Aufstieg auf den Pico del Teide - ein Erlebnis der besonderen Art
Unvergesslich ist die Wanderung auf dem Pico del Teide. Ob mit der Gondel oder zu Fuß, die Vulkanlandschaft auf der Kanareninsel Teneriffa hat einiges zu bieten.
Teneriffa ist gekennzeichnet von seiner vulkanischen Entstehung und bergigen Landschaft und bietet schon beim Landeanflug auf Santa Cruz eine tolle Aussicht. Auch die Busfahrt mit der Linie 342 oder 348 von Santa Cruz de Tenerife über die enge Cañadas-Straße führt an einigen wunderschönen Stellen vorbei, am schönsten ist es jedoch, die Lavasteine unter den Wanderschuhen zu haben und in Ruhe diese atemberaubende Kulisse des Teide Vulkans in sich aufzunehmen. Der Einstieg liegt kurz vor der Gondelstation auf 2.350 Meter, dort beginnt die erste Etappe, zunächst für eine gute Stunde ein gemütlich zu gehender Weg.
Das Panorama ist beeindruckend, Steine in den unterschiedlichsten Farben und Formationen sind zu sehen, der Himmel strahlend blau, zwischendurch ein paar Wolken, die über die Geröllfelder hinweggleiten. Im zweiten Abschnitt wird der Weg schmaler und steiler, der steinige Untergrund erfordert höchste Aufmerksamkeit. Ab und an begegnet man Wanderern, die sich bereits auf dem Abstieg befinden, kurzer Zwischenstopp mit kleinem freundlichem Austausch, was einen noch erwartet. Nach 900 Höhenmetern und ein bis zwei Stunden später ist das Refugio Alta Vista in Sicht, einige haben den Aufstieg sportlich genommen, anderen sind die Strapazen der Anstrengung förmlich ins Gesicht geschrieben. Schon kurz nach Sonnenuntergang ist die eisige Kälte auf dem Teide zu spüren, der Anblick des sternenklaren Himmels wird nach dem Essen schnell gegen das Hochbett im Schlafsaal ausgetauscht.
Für 20 Euro inklusive Bettwäsche kann man dort übernachten, in der Regel nur eine Nacht. Es gibt drei Schlafsäale für insgesamt 60 Wanderer, daher ist es notwendig, sich vorher bei der Oficina de la compañía del Teleférico in der Calle San Francisco, 5-4º 38002 in Santa Cruz de Tenerife anzumelden. Vor Ort stehen Geschirr, Wasserkocher und Herd zur Verfügung, so dass man mitgebrachte Sachen zubereiten kann. Die Hütte ist den ganzen Tag über zugänglich, wobei die Toiletten, Küche und Schlafsäale erst abends um 18.00 Uhr aufgeschlossen werden. Wasser gibt es nur von abends bis morgens. Die Quittung der Übernachtung gilt gleichzeitig als Genehmigung des Nationalparks für den folgenden Tag, um bis zum Gipfel des Teides aufzusteigen.
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Es bleibt wenig Zeit, sich zu erholen und an die Höhe zu gewöhnen, um 4.00 Uhr wird bereits wieder geweckt, um pünktlich zum Sonnenaufgang auf dem Gipfel des Teides zu sein. Nach einer kurzen Stärkung geht es in Mütze und Handschuhe eingepackt auf die letzten 500 Höhenmeter bis zum Gipfel des Teides. Der Weg wird direkt hinter der Hütte immer schmaler, von dunklen Lavasteinen geebnet. Ohne den Lichtkegel der Kopflampe hat man kaum eine Chance, irgendetwas zu sehen. Die Pausen werden häufiger und länger, aber der Wille, oben ankommen zu wollen, siegt. Die Nase scheint unaufhörlich zu laufen, der Körper macht sich mit den ersten kleineren Anzeichen der ungewohnten Belastung bemerkbar. Der bissige Schwefelgeruch des Vulkankraters hängt in der Nase, ansonsten ist die Luft auf 3.700 Metern Höhe eher dünn. Die Kälte, die das Wasser in den Flaschen zu kleinen Eiskristallen werden lässt, ist schnell vergessen, als erste Sonnenstrahlen am Horizont zu sehen sind. Die Umgebung ist in ein unglaublich faszinierendes Licht getaucht. Jemand verteilt Schokolade und heißen Tee, innere Wärme, ein beeindruckender Moment…Der Blick schweift durch die Gesichter der erschöpften, aber glücklichen Menschen, die es geschafft haben, den Gipfel des dritthöchsten Inselvulkans der Erde geschafft haben.
Die bequemere Variante des Aufstiegs ist zwischen 9.00 und 16.00 Uhr für 25 Euro die Gondel bis 3.550 Meter zu nehmen, jedoch ist eine Genehmigung vom Nationalparkbüro für den „Telesforo Bravo“ notwendig, um von der Plattform aus zum Gipfel zu kommen. Diese ist beim Nationalparkbüro in der Calle Emilio Calzadilla, nº 5 - 4ª planta, zu erhalten, das von Montag bis Freitag zwischen 9.00 Uhr und 14.00 Uhr geöffnet hat. Hier sollte man eine Kopie vom Personalausweis mitbringen.
Für geübte Wanderer ist der Auf- und Abstieg durchaus an einem Tag zu schaffen. Es ist jedoch empfehlenswert, eine Nacht zur Gewöhnung an die Höhe im Refugio Altavista zu verbringen. Man darf nicht vergessen, dass zwischen dem Einstieg auf 2.350 m bis zum Gipfel immerhin 1.400 Höhenmeter liegen. Geeignetes Schuhwerk, ein gut sitzender Rucksack und angemessene Kleidung sind unbedingte Voraussetzung, für einen sicheren Auf- und Abstieg auf den Vulkan. Im Allgemeinen sind die Wege gut ausgebaut und gekennzeichnet, jedoch können immer wieder unbefestigte Abschnitte mit Geröll kommen.
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