Australien -Auf James Cook's Spuren

Wer nach Australien reist, trifft heute noch auf Spuren von James Cook's Entdeckungsreisen. Ob in Botany Bay bei Sydney oder im nördlichen Queensland, ein Abstecher lohnt sich.

James Cook's erste Südseereise mit seiner Endeavour, führte ihn im Jahre 1770 an die Ostküste Australiens. Er landete damals in Botany Bay nahe Sydney. Von dort aus segelte er tagelang die mehrere 1000 Kilometer lange Küste gegen Norden entlang, um kartografische Informationen der Küste zu sammeln. An den vielen einsamen Stränden und dem glasklaren Wasser, müssen wohl auch James Cook und seine Besatzung Gefallen gefunden haben, sonst hätten sie bestimmt die Gefahren der Küstengewässer erkannt. Doch es kam anders und so blieb die Endeavour HMS plötzlich stecken. Sie lief im tropischen Cape Tribulation nördlich von Cairns auf das grösste Korallenriff der Erde auf. Nur mit viel Mühe und Einsatz konnte sich die Besatzung mit samt Schiff aus dem Great Barrier Reef retten.

An diesem magischen Ort, dem Grassy Hill, kamen sie auch das erste Mal in Kontakt mit ein- und zweiköpfigen, hüpfenden Beuteltiere. Gemäss Überlieferung habe James Cook damals die Einheimischen auf English gefragt, was denn das für Tiere seien, worauf diese in Aboriginessprache antworteten: “Kangoroo” was übersetzt heißt: “Ich verstehe nicht”. Als man um 1880 in der Gegend um den Palmer River auch noch Gold fand, war der Andrang der Digger (Goldsucher) nicht mehr zu bremsen. Bald darauf entstand eine Stadt mit 30′000 Einwohner, die den Namen Cook's Town bekam und später in Cooktown umbenannt wurde.

Cooktown ist heute ein kleines Städtchen an wunderschöner Lage, mit nur noch etwa 1.800 Einwohner. Weitere 4000 Menschen leben in den Einzugsgebieten, dies vor allem in Aboriginal Communities. Die Goldgräberzeiten haben bis heute ihre Spuren hinterlassen. Im Stadtkern gibt es noch einige guterhaltene, nostalgische Gebäude. Wer sich etwas ausserhalb begibt, findet dort einen Friedhof, mit Gräbern aus dem 19. Jh, welcher sehr lohnenswert anzuschauen ist. Nicht zu vergessen ist auch das Cook Museum, das den vor 30 Jahren gefundenen Anker ausgestellt hat. Desweiteren sind auch Details aus seinem Aufenthalt während der Reparaturzeit seines Schiffes und seinem Leben zu bewundern. Das Nature Powerhouse im Botanical Gardens zeigt zudem wunderschöne tropische Pflanzen aus der Umgebung. Den Aussichtspunkt, auf Englisch Lookout, auf dem höchsten Punkt Cooktowns dem Grassy Hill, sollte definitiv auf keiner Besichtigungstour fehlen. Im Städtchen gibt es diverse Hotels, Backpackers und Bed& Breakfast sowie einige Restaurants.

Wo befindet sich Cooktown genau?

Es befindet sich nördlich von Cairns. Bis im Jahre 2006 war es nur möglich, im 4-Rad Geländewagen über den legendären Bloomfield Track nach Cooktown zu fahren. Seit 2006 ist es einfacher und man kommt auch mit einem normalen Personenwagen entlang, da eine geteerte Strasse im Landesinnern gebaut wurde. Der Bloomfieldtrack selbst ist sehr kurvenreich und führt durch einer der ältesten Regenwälder der Erde, dem Cape Tribulation an der Küste entlang. Auf halbem Weg hoch, fährt man an schwarzen Hügeln vorbei, die zum Blackmountain Nationalpark gehören und vulkanischem Ursprungs sind. Wer seine Augen offen hält, entdeckt vielleicht auch ein vom Aussterben bedrohter Cassowary. Die Fahrt nach Cooktown dauert pro Weg circa vier Stunden und führt zunächst über Port Douglas, durch den Cape Tribulation Nationalpark, über den Daintree River, der die grösste Krokodildichte Australiens aufweist und geht dann in eine ungeteerte Strasse über.

Wann ist die beste Reisezeit?

Das nördliche Queensland befindet sich, klimatisch gesehen, in den Tropen. Das bedeutet, dass in den Wintermonaten von Juni-September angenehme Temperaturen von ca. 25° herrschen. Die restliche Zeit muss mit Temperaturen von 30 Grad Celsius und mehr gerechnet werden, was einen Aufstieg zum Grassy Hill auch schon morgens um sieben beschwerlich macht. Die atemberaubende Aussicht entlohnt für den 40-minütigen schweisstreibenden Fussmarsch. Genug Wasser mitführen ist ein Muss! Es führt auch eine Strasse hoch, jedoch verpasst man dabei einige interessante Hinweisschilder, die nicht direkt an der Strasse liegen.

Wer also ein paar Tage in Cairns verweilt, sollte unbedingt noch etwas Zeit investieren und einen Ausflug nach Cooktown unternehmen.

Es ist möglich, ab Cairns organisierte Touren zu buchen oder ein Geländewagen mieten. Mit einem normalen PW ist es unmöglich, den Bloomfield Track hoch zu fahren und auch nicht erlaubt. Es bleibt einem nichts anderes übrig, als die geteerte Strasse zu nehmen. In der Regenzeit zwischen Dezember und April ist der Bloomfield Track teils für jegliche Fahrzeuge unpassierbar.

Reisebericht als PDF
Autor: blueocean  30.09.2010 |  Beitrag hilfreich? Ja | Nein

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