Auerhahn, Borkenkäfer und Luchse - Der Nationalpark Harz
Hier balzt der Auerhahn, Borkenkäfer und Luchse geben sich ein Stelldichein. Der Nationalpark Harz ist pures Erleben. Natururlaub läßt sich wunderbar mit Tierbeochtungen verbinden.
Länder übergreifend zeigt sich der Nationalpark Harz. Den größeren Anteil hat Niedersachsen an ihm, den kleineren Sachsen-Anhalt. Mit 24.700 Hektar gibt es keinen größeren Waldnationalpark in Deutschland. Der Nationalpark Harz genießt internationale Anerkennung, abwechslungsreiche Wald- und Moorbiotope prägen sein Bild genauso wie steile Felsklippen und sprudelnde Bergbäche. Trotzdem hat dem Nationalpark Harz auch eine gefährdete Fichtenmonokultur-Landschaft ihren Stempel aufgedrückt. Diese geht zurück auf falsches Denken und Handeln der Forstwirtschaft im 19. Jahrhundert, die die durch den Bergbau in Mitleidenschaft gezogenen Flächen schnell mit Fichten aus anderen Regionen aufforstete.
Der negative Erfolg ist ein starker und ständiger Befall mit Borkenkäfern. Da 75 % des Nationalparks Harz nach den Richtlinien sich selbst überlassen bleiben müssen, wird dort natürlich auch nicht gegen den Borkenkäferbefall eingegriffen. Auf dem Borkenkäferpfad rund um den Ort Ilsenburg wird dem Besucher nahe gebracht, dass sich mit der Zerstörung der Monokulturen ein besserer neuer Wald durch natürliche Prozesse entwickelt. Dort entsteht ganz natürlicher Mischwald, der die Fichtenplantagen ersetzt. Trotzdem bildet der Nationalpark Harz ein einzigartiges Refugium, das mit dem Brocken bis über 1.140 Meter Höhe ansteigt. Für einen Natururlaub mit Tierbeobachtungen ist der Nationalpark ein hervorragendes Ziel. Neben Rot- und Rehwild sind heute auch der Marderhund, Waschbären und Mufflons dort zu finden.
"Am 17. März 1818 wurde auf dieser Stelle der letzte Luchs im Harz geschossen" steht auf einer Steinplatte, die sehr an einen Grabstein erinnert. Doch das stimmt so nicht mehr, seit 1999 werden Luchse wieder erfolgreich ausgewildert und ein Luchsgehege, ein so genanntes Schaugehege bei der Waldgaststätte Rabenklippe, gibt den Besuchern die Möglichkeit, die scheuen Tiere zu beobachten. Mit imponierendem Balzgehabe machen Auerhähne in dem Auerhuhngehege bei Lonau auf sich aufmerksam. Man hat auch versucht, diese Tiere wieder auszuwildern, dies jedoch eingestellt, weil der Erfolg sehr zweifelhaft und die Population nicht gesichert ist. Insgesamt stellt der Nationalpark Harz nicht nur seine grandiose Natur vor, er ist auch Erlebnispark und grünes Klassenzimmer und kann so Kinder wie Erwachsene auf die Natur sensibilisieren.
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