Brügge - das Venedig des Nordens in Belgien an einem Tag erkunden
Brügge liegt in Flandern, Belgien und wird Venedig des Nordens genannt. Wie man viel von dieser schönen Stadt ohne Stress an einem Tag erkunden kann, wird hier beschrieben.
Höhepunkt einer Reise nach Belgien ist der Besuch von Brügge. Diese in Kriegen fast gar nicht zerstörte mittelalterliche Handelsstadt wird wegen der vielen malerischen Grachten auch "Venedig des Nordens" genannt. Der historische Stadtkern ist nicht allzu groß, und so kann man ohne Stress und Hektik alle Highlights zu Fuß an einem Tag erlaufen. Brügge war eine Metropole im Mittelalter. Man könnte sogar den Vergleich mit einer der größten Städte der Welt anstellen: ein Kaufmann aus Brügge galt im Mittelalter so viel wie heute ein Spitzenmanager in New York. Brügge war vom Handel reich geworden, aber nur bis ins 15. Jahrhundert. Dann verlandete der Hafenzugang und der Handel verlagerte sich nach Antwerpen. Die Stadt verarmte und es wurde nicht neu gebaut, weil kein Geld dafür vorhanden war. So blieb die Pracht erhalten, und es ist sicherlich eine der wenigen Städte Europas, in denen bis heute keine Hochhäuser stehen. Das Zentrum von Brügge, dem Venedig des Nordens, ist heute Weltkulturerbe der UNESCO.
Brügge, die "Schöne" in Belgien, kann man an einem Tag erkunden. Man startet die Besichtigung des Venedigs des Nordens am Besten am Infopunkt der Stadt, dem Concertgebouw. Von hier aus geht es zunächst zum Beginenhof und Minnewater. Denkt man sich die tagsüber hier hereinströmenden Touristenmassen einmal weg, hat man das Bild eines beschaulichen mittelalterlichen Lebens vor Augen, das die frommen Frauen im Beginenhof geführt haben. Weiß getünchte Giebelhäuser ergänzen sich sehr gut mit den kleinen Gärten. Das barocke Tor vor der Anlage ist ebenso sehenswert wie die historische Ausstellung über das damalige Leben in einem der Giebelhäuser. Das Minnewater ist der dazugehörige Rest eines alten Hafenbeckens.
Vom Beginenhof geht es nur ein paar hundert Meter weiter zum St. Jansspital aus dem Jahre 1270. Es ist das älteste noch erhaltene Spital Europas, denn noch bis 1976 wurden hier Kranke und Gebrechliche gepflegt. Man kann das Innere besichtigen, besonders die Krankensäle und die alte Apotheke sind sehr sehenswert. Jetzt geht man, im Venedig des Nordens natürlich Grachten überquerend, weiter zur Liebfrauenkirche. 122 Meter ragt die gotische Backsteinkirche in den Himmel von Brügge und stellt damit das höchste Gebäude dieser Stadt in Belgien dar. Im Inneren der Kirche befindet sich ein bedeutendes Gemälde: Michelangelo hat 1503 die Madonna mit Kind aus weißem Marmor gemeißelt.
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Fast gegenüber von der Liebfrauenkirche gibt es zwei Museen. Das Gruuthusemuseum ist voll mit Einrichtungsgegenständen einer der reichsten Kaufmannsfamilien, selbst die gotische Küche ist vollständig erhalten. Das Groeningemuseum dagegen widmet sich der Malerei des 15. Jahrhundert, der Blütezeit der sogenannten Brügger Schule. Jan van Eyck und Hyronimus Bosch seien hier stellvertretend genannt. Der Stil nennt sich Flämische Tafelmalerei und ist weltberühmt. Jetzt geht man zweihundert Meter, wieder Grachten überquerend und an den Ausdruck "Venedig des Nordens" erinnert, zur St. Salvator Kathedrale. Auch hier birgt das Innere Schätze der Flämischen Malerei. Brügge ist diesbezüglich sicherlich das Zentrum in Belgien.
Wer Brügge, das Venedig des Nordens in Belgien an einem Tag erkunden möchte, schließt die Besichtigungstour an den Höhepunkten der Stadt ab: dem Groten Markt und gleich nebenan dem Burgplatz. Am Groten Markt befindet sich die sogenannte Tuch- oder Lakenhalle, wo die Kaufleute ihre Schätze aufbewahrten. Die sehr große Halle ist mit Spitzbogenfenstern und Zinnen reichlich verziert. Der Bau hat 500 Jahre gedauert. In der Mitte der Fassade befindet sich der große Belfried mit einem achteckigen Obergeschoss. Hier kann man über 350 Stufen bis zum Glockenspiel hinaufgehen, wo sich ein herrlicher Blick über die fein verzierten Gildehäuser am Groten Markt bietet.
Das Gegenstück zum Groten Markt in Brügge ist der Burgplatz mit einem kleinen, aber feinen Rathaus von 1420. Das Gebäude ist filigran ausgestattet, mit kleinen Türmchen und sehr fein gemeißelter Fassade mit vielen kleinen Figuren. Hier lohnt sich eine Innenbesichtigung. Vor allem der Schöffensaal imponiert. Neben dem Rathaus befindet sich die ebenfalls zierlich wirkende Staatskanzlei mit schönen Giebeln. Weitere schöne Bauwerke am Burgplatz sind der Palast der freien Bürger von Brügge mit ebenfalls sehenswertem Schöffensaal aus Eichenholz und Alabaster sowie die Heiligblutbasilika mit einer Phiole, die einige Tropfen des Blutes von Jesus Christus enthalten soll. Hier endet auch die Erkundung von Brügge, das Venedig des Nordens in Belgien. Wie man sieht, kann man durch die kleinen Wege wirklich ohne Stress alle Highlights an einem Tag besichtigen.
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