Boston – The Cradle of Liberty
1630 gegründet nennt sich die Stadt auch gern "Wiege der Freiheit" (Cradle of Liberty). Der ursprüngliche Name war „Trimountain“, weil die erste Siedlung 1630 auf drei Hügeln erbaut wurde, erst später dann Boston.
Bostons Geschichte zeigt sich in seinen Straßen, Parks und Wohnhäusern ebenso wie im Business District, seinen Museen, Konzerthäusern etc.. Wie in allen Städten bestimmt der wirtschaftliche Charakter die Dinge, die die Menschen tun und wie sie leben. Man erkennt deutlich, dass in der Vergangenheit vor allem das Geschäft mit dem Meer das Leben Bostons prägte, während es heute eher Dienstleistungen sind.
Boston liegt auf dem selben Breitengrad Barcelona. Das Bild der Stadt ähnelt eher dem von San Francisco. Beide Städte fallen durch ein - für die USA untypisches - fußgängerfreundliches, dabei sehr europäisches Stadtbild auf. Boston ebenso wie San Francisco fungierten durch ihre Häfen stets als Gateway für Einwanderer aus allen Teilen der Erde. Die ethnische Vielfalt stellte eine wichtige Grundlage für echte Urbanität dar. Deutlich spürbar ist das Gemisch bei Wanderung durch die verschiedenen „neighborhoods“.
Ein wichtiges Ereignis in der Stadtgeschichte war sicherlich die Boston Tea Party, die im Dezember 1773 aus Protest gegen die Teesteuer stattfand. 1776 wurde vom Balkon des Old State House eine der ersten öffentlichen Bekanntmachung der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung verkündet. Dieser symbolträchtige Ort wurde deshalb gewählt, weil hier in den Jahren zuvor die britische Kolonialregierung ihren Sitz hatte. Diese Ereignisse führen auch dazu, dass Boston häufig die „Wiege der Freiheit“ ( The Cradle of Liberty) genannt wird.
Eine Reise nach Boston - Kultur und Geschichte satt
Wen die Reise nach Neu-England und Boston führt, der findet hier vor allem Geschichte und Kultur. Architektonisch besonders interessant sind Bostons Districts Back Bay und Beacon Hill. Rund um die Stadt besticht die Region vor allem durch wunderschöne Landschaften – vor allem im Herbst, im späten Oktober . Wer mehr Zeit hat sollte zudem einen Ausflug nach Cape Code und zur Insel Martha’s Vineyards unternehmen.
Ein guter Ort von Kultur und Geschichte auszuruhen ist sicherlich der Boston Common. Einst Kuhweide, Exerzierplatz und sozialer Treffpunkt ist der Park heute grüne Lunge inmitten der Stadt. Als schlichte Rasenfläche erinnert er noch an die puritanischen Anfänge. Hier beginnt einer der berühmtesten Wanderpfade im Land, der Freedom Trail, der sich auf fast 5 km Länge durch den Stadtkern zieht, aufgereiht wie Perlen sind hier 16 Sehenswürdigkeiten, die in erster Linie aus der Zeit des Unabhängigkeitskampfes stammen.
Der Freedom Trail - Bostons Touristenpfad
Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten sind z.B. das State House in der Beacon St., der Regierungssitz des Bundesstaates. Das Old South Meeting House, das Old State House und die Faneuil Hall sind wichtige Zeitzeugen im Unabhängigkeits- und Freiheitskampf, der im 18. Jahrhundert in Boston stattfand und die Grundlage vieler heutiger Lebensbedingungen schuf. Die historischen Hallengebäuden des Faneuil Hall Marketplace laden heute zum Shoppen, Staunen und Schlemmen ein. Unbedingt ein Ort für eine Mittagspause mit Clam Showder, eine sämige, eintopfartige Muschelsuppe, die aus großen Venusmuscheln zubereitet wird.
Jenseits der Hochhäuser erstrecken sich der Hafen und der älteste Stadtteil von Boston, das North End. In schmalen Gassen findet man hier Geschichte pur: das Paul Revere House, eines der ältesten Gebäude Bostons oder die Old North Church. Aus einem ihrer Turmfenster sollen 1775 zwei Laternen das benachbarte Charlestown vor den heranrückenden Briten gewarnt haben. Allerdings half dies nur bedingt, da die Schlacht von Bunker Hill, kurz darauf mit dem Sieg der Briten über die amerikanische Miliz endete. Die Geschichte davon wird im Bunker Hill Pavillon multimedial erzählt. Hier endet zudem der fünf km lange Freedom Trail.
Wer auf Warteschlangen verzichten möchte und noch ein paar Ermäßigungen auf den regulären Eintritt haben möchte, dem sei der City Pass empfohlen. Erhältlich ist der Pass beim Besuch der ersten Attraktion. Die sechs größten Attraktionen sind Teil des Passes.
Wer sich östlich der Faneuil Hall orientiert, gelangt zum Hafen. Von hier startet der blau gekennzeichnete Pfad (Harbor Walk), der zu den wichtigsten Stationen in der Hafengeschichte Bostons führt. Im Wesentlichen an Bedeutung verloren, wurde der Hafen in den 1980ern neu entdeckt, allerdings von der Landseite. Ein wichtiger Begriff dabei ist der „water-based commerce“. Mit der Bildung der Massachusetts Port Authority im Jahr 1956 begann ein langer Prozess der Hafensanierung. Auf den Kais entstanden zudem Luxushotels und teure Eigentumswohnungen für die „upper class“. Der verlassene Hafen wurde damit zum Edel-Viertel.
Westlich des Public Garden stößt man auf die Back Bay. Hier findet man hübsche kleine Straßen mit den typischen Wohnhäusern. Hier kann man wunderbar shoppen oder in einem der stilvollen Straßencafés der Newbury Street ausruhen. Wer dann noch weitere Kulturhighlights sehen möchte, der sollte die Trinity Church und die Public Library nicht verpassen. Einen Besuch wert ist auf jeden Fall der Hancock Tower, mit 226 Meter höchste Aussichtsetage Neuenglands. Für Kunstinteressierte wichtig ist das Museum of Fine Arts, wo Meister der europäischen Malerei und amerikanische und asiatische Kunst zu sehen sind.
Unterwegs in Boston - das Stadtbild heute
Ein radiales Transportsystem verbindet heute die Innenstadt mit den Außenbezirken. Dabei begann die Bildung des öffentlichen Nahverkehrs mit der clusterhaften Ansiedlung verschiedener Versorgungs- und Dienstleistungseinrichtungen entlang der Eisenbahnlinien bereits zu Beginn bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts. Diese wurden immer stärker ausgeweitet und auch andere Bereiche siedelten sich dort an. Erst das U-Bahn-System machte die radiale Anordnung der Verkehrswege zu einem festen Bestandteil der Stadtlandschaft. Alle Bahnlinien laufen zu Stationen im Zentrum. Herausforderungen für die Zukunft könnte dennoch die Verbindung zwischen den vier Linien sein, die es zu verbessern und auszubauen gilt. Des Weiteren müssen die neuen Bedürfnisse und die verschiedenen Bevölkerungsgruppen berücksichtigt und bedient werden.
Nach einer Phase der Stagnation hat das „neue Boston“ sein Erscheinungsbild aufgefrischt, die Innenstadt wiederbelebt sowie die historische Substanz hergerichtet und hierbei auch die Stadtautobahn abgesenkt. Boston hat lange begonnen, seine Geschichte als wichtige Ressource zu schätzen. Eine schöne und sehenswerte Mischung aus europäischer Kultur und amerikanischem Way of Life.
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