Bulgarien - Östliches Flair
Bulgarien als eines der kleinsten Länder Europas besitzt ein besonderes Flair. Osteuropäische Kulturen und Bräuche prägen das Land genau wie seine Speisen und Getränke.
Das Land im Osten Europas hat eine sehr geschichtsträchtige Vergangenheit. Zum einen herrschten die Türken, die viele Moscheen erbauen ließen und sich im gesamten Staat breit machten. Ebenso wie die Griechen, die die orthodoxe Religion einführten und Kirchen erbauen ließen. Allen voran waren die Thrakier, die dem Land ihren eigentliche Charme gaben. Viele Sitten und Bräuche wurden durch diesen Bevölkerungsstamm erfunden und ziehen sich bis ins heutige Jahrhundert. Ein ganze besonderer Brauch, den es heute nur noch in Bulgarien gibt, ist der Feuertanz. Er wurde noch vor Christi erfunden und zog sich von der Türkei über Griechenland bis nach Bulgarien ins Strandzha Gebirge. Früher war er ein Ritual zum Vertreiben der bösen Geister und um den Sommer zu begrüßen. Man wünschte sich während dem Tanz Segen, Gesundheit und Erfolg während des ganzen Jahres, ebenso eine fruchtbare Ernte.
Heute ist es eine Touristenattraktion, die viele tausend Menschen jährlich begeistert. In der Hochsaison fahren viele Busse täglich zu den kleinen Dörfern ins Hinterland. Hier sieht man das ursprüngliche Leben und den Alltag der Einwohner. In einem kleinen Restaurant finden zusammen mit buntem Programm und reichlichem Abendessen die Feuertänze statt. Zubereitet wird das Nationalgericht, welches in den Farben der Flagge serviert wird, der Schopska-Salat, bestehend aus Gurke, Tomate und Schafskäse - Grün, Rot und Weiß, in den Nationalfarben. Dazu trinkt man einen kräftigen Rhaki, den Schnaps der Bulgaren. Nebenbei schaut man dem Unterhaltungsprogramm zu. Wenn es dämmert geht ein älterer Bürger zum Feuer und vollführt seinen Tanz. Mit dem Heiligenbild in der Hand, auf dem die beiden Schutzpatrone des Landes abgebildet sind, Konstantin und Elena, schreitet er mit nackten Sohlen über glühende Kohlen. Heute wird meist ein Tourist dazu aufgefordert, sich von dem Feuertänzer über die Kohlen tragen zu lassen, früher wurden kranke und behinderte Menschen dort gesegnet und auf Besserung gehofft.
Auf dem Heiligenbild von Konstantin und Elena ruht eine Legende. Diese Geschichte spielte im Dorf Balgari, in welches die Türken einfielen und es niederbrannten. Eine alte Frau sah, dass die Kapelle brannte und rannte barfuß hinein um das Bild der beiden Schutzheiligen zu retten. Sie kam unversehrt wieder heraus, gehend und schwankend auf den glühenden Kohlen, als ob sie in Trance gefallen wäre. Im Mittelalter hat man den Feuertanz verpönt und als Ketzerei hingestellt.
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Im Laufe der späteren Jahrhunderte jedoch, führte man die Tänze wieder ein. Der Aberglaube sagt den Bulgaren, dass sich alles bessern wird, wenn man einen Feuertanz aufführt. Um genau zu sein muss ein Tänzer, der so etwas tut, etwas Besonderes und mit Gott verbunden sein. In den Restaurants und Lokalen tanzen nicht nur die Männer über das Feuer, immer öfters sieht man das auch bei Frauen, die sich vor Gott beweisen wollen. Und wenn man richtig hinschaut, merkt man, dass sie sich nicht verbrennen.
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