Auroville - Stadt der Morgenröte
Auroville ist eine experimentelle Stadt an der Ostküste Südindiens. Dieser Ort ist in jeglicher Hinsicht außergewöhnlich und einzigartig auf der Welt
Es gibt Orte auf unserem Planeten, die kann man nicht beschreiben. Man muss sie gesehen haben, da sie einzigartig und damit nirgendwo anders zu finden sind. Einer dieser Orte ist Auroville, die Stadt der Morgenröte. Sie wurde als Experiment bzw. Projekt im Jahre 1968 durch Mira Alfassa, auch "Die Mutter" genannt, ins Leben gerufen. Auf den Grundlagen der Lehren Sri Aurobindos, eines berühmten indischen Freiheitskämpfers, Politikers und Gurus, wurde in der Zeit der Hippiebewegung in Indien eine internationale Stadt errichtet, in der weder Nationalität noch Rangeinteilung, Religion oder Gesetze herrschen sollten.
Einzig und allein die Charta von Auroville gibt Auskunft über den Zweck dieses Experimentes bzw. wie sich die Einwohner, auch Aurovillianer genannt, verhalten sollen. Dort steht unter Anderem geschrieben, dass Auroville der ganzen Menschheit gehört, es einen ständigen Fortschritt geben soll sowie eine Jugend die niemals altert, dass Auroville eine Brücke zwischen Zukunft und Vergangenheit sowie ein Ort der spirituellen und materiellen Forschung für die Bildung einer menschlichen Einheit sein wird. Diese menschliche Einheit soll durch göttliche Anarchie zusammengehalten werden. Was dies genau bedeutet, sollten Touristen am besten aber die Aurovillianer selbst fragen.
In Auroville leben zur Zeit knapp 2.200 Einwohner aus vielen verschiedenen Ländern der Erde, darunter auch über 200 Deutsche. Geplant ist sogar eine Einwohnerzahl von 50.000 Personen. Es ist interessant, den Menschen dort bei ihren alltäglichen Arbeiten mit den einheimischen Tamilen im Bereich Kultur, Forschung, Bildung, Landwirtschaft und Handarbeit zuzusehen und es wird gern gesehen, wenn man selbst mal mit anpackt. Dabei sind Aufenthalte von wenigen Tagen bis zu mehreren Monaten möglich. Manche konnten sich von Auroville gar nicht mehr trennen und sind einfach dort geblieben. Neben der Arbeit gibt es unzählige verschiedene Yoga- und Sportkurse sowie Angebote im Bereich spirituelles Bewusstsein wie z.B. Vorlesungen. Die Unterkünfte in Auroville sind im Vergleich zu indischen Verhältnissen nicht ganz billig, allerdings immer noch um einiges billiger als in anderen Ländern. Die Preise liegen in der Hauptsaison im Winter zwischen 10 Euro und 30 Euro pro Nacht. Für Jugendliche gibt es jedoch sehr billige Schlafvarianten in Youth Hostels. Der Lebensstandard ist überall in Auroville um einiges höher als in den Dörfern rund um Auroville.
Auroville an sich ist 25 km² groß und kreisförmig angelegt. Im Zentrum befindet sich das Matrimandir, die Hauptattraktion für Touristen aus aller Welt. Dieses Gebilde ist eine begehbare, riesengroße Kugel, die von außen durch das Blattgold wie ein vergoldeter Golfball aussieht. Hier sollen die Aurovillianer durch Meditation in sich kehren und zur Ruhe finden. Dabei sitzt man in einem völlig weißen Raum aus Marmor, der sogenannten Inner Chamber, um eine Glaskugel herum, die übrigens die größte ihrer Art ist. Auch Besucher können für bis zu 15 Minuten dort meditieren. Es gibt jedoch vor einem Besuch des Matrimandirs einige Formalitäten abzuarbeiten. Z.B. muss man das Video über Auroville im Visitor Center gesehen haben und den Besuch einen Tag vorher anmelden.
Auroville liegt acht Kilometer nördlich von Pondicherry entfernt. Pondicherry ist eine ehemalige französische Enklave 130 km südlich von Chennai (Madras). Am besten erreicht man Auroville durch Busverbindungen nach Pondicherry und von dort aus mit einer Rikscha. Auroville besitzt sogar einen Strand mit einem Strandcafe. In den Dörfern zwischen dem Meer und Auroville, besonders in Kuilapalayam, gibt es einige Restaurants. Darunter auch eine von einem Italiener geführte ausgezeichnete Pizzeria, die von der Sauberkeit her mit Pizzerias in Europa mithalten kann. Die Preise dort sind aber um einiges niedriger. Zudem gibt es auch dort Unterkünfte, die billiger sind, sowie Internetcafes und eine Vielzahl von Shoppingmöglichkeiten. Ein Besuch von Auroville lohnt sich also auf alle Fälle! Die Monsunzeit fängt für diesen Ort Anfang Oktober an und endet Mitte Dezember.
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Kommentare zu Auroville - Stadt der Morgenröte
H.-J. Meyer (13.02.11)