Bezahlung nach Leistung bekommt man auch bei manchen Jobs in den Städten: Promotionagenturen nehmen zum Beispiel gern die enthusiastischen jungen Traveller, zahlen aber nur Provisionen. Das kann erfolgreich sein, man kann jedoch Pech haben und den ganzen Tag für umsonst gearbeitet haben. Und dann wird noch erwartet, dass man hinterher zum Feedback, Cheerup und so weite nach 10 Stunden Arbeit auf der Straße noch ins Büro kommt und sich anhört, wer heute am Besten war und dafür nicht nur Geld, sondern auch noch einen Applaus verdient... Ich habe so einen Job mal in Sydney gemacht und es war ziemlich schrecklich. Man kann aber auch in den Städten als Kellner oder ähnliches arbeiten.
Eine tolle Erfahrung dagegen ist es, auf einer Farm zu arbeiten, die richtig abgelegen liegt, das heißt im Outback. Man kommt an solche Jobs zum Beispiel über das WWOOFing, das heißt Willing Workers on organic farms. Hier arbeitet man zwar nur gegen freie Unterkunft und Essen, man kommt aber dafür auf Bio-Höfe und hat Kontakt zu interessanten alternativ lebenden Menschen.
Oder man schaut einfach ans schwarze Brett in den Hostels, dort hängen auch normale Farmer Zettel aus, wenn sie Traveller als Aushilfen suchen. Diese bezahlen auch Geld (manchmal gar nicht wenig) und geben kostenlos Unterkunft und Verpflegung. Man kann dann das Leben einer australischen Farmerfamilie miterleben und das ist schon eine besondere Erfahrung. Denn man ist dort abgeschieden von aller Welt, mitten im Nichts. Ich habe mal auf einer Rinder-Farm in der weiteren Umgebung von Alice Springs gearbeitet, Bushy Park hieß sie und das Land, das den Farmern gehörte, war so groß wie die Schweiz. Nur waren wir dort zu fünft die einzigen Menschen. Da kann man wirklich zu sich selbst finden. Und man erlebt dieses riesenhafte fast leere Land richtig authentisch.
Entweder man muss dort auch recht harte körperliche Arbeit verrichten, z.B. Rinderherden zusammentreiben oder man wird nur für einfache Haushaltarbeiten gebraucht und hat mit etwas Glück recht viel Zeit frei (hierbei folgen die Australier meist dem klassischen Mann-Frau-Schema, d.h. sie nehmen die jungen Männer für die Feldarbeit, die Mädchen und Frauen für den Haushalt). Nach der Arbeit hat man dann Zeit, die Natur der Umgebung zu betrachten, die unendliche Weite und den auf einmal riesigen Himmel des Outbacks zu bestaunen und das direkt vor der Haustür. Das ist eine einmalige Erfahrung.
Und das Schöne am Working Holiday ist natürlich auch das Reisen. Man reist von einem Ort zu anderen, kann sich überall erstmal die schönsten Plätze ansehen, eine Weile in einem ruhigen Hostel entspannen oder mit den anderen Travellern Party machen. Und dann sucht man sich wieder eine Arbeit. Dadurch macht man die unterschiedlichsten Erfahrungen, lernt sehr viele Menschen aus aller Welt und auch das echte Australien kennen. Ich empfehle auch jedem, der den Mut dazu hat, nicht alles vorher durchzuplanen, sondern spontan zu entscheiden, wenn man da ist. Man arbeitet, aber man kann jederzeit gehen. Man ist zeitweise nur unter Backpackern, aber man kann auch auf eine einsame Farm gehen, wenn man genug von Stränden und Party hat. Man kann täglich entscheiden, ob man bleibt oder geht, allein oder mit anderen zusammen, arbeitet oder Urlaub macht. Dann ist ein Australien Trip mit Arbeiten auch ein Erlebnis von absoluter Freiheit.
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