Auslandsaufenthalt Australien

Ein Auslandsaufenthalt, im Ungewissen, in Australien ist ein Traum für viele. Im Vorfeld stellen sich aber viele Fragen: Wann? Warum nach Australien? Wie?

Wann ist der beste Zeitpunkt für einen Auslandsaufenthalt? Sollte man die Reise schon während der Schulzeit, nach dem Abitur oder sogar erst während des Studiums oder nach der Ausbildung antreten? Die Frage lässt sich eigentlich ganz einfach beantworten: Sobald man vom Fernweh getrieben wird und den Schritt in die weite Welt wagen möchte. Vielleicht sollte es nicht zu spät in der persönlichen Entwicklung sein. Manche Möglichkeiten bieten sich nur jüngeren Menschen. Deshalb befasst sich dieser Artikel  zu Beginn mit dem Auslandsaufenthalt während der Schulzeit und danach mit Möglichkeiten zu einem späteren Zeitpunkt.

Nachdem man sich entschlossen hat, einen Auslandsaufenthalt anzusteuern, lautet die erste Frage: Wohin? So ging es auch dem Autor dieses Artikels.Finanziell gehört Australien sicherlich nicht zu den preiswertesten Zielen. Dafür gibt es zwei Gründe: Erstens ist der Flug sehr weit und zweitens erhalten die Gastfamilien für Schüler eine finanzielle Aufwandsentschädigung. Allerdings sprechen viele gute Gründe für einen Auslandsaufenthalt in Australien.

Warum Australien?

Die Gastfamilien werden sorgfältig ausgewählt. Jede Schule, die internationale Schüler aufnehmen kann, verfügt über eine/n International-Student-Coordinator, der/die die Gastfamilien vor und während des Austauschprogramms besucht. Des Weiteren steht der/die Koordinator/in als direkter Ansprechpartner bei Problemen zur Verfügung, auch ein begründeter Gastfamilienwechsel lässt sich über ihn/sie organisieren.

Ein zweites Argument für Australien ist die hohe innere Sicherheit. Man kann sich frei bewegen ohne Angst haben zu müssen, in gefährliche Viertel zu kommen. Dies ist für die Eltern von Schülern beruhigend und für alle Reisende angenehm. Die meisten Menschen sind freundlich, offen und hilfsbereit. Verlorene Handys in Sydney und Portemonnaies mit Kreditkarten in Cairns fanden ihren Weg wieder zurück zu ihrem Besitzer.

Ein drittes wichtiges Argument ist, dass man dort seine Englischkenntnisse stark verbessern kann und auf diese Weise seine späteren Berufsaussichten optimiert. Hinzu kommt, dass das Niveau der staatlichen Schulen relativ hoch ist. Sogar in einem Mathematik Leistungskurs, von dessen Besuch nach einem Auslandsaufenthalt oft abgeraten wird, kann man sein in Australien erworbenes Wissen benutzen und hat keine Probleme. Diejenigen die die 11. Klasse nicht überspringen wollen, können ihren Stundenplan aber auch sehr viel angenehmer gestalten. Wählen lassen sich Fächer wie Fernsehen und  Neue Medien, Tanzen, Drama, Handarbeit, Landwirtschaft oder Meereskunde (welches den Erwerb eines Bootsführerscheins einschließt). In Abhängigkeit der Schule gibt es vielfältige Möglichkeiten interessante Fächer zu belegen, die es in Deutschland nicht gibt.

Welche Organisation?

Nachdem die Entscheidung für einen Auslandsaufenthalt in Australien gefallen ist, stellt sich die Frage nach der Organisation an die man sich wenden soll. Es sollte darauf geachtet werden, dass ein Vorbereitungsseminar angeboten wird, das Kleingedruckte muss natürlich auch genau gelesen werden. Große Werbeaussagen mit Inhalten wie „freie Verpflegung“ oder „Unterkunft im Einzelzimmer“ sind dagegen überflüssig, weil das selbstverständlich ist und nur den rechtlichen Zustand auf australischer Seite wiederspiegelt.

Der Dschungel lässt sich grundsätzlich in zwei Kategorien unterteilen: Die gemeinnützigen und die kommerziellen Organisationen. Ideologisch sind die gemeinnützigen sicherlich besser, aber die Chancen mit einer gemeinnützigen Organisation wie AFS oder YFU in ein englisch-sprachiges Land oder gar nach Australien zu kommen sind gering, jährlich vermitteln sie nur etwa eine Hand voll Schüler nach Australien. Wenn man also unbedingt nach Australien will, sollte man sich für eine kommerzielle Organisation, wie z.B. „Southern Cross“, die sich auf den Raum Australien und Neuseeland beschränkt, entscheiden. Natürlich gibt es viele kommerzielle Alternativen, die durch die Tatsache, mit derselben australischen Partnerorganisation zu arbeiten und zu den gleichen Schulen zu vermitteln, keine besonderen Vor- oder Nachteile haben. Der persönliche Eindruck ist entscheidend. Es ist deshalb empfehlenswert, auf einer Messe den persönlichen Kontakt zu suchen und anschließend nach Freundlichkeit, vermittelter Kompetenz und Preis auszuwählen.

Spätestens ein halbes, besser ein dreiviertel Jahr vor geplantem Abflug sollte man sich bei der Organisation seines Vertrauens anmelden. Diese übernimmt dann die weiteren organisatorischen Aufgaben. Man darf sich eine Schule aussuchen und muss verschiedene Formulare ausfüllen, aber besondere Tücken gibt es keine mehr. Bei der Auswahl der Schule sollte man, auf die Anzahl der deutschen Schüler zu achten, und keine überlaufene Schule, die es leider gibt, wählen. Wenige Wochen vor Abflug erfährt man seine Gastfamilie und kann schon ersten Kontakt per Email oder Telefon aufnehmen. Beim Anrufen muss man auf die Zeitverschiebung achten, aber sonst freut sich die Gastfamilie über ein erstes Gespräch mit dem/der zukünftigen Gastschüler/in

In Australien

Im Land selbst hat man mit der deutschen Organisation nur noch im Fall eines Notfalls Kontakt. Die Australische Partnerorganisation und die Gastfamilie übernehmen die Fürsorge. Die Auflagen der Regierung sind relativ streng, so soll man sich ohne Erlaubnis im Umkreis der Schule von maximal 50km bewegen, soll Abends bis spätestens 10.30 Uhr wieder zu Hause sein, darf keinen Alkohol trinken und darf nur in Begleitung eines Blue-Card-Holders nach vorangegangener Absprach verreisen. Das klingt alles sehr streng, doch dient letztendlich nur der Sicherheit. Nach einer Zeit des Einlebens, wenn man das Vertrauen der Gastfamilie gewonnen hat, lässt sich auch über einiges Verhandeln. Offenheit, regelmäßige Gespräche mit der Gastfamilie, Hilfsbereitschaft und Zuverlässigkeit sind dabei Grundvoraussetzung.

Dem Ferntrieb zu folgen und das Ende der Welt, Down Under, während einem Auslandsaufenthalt in Australien zu erkunden, ist eine großartige Erfahrung, die man nicht bereuen wird. Der beste Zeitpunkt ist während oder nach der 10ten Klasse, denn später ist man zu alt: Australier schließen die High-School im Alter von 17 Jahren ab und beginnen danach mit einem Universitätsstudium oder der Ausbildung. Während dem Auslandsaufenthalt gewinnt man Freunde, mit denen man auch danach noch in regem Schriftverkehr bleiben kann.

Auslandsaufenthalt nach der Schule

Natürlich gibt es auch nach dem Abitur, während des Studiums oder nach der Ausbildung die Möglichkeit für einen Auslandsaufenthalt in Australien. Im Zuge der neuen Bachelor- und Masterstudiengänge kann man an einer der 39 Australischen Universitäten ein Auslandssemester ablegen, aber auch den ganzen Abschluss in Australien erwerben. Über die Anerkennung sollte man sich immer für den speziellen Fall informieren.

Besonders beliebt ist Australien für Work-and-Travel. Das Working Holiday Visum gibt es für junge Menschen bis zum Alter von 30 Jahren. Die Arbeitslosigkeit in Australien ist sehr gering, sodass man eine kurzzeitige Anstellung oder Gelegenheitsjobs leicht finden kann. Besonders geeignet ist Australien für diejenigen, die auf einer Farm im Outback arbeiten wollen – dort ist eigentlich immer Bedarf, denn es ist harte Arbeit und man lebt fern ab vom nächsten Supermarkt. Trotzdem kann man sich auch hier an eine vermittelnde Organisation wenden, um sich die Jobsuche zu erleichtern. Dennoch muss man für das Arbeitsvisum finanzielle Reserven vorweisen können und zunächst die Kosten für Flug, Visum und Organisation selbst tragen.

Beliebt sind auch die Möglichkeiten für Backpacker in Australien. Man kann beispielsweise entlang der Ostküste, oder bei genügend Zeit auch um das gesamte Land herum reisen und die Nacht als Camper, in günstigen Hostels, Motels oder in Bed & Breakfasts verbringen. Es gibt überall im Land bestimmte Anlaufstellen für Backpacker, über die man sich im Vorfeld gut informieren kann. Grundsätzlich kann man dann auf Gut-Glück reisen, wer ein Hotel bevorzugt sollte aber zumindest in der Saison rechtzeitig reservieren. Ein letzter wichtiger Hinweis für Reisende, die mit dem Auto unterwegs sind: Es ist wichtig, mmer auf die Tankfüllung zu achten und zu wissen, wo die nächste Tankstelle liegt – gerade im Outback sind Reservekanister ratsam.

Reisebericht als PDF
Autor: Felix123  19.05.2010 |  Beitrag hilfreich? Ja | Nein

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