Bärlauch - Frühlingszeit in Österreichischen Auwäldern
Ein wohlschmeckendes Geschenk der Natur im Frühling ist der Bärlauch. Ganze Wälder duften verlockend nach Knoblauch und locken frühjahrsmüde Ausflügler zum Sammeln an.
Wenn man das Gefühl hat, aus dem Winterschlaf müde, antriebs- und kraftlos zu erwachen, dann ist wieder Zeit für den Bärlauch. Gerade zu dieser Zeit duftet es in Österreich in manchen Auwäldern fast unwiderstehlich nach Knoblauch. Besonders in den Murauen, im Süden der Steiermark rund um Bad Radkersburg, kündigt sich der Frühling mit Knoblauchduft der frischen, grünen Blättchen des Bärlauch an. Die Blätter schießen förmlich aus dem Boden, sobald es auch nur ein wenig nach Frühling ausschaut und nicht mehr eisig kalt ist. In vielen Teilen Österreichs wächst dieses gesunde Grün in Auwäldern oder vorzugsweise in Buchen- oder Laubmischwäldern.
Allium ursinum, wie der lateinische Name des Bärlauch lautet, wird in der Volksmedizin als gesundes Heilkraut gepriesen. Hier trägt er auch in verschiedenen Gegenden unterschiedliche Namen wie wilder Knoblauch oder Knoblauchspinat. Der Bärlauch soll gut für die Gefäße sein, gegen Bluthochdruck, Arteriosklerose und verdauungsanregend wirken. Ja und, wie gesagt, bei Frühjahrsmüdigkeit soll er helfen, entschlackend wirken und einfach die Lebensgeister wieder wecken. Um das alles auszuprobieren kann man im Frühling gut gewaschene Blätter des Bärlauch fein schneiden und auf ein Butterbrot geben, in Aufstriche und Salate mischen. Als Suppe, Risotto und in vielen anderen Variationen begeistert der wilde Knoblauch die Liebhaber dieses geschmackvollen Wildgemüses.
Früher war der Bärlauch eher ein sogenanntes Arme-Leute-Essen. Man konnte in den Wald gehen und sich ein Gratis-Essen pflücken. Seit ein paar Jahren gibt es einen richtigen Bärlauch-Boom. Jedes Gasthaus oder Restaurant, das etwas auf sich hält, bietet seinen Gästen in Bärlauchwochen Bärlauchspezialitäten an. Auwälder sind zur Zeit des Bärlauchaustriebs beliebte Ziele für den Sonntagsausflug. Allerdings soll man beim Selbstpflücken vorsichtig sein und sich vorher genau informieren. Es gibt eine Verwechslungsgefahr mit giftigen Blättern der Maiglöckchen oder der Herbstzeitlose. Wichtig zu wissen ist auch, dass man nur eine Menge für den Hausgebrauch mitnehmen darf und nicht große Säcke voll. Guten Appetit!
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