Augsburger Puppenkiste - Marionettentheater erleben
Die Augsburger Puppenkiste erfreut seit Jahren mit ihren Marionetten Groß und Klein und fand sich, vor allem durch die Fernsehaufzeichnungen, in vielen Kinderhaushalten wieder.
Die Augsburger Puppenkiste in der Spitalgasse 15 in München zählt mittlerweile zum nationalen Kulturgut und wird bereits seit 62 Jahren betrieben. Im Jahre 1940 wird ein Soldat namens Walter Oehmichen in einer Schule bei Calais einquartiert. Dort entdeckt er ein kleines Puppentheater, mit welchem er seine Kameraden zur Ablenkung unterhält. Er beginnt es in einer Kiste zu transportieren, mit der Idee, das Theater überall einsetzen und spielen zu können. 1943 baut er zusammen mit seiner Frau Rose und den Töchtern Hannelore und Ulla sein eigenes Marionettentheater, genannt der Puppenschrein. Ein Jahr später allerdings verbrennt dieser bei einem Bombeneinschlag im Augsburger Stadttheater.
Nach Ende des Krieges beginnt Oehmichen ein neues Augsburger Puppentheater zu planen, welches am 26. Februar 1948 Premiere mit dem Stück "Der gestiefelte Kater" feierte. Von da an war das Marionettentheater sehr beliebt und schuf einzigartige Figuren und Charaktere. Es wurden sowohl Märchen, Opern, als auch selbstgeschriebene Stücke inszeniert. Das Repertoire reichte von Kasperl, Muminfamilie, Jim Knopf, Urmel, Frau Holle bis zu Räuber Hotzenplotz. Ein weiteres Highlight des Jahres ist das Kabarettprogramm zum Jahreswechsel. Zusätzlich zur Augsburger Puppenkiste finden Besucher ein Puppentheatermuseum, das sich auf 570 Quadratmeter erstreckt. Das Museum, genannt Die Kiste, zählt mittlerweile zum erfolgreichsten Puppentheatermuseum Europas.
Außerhalb der Grenzen von Augsburg wurde das Puppentheater vor allem durch die Fernsehausstrahlungen bekannt. Am 21. Jänner 1953 wurde zum ersten Mal eine Aufzeichnung der Augsburger Puppenkiste ausgestrahlt, nämlich die Geschichte von Peter und der Wolf. Einen großen Erfolg feierte das Marionettentheater auch mit der mehrteiligen Aufzeichung der Muminfamilie, wofür das Fernsehteam extra zwei Monate nach Augsburg kam, um die Geschichte zu filmen. 1996 kam es schließlich zum ersten Marionettenfilm: Story von Monty Spinnerratz wurde verfilmt. Im Jahre 2000/2001 folgte der mehrteilige Film von Lilalu im Schepperland. Die Puppenkiste wurde für ihre Leistungen mit der Goldenen Kamera geehrt.
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