Auf eigene Faust durch Slovenský Raj

Der Slovenský Raj Nationalpark ist ein hervorragendes Wandergebiet im Osten der Slowakei. Geeignet für Jung und Alt.

Wer gedacht hat, dass die osteuropäischen Länder langweilig und uninteressant sind, der irrt. Die Slowakei bietet unzählige atemberaubende Wandergebiete und Nationalparks. Die Slowakei wird von den Karpaten durchzogen und besitzt daher eine breite Masse an Hoch- und Mittelgebirgen. Die Tatra ist beispielsweise ein Teil davon. Diese unterteilt sich jedoch noch in verschiedene Komplexe, wie der Hohen und Niederen Tatra. Hinzu kommt, dass in der Slowakei eine Menge Nationalparks vorzufinden sind.

Slowenshy Raj- ein echtes Slowakisches Paradies

Ein Nationalpark der Slowakei ist Slowensky Raj, der im Osten der Slowakei gelegen ist. Dieser ist erst seit 1988 als solcher eingestuft und beherbergt 160 Tier- und Pflanzenarten, die teilweise dort heimisch sind oder ausgewildert wurden. Zu finden sind hier unter anderen Gämse, Fischotter oder Steinadler, die man mit etwas Glück auf seiner Tour beobachten kann- oder man wird beobachtet.

Slowensky Raj, oder auch auf deutsch Slowakisches Paradies, bietet einen hervorragenden Wanderspaß für Jung und Alt. Für 20SK kann man dort den kompletten Tag verbringen und wandern. Man wandert nicht auf gepflasterten Wanderwegen, sondern über Stock und Stein. Das setzt natürlich gutes Schuhwerk voraus. Die Wanderungen erfolgen durch lange tiefe Schluchten, wie beispielsweise durch die Schlucht von Piecky, und über steile Hänge, die mit Schildern als Wege gekennzeichnet sind. Dem Wanderer ist es häufig freigestellt, auf welche Art und Weise er die Flüsse überquert, um von der einen Seite auf die andere zu gelangen. Bei besonders schwierigen Passagen wird dennoch natürlich eine Hilfestellung geleistet. Besonders reizvoll für Abenteurer sind dabei die Leitern und Stiegen, die als Hilfe an Felsen angebracht sind, um die Hänge und reißenden Flüsse zu passieren.

Diese Ruten sind auf den Wanderkarten als sogenannte Einbahnstraßen gekennzeichnet (Wege, die neben den normalen Ziffern hinzukommend noch mit Kleinbuchstaben markiert sind), was bereits erahnen lässt, dass es hin und wieder interessant werden könnte... Schließlich ist es ungünstig den Gegenverkehr vorbei zu lassen, wenn man gerade über einen Baumstamm balanciert! Eine besonders schöne Strecke ist zum Beispiel durch die Schlucht Velky Sokol. Der Weg beginnt im Ort Sokol und endet auf dem Berg Glac. Um nach Sokol zu gelangen, ist es ratsam den roten Weg 5 zu nehmen, der später in die 4 übergeht. Die Wanderungen lassen sich natürlich auf unendlich lange Strecken ausweiten, für die, die gern lange unterwegs sind.

Wer gerade keine Lust auf Action oder reißende Flüsse hat, der kann auf Wege für leichte Spaziergänge zurückgreifen und einfach nur so die Natur genießen. Hier könnte man beispielsweise in Podlesok beginnen und den Weg Nad Podlesok (roter Weg 3) bewandern. Oben angekommen ist es dem Wanderer freigestellt, ob es in Richtung Rumanova oder Klastorisko weitergeht. Bei Klastorisko kann man eine Pause einlegen und zu Mittag essen oder man packt seine eigenen Brote aus und genießt diese. Hier oben ist übrigens auch die einzige Herberge innerhalb Slovenský Rajs vorzufinden. Jedoch gibt es zahlreiche Unterkünfte in den umliegenden Ortschaften, wie in Hrabusice oder Spisska Nova Ves. Wer auf eine andere Art campen möchten, der kann sich im Autocamp Podlesok einen Stellplatz reservieren und dort eine Weile bleiben.

Noch höher hinaus- Auf der Lomnicky stit

Die Hohe Tatra ist nicht weit von Slowensky Raj entfernt. Wer hohe Berge erklimmen möchte und die "Hügel" von Slowensky Raj hinter sich lassen will, der kann hierher kommen und die Gipfel besteigen. Die Lomnicky stit ist der zweithöchste Berg der Hohen Tatra und misst eine Höhe von 2633m. Der Aufstieg nach ganz oben erfolgt per Seilbahn von Tatranska lomnica. Für 500SK fährt die Seilbahn einen nach ganz oben. Man kann jedoch auch dazu steigen, wie auf der Ebene von Skalnate pleso, einem Bergsee auf 1751m. Für 380SK kann man hier ein kurzes Päuschen einlegen, um sich auf die bevorstehende Fahrt auf den Gipfel vorzubereiten. Dort hat man einen grandiosen Blick über weite Teile der Tatra und das Umland.

Spissky Hrad- Residenz der Zips

Wer in seinem Urlaub nicht nur wandern will, sondern auch Kultur genießen möchte, der kann sich beispielsweise in Leutschau umsehen und die Zipser Burg, die jedoch nur von Mai bis Oktober in der Zeit von 9- 19 Uhr geöffnet ist, besichtigen. Sie ist auf einem Hügel gelegen, weit oben über der umliegenden Stadt. Dieses diente der besseren Überwachung der Region, um somit herannahende Feinde eher zu erspähen. Der Aufstieg ist steil, aber der Weg lohnt sich! Die Burg wurde im 12.Jhd erbaut, brannte jedoch 1780 nieder und steht nur noch als Ruine der Besichtigung zur Verfügung. Die komplette 4,15ha Fläche wurden 1993 in das Verzeichnis des UNESCO Weltkulturerbes aufgenommen. Der Eintritt ist für Erwachsene für 100SK möglich und für Kinder sind 60SK zu entrichten.

Nach dem Burgrundgang kann man einen Stadtbummel durch Leutschau unternehmen und sich beispielsweise die Kirche St Jakob ansehen, die die zweitgrößte der Slowakei ist, oder einfach in einem netten Restaurant das Mittagessen zu sich nehmen und dabei den Flair der Stadt genießen, beispielsweise im Restaurant Hotel U Leva, wo man in einem schön ausgebauten Keller sich sein Essen schmecken lassen kann.

Ein kurzer Blick in die Hauptstadt- Bratislava

Wer gerade in der Slowakei ist, der darf natürlich nicht die Hauptstadt Bratislava - oder auch zu deutsch Pressburg vergessen. Sie ist die größte Stadt der Slowakei. Im Jahre 1217 erhielt sie das Stadtrecht. Schon seit vielen Jahrhunderten ist Bratislavas Wahrzeichen die große Pressburg, die "Hrad", die auch als Symbol für das Länderwappen dient. Ein weiteres sehenswertes Gebäude ist der Martinsdom, der bei einem traditionellen Stadtrundgang natürlich nicht fehlen darf.

Reisebericht als PDF
Autor: AnnikaS  22.11.2011 |  Beitrag hilfreich? Ja | Nein

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