Barth - Tor zum Darß
Auf dem Weg zum Fischland Darß-Zingst lohnt ein Zwischenstop und ein Stadtrundgang in der kleinen Stadt Barth am barther Bodden.
Barth, 1159 erstmals als slawische provincia Barta erwähnt, erhielt 1255 lübisches Stadtrecht und wurde 1316 Residenzstadt der rügischen und später der pommerschen Herzöge. Obwohl die Stadt immer wieder von Kriegen, Feuer und Pest heimgesucht wurde, war sie stets wirtschaftlich und politisch bedeutend. In der Mitte des 19. Jahrhunderts schaffte es die Stadt immerhin auf den zweiten Platz unter den preußischen Reedereistädten, doch mit der Entwicklung des Dampfschiffes ging es mit Barth bergab. Nun begann man, mit Eisengießerei und Maschinenfabriken zu industrialisieren. Später kam Rüstungsindustrie dazu. Die Stadt wuchs über die mittelalterlichen Grenzen hinaus und blieb doch immer eine Kleinstadt, die als östliches Tor zur Halbinsel Fischland-Darß-Zingst vom Urlauberstrom profitiert.
Das Dammtor aus dem 15. Jahrhundert ist noch der einzig originale Eingang zum alten Kern der Stadt, welche noch den kreisförmigen mittelalterlichen Grundriß hat. Durch die spitzbogige Durchfahrt führt die Dammstraße zum Markt. Über den zweigeschossigen Häusern türmen sich die Giebel der Stadtkirche St. Marien. Das Innere des wuchtigen Backsteinbaus aus dem 13. bis 15. Jahrhundert wurde 1856 nach Plänen F.A. Stülers ganz und gar neugotisch umgebaut. Mittelalterlich ist nur noch die Bronzetaufe aus dem 14. Jahrhundert. In der südlichen Turmhalle sind einige der 6.000 Exemplare der wertvollen Kirchenbibliothek ausgestellt. Berühmtestes Exemplar ist die plattdeutsche Barther Bibel mit 1.616 Seiten und 100 zum Teil farbigen Holzschnitten. Nördlich des Marktes, in der Nähe des Hafens steht an Stelle des herzoglichen Schlosses das 1733 durch den schwedischen König gestiftete Adlige Fräuleinstift, eine dreiflügelige Anlage schlichter eingeschossiger Backsteinbauten.
Die Lange Straße südlich des Marktes ist die Einkaufsstraße im fröhlichen Durcheinander von Giebel- und Traufenhäusern, Fachwerk, Putzfassaden des 18. und 19. Jahrhunderts, Gründerzeitklinker und Baulücken des 20. Jahrhunderts. Die holprigen Seitengassen haben noch mittelalterliches Flair, besonders wenn Regentage sie in kleine Bäche verwandeln. Der runde Fangelturm aus dem 14. Jahrhundert ist der letzte Mauerturm der alten Stadtbefestigung.
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