Bulungula Lodge: Xhosas, Umweltschutz und Kulturenaustausch

Eine andere Art von Tourismus, die Nachhaltigkeit, Integration und Verständigung fördert, damit kleine Paradiese solche bleiben können.

Eigentlich ist es ein Geheimtipp, etwas Spezielles, Unkonventionelles. Ein kleines, ökologisches Paradies in den Farben Türkis (die runden Häuser), hellgelb (der einsame, weite Strand), leuchtend Grün (die Wiesenhügel an der Wild Coast) und kunterbunt (der Mix der Kulturen: einheimische Xhosa und Backpacker aus aller Welt) ist die ,,Bulungula Lodge’’ nahe Coffee Bay in Südafrika.

Das Besondere an diesem beschaulichen Hostel ist sein Konzept eines Beispiels für nachhaltigen Tourismus, der sowohl den Schutz der Umwelt, als auch die Respektierung der lokalen Bevölkerung groß schreibt. Mit Solaranlagen, Komposttoiletten und einer ganz raffinierten Erfindung für warmes Duschwasser, die jeder einmal kennen lernen sollte, wird die Umwelt geschont. Dem anliegenden Nqileni Dorf gehören 40% des Hostels. Mit verschiedenen Angeboten ergibt sich ein lebhafter Kontakt zwischen den Xhosas und den Weltenbummlern. Verschiedene Touren werden angeboten, bei denen die Besucher einen Einblick in das alltägliche Leben der Menschen im Dorf bekommen können.

Beispielsweise gibt es die Möglichkeit, einen Vormittag mit den Frauen und ihrer Hausarbeit zu verbringen. Feuerholz sammeln, Wasser holen und auf dem Kopf tragen und traditionelle Gerichte zubereiten, sind ohne Zweifel eine Horizonterweiterung für jeden Besucher. Dabei kommen Familienmitglieder gerne hinzu und es ergeben sich interessante Gespräche, gastfreundlich zeigen sie Haus, Hof und Garten. Eine andere Führung ermöglicht es einem, einen traditionellen Kräuterheiler in den Wald zu begleiten und sich von ihm allerlei Wissenswertes über die Pflanzen und ihre medizinische Verwendung berichten zu lassen. Andere Aktivitäten, die von der Bulungula Lodge regelmäßig angeboten werden, sind Kanutouren auf dem nahe liegenden Fluss oder eine Dorfführung, bei der zum Beispiel die Schule, die traditionelle Kneipe „sheebeen“ oder ein kleines Lebensmittelgeschäft besucht werden.

Und dann, natürlich auf keinen Fall zu vergessen, gibt es noch den weiten, einsamen Traumstrand direkt vor der Tür. Das Meer an der Wild Coast, die ihren Namen nicht zufällig bekommen hat, kann gefährlich sein, das sollte man beachten. Doch selbst nur Muscheln sammeln, Dünen bestaunen und das Leben in vollen Zügen genießen reicht schon aus.

Neben einem kleinen Restaurant mit sehr gelungenen Pfannkuchen, bietet die Bulungula Lodge traditionelle Xhosa-Gerichte für seine Gäste an, die auf jeden Fall sehr empfehlenswert sind. Abends am Lagerfeuer gibt es stets die Möglichkeit die Kunst des Trommelns zu erlernen oder einfach nur den Reiseerlebnissen der anderen Backpacker zu lauschen.

Aber wie kommt man hin in dieses kleine Paradies?

Am einfachsten ist es wohl das Shuttle von Mthatha zu nehmen, welches Backpacker jeden Tag an einer Tankstelle, an der die Reisebusse halten, abholt. Wichtig ist nur, es vorher zu buchen. Eine fahrt kostet 65 Rand. Mit lokalen Transportmitteln zum Backpacker zu kommen ist hingegen eine wirkliche Herausforderung, da es so abgelegen liegt. Wem es dennoch gelingt, der braucht die erste Nacht nicht zu bezahlen. Und wenn man erst einmal da ist, will man gar nicht mehr weg aus dieser ganz besonderen Atmosphäre, für die man auf jeden Fall etwas Zeit mitbringen muss, um sich richtig auf sie einzulassen.

Die Unterstützung von Projekten in der anliegenden Dorfgemeinschaft, die Integration der lokalen Bevölkerung in den Tourismus und das schonende, respektvolle und nachhaltige Konzept der Bulungula Lodge verschaffte ihr verdientermaßen eine Auszeichnung für Fair Trade Tourismus. Wer hinreist, sollte selbst einen Beitrag leisten wollen. Behutsam und reflektiert sein. Und sich inspirieren lassen. Am rauschenden indischen Ozean, bei Trommeln am Lagerfeuer oder in der Dunkelheit ohne elektrische Lichtverschmutzung. Damit, ganz wichtig, Bulungula nichts von seinem weitgehend unberührten Charme verliert.

Reisebericht als PDF
Autor: nordur  27.05.2010 |  Beitrag hilfreich? Ja | Nein

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