Curtius Schulten - Auf den Spuren eines Malers in Blankenheim
Die verzauberte Seele der Eifel sind die Bilder von Curtius Schulten. Auf den Spuren eines Malers in Blankenheim blickt man tief in das romantische Land und begegnet dem mittelalterlichen Städtchen auf Schritt und Tritt
Curtius Schulten und Blankenheim an der Ahr, dies sind zwei Namen, die untrennbar miteinander verbunden sind. Der Liebe zu einer Landschaft, zur Eifel, entwächst die Liebe zu Blankenheim. Curtius Schulten wird 1893 in Elberfeld geboren, doch zeitlebens zieht es ihn in die kleine Stadt an der Ahrquelle, Besuche bei Verwandten rücken Blankenheim mehr und mehr in sein Bewusstsein. Bereits mit 20 Jahren eröffnet der Maler sein erstes Atelier in der Burgstadt. 1918, der erste Weltkrieg ist zu Ende, wird Blankenheim Sommerwohnsitz von Curtius Schulten. Die Liebe des Malers zur Eifel ist der maßgebliche Auslöser. Raue Berghöhen und liebliche Täler, ebenso raue und kantige Eifler Bauern, weicher Kern unter harter Schale, das sind die Themen seiner Bilder. Gesichter malt Schulten, die das Leben schreibt, voller Leben, voller Erfahrung, aussagekräftiger als Photografien es je können. Wälder, Bäume, Eifelhöhen und Wasser, das ist, was diesen Gesichtern einen Rahmen gibt. Die Landschaft, in die auch Blankenheim eingebettet liegt.
Die Quelle der Ahr entspringt in Blankenheim. Über der Stadt thront die wiedererrichtete Burg derer von Manderscheid-Blankenheim auf einem Bergsporn. Zu ihren Füßen liegt der Ort, dessen Wurzeln ebenso wie die der Burg auf das 12. Jahrhundert zurückgehen. Mittelalterliche Gassen mit uralten Häusern prägen den Stadtkern. Schmucke Fachwerkhäuser zieren die verwinkelten Wege und aus Bruchstein gemauerte Bauten, wie das Hirtentor, das einst Teil der Stadtbefestigung war. Die Tradition ist tief verwurzelt an der Quelle der Ahr. Jahrhunderte alte Bräuche lassen sich zurückverfolgen und werden lebendig gehalten. Wenn die 'Jecke Böhnchen' ausschwärmen und der Schlachtruf ertönt mit 'Juh-Jah', und 'Kribbel en der Botz', dann weiß in der Eifel ein Jeder, dass Karneval angesagt ist in Blankenheim. Natürlich ist dies alles auch geprägt von Sakralem. Die Verehrung des Heiligen Georg und seiner Reliquien in der um 1500 erbauten spätgotischen Pfarrkirche betont das Leben in Blankenheim nachhaltig. Oberhalb der Kirche steht das altehrwürdige Pfarrhaus und gleich in seiner Nähe das heute liebevoll renovierte Haus, in dem meine Vorfahren lebten. Schon immer verläuft von Köln nach Trier eine der Hauptverbindungsstraßen über Blankenheim. Das steigert die Bedeutung der Stadt.
Dies alles beeindruckt sicher auch den jungen Curtius Schulten. Zeitweise wird Blankenheim zu seinem Hauptwohnsitz, so viele Auftragsarbeiten bekommt er in der Eifel. Es bedeutet etwas, von Curtius Schulten porträtiert zu werden. Oft tagelang nimmt sich der Maler Zeit, seine Auftraggeber, ihre Mimik, ihr Inneres kennen zu lernen, bevor er auch nur einen Pinselstrich tut. So fasst er auch meinen Urgroßvater ins Auge, bevor dieser ihm zu Porträt sitzt. Beim Malen sucht er das Gespräch, ist locker, der Schalk blitzt aus seinen Augen, wenn er erzählt und so die stundenlange Warterei des Objekts so verkürzt. Die Werke Schultens danken es ihm, ihre Ausdruckskraft ist unübertroffen, seine Bilder strahlen Leben aus.
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Nach wie vor zählt Curtius Schulten zu den besten Eifelmalern überhaupt. Zahlreiche Ausstellungen zeugen aber auch davon, dass der Künstler weit über die Eifel hinausblickt. Ölbilder Pastelle, Aquarelle und Zeichnungen beschreiben nachdrücklich seine Reisen nach Island, Norwegen, Griechenland, Teneriffa und vielen mehr. Damit ist Curtius Schulten weit mehr als ein Eifelmaler. Aber er ist ein Eifelmaler, sein Schaffen trägt namhaft dazu bei, dass aus dem, was man einst als 'Preußisch-Sibirien' bezeichnete, eine aufstrebende touristische Region wird. Er sorgt mit seinem Schaffen mit dafür, dass aus armen Hinterwäldlern, wie sie der Volksmund nannte, angesehene Mitmenschen werden. Wenn ich aber in die Augen meines Urgroßvaters sehe, dann ist dort noch viel mehr, in diesen gemalten Augen hat Curtius Schulten die Seele eingefangen. Vielleicht kann nur ich dies sehen, ich weiß es nicht, möglich, dass anderen Menschen die Verbundenheit fehlt, die ich damit fühle. Doch eines ist sicher, aus den vielen anderen Werken dieses Künstlers spricht ebenso Seele, die der Eifel, die Seele Blankenheims, das er innigst geliebt und gegen alle Anfeindungen nach außen vertreten und verteidigt hat.
Dem Besucher Blankenheims kann man nur mit auf den Weg geben, die Seele der kleinen Stadt zu suchen, vielleicht auf den Spuren von Curtius Schulten. Oft genug finden Ausstellungen seiner Werke statt, unter Beteiligung oder organisiert von seinem Sohn Marius Schulten, der seinem Vater ein ehrenwertes Andenken bewahrt. Blankenheim hat neben dem Erwähnten viel Sehenswertes zu bieten. Da ist der Tiergartentunnel; eine Einmaligkeit ist diese wieder entdeckte mittelalterliche Wasserleitung, die der Versorgung der Burg diente. Da ist auch das Karnevalsmuseum im Georgstor, das die alten und immer noch gepflegten Bräuche heraufbeschwört oder das Eifelmuseum, das das Leben vor über 100 Jahren lebendig werden lässt. Es liegt gleich in der Nähe der Ahrquelle. Mit dem Curtius-Schulten-Platz hat man dort dem Künstler ein Andenken gesetzt. Ein paar Schritte weiter findet man auch das Bistro Landlust. Da muss man einfach einkehren, das ist so knuffig und originell eingerichtet und der Flammkuchen schmeckt einfach super. Wer dort hingeht, der muss aber auch schöne Grüße an Ute, die Wirtin, ausrichten. Grüße von dem, dessen Urgroßvater einst die uralte Werkbank gehörte, die so dekorativ an der Rückwand des Gastraumes steht.
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