Dänische Designer
Dänische Designer tragen viel zur dänischen Kunsthandwerkszene bei und begeistern mit ihren individuellen Kreationen nicht nur die Einheimischen.
Wer sich genau über dänische Designer informieren möchte, kann einen erlebnisreichen Ausflug auf der Kopenhagener Flaniermeile Bredgade unternehmen. Zusammen mit dem benachbarten Kunstindustriemuseum bildet sie das Design-Zentrum des Landes. Die ständige Ausstellung des Museums verweist vor allem auf die Größen der dänischen Designer, die während des 20. Jahrhunderts eine nachhaltig funktionale Gestaltungskultur formten, für die Dänemark heute noch bekannt ist. Im Bereich des Möbeldesigns tritt vor allem Hans Wegner in den Vordergrund. Seine Stühle entwickelten schon in der Fernsehdebatte zwischen John F. Kennedy und Richard Nixon eine wortwörtlich tragende Rolle. Aber auch Arne Jakobsens Ameisenstuhl erfreut sich ähnlich weitreichender Beliebtheit. Wer über dänische Designer spricht, sollte deren Porzellanarbeiten keinesfalls unerwähnt lassen. „Royal Copenhagen“ stellt einen Gestaltungsklassiker dar. Im Museum der Kopenhagener Porzellanfabrik können darüber hinaus Anfängerkurse belegt werden, um die typische Blaumalerei mit ihren floralen Motiven einmal selbst zu erproben. Ursula Munch-Petersen ist ihrerseits die bekannteste Tochter der Manufaktur. Dänische Designer stehen auch für eine funktionale Produktgestaltung und sind weiterhin ein Garant für langlebige Marken. Mit dem Namen Georg Jensen verbanden die Dänen zu Anfang des 20. Jahrhunderts noch hochwertige Juwelierarbeiten. Nach und nach spezialisierte sich Georg Jensen jedoch auf den Werkstoff Silber, dessen Gestaltung und den Vertrieb fremder Designprodukte. Sigvard Bernadotte, Dan Christensen, Arne Jacobsen, Finn Juhl, Erik Magnussen und Henning Koppel arbeiteten auch noch unter der Leitung seines Sohnes Jørgen Jensen für das Unternehmen. Während der 1960er und 70er wurde die Produktpalette um Armbanduhren erweitert. Die Entwürfe von Nanna Ditzel und Vivianna Bülow-Hübe prägten Dänemark in dieser Periode. Erik Magnussen entwarf darüber hinaus für die Firma Stelton A/S. Die Thermoskanne „Stelton termokande“ entstammt den 1970er Jahren und ist immer noch ein Synonym für sein geradliniges und funktionales Design. Die Firma Nilfisk steht hingegen auch in Dänemark für qualitativ hochwertige Reinigungsgeräte. Sogar die NASA zählt zu deren Kunden. Das international bekannte Label Bang und Olufsen (B&O) bekam 2007 sogar eine eigene Abteilung im Struer Museum. Dänische Designer sind sogar auf dem Gelände des Tivoli vertreten. 1949 entwarf Poul Henningsen, der Vorreiter des dänischen Funktionalismus, Schirmlampen, die bis heute den Vergnügungspark hell erleuchten. Weitere, allerdings architektonische, Klassiker des dänischen Funktionalismus sind darüber hinaus das SAS Royal Hotel, das aufgrund seiner damalig hochmodernen Fassade den Beinamen „Lochkarte“ bekam, sowie das Rathaus von Århus. Damals als hässlich verschrien, steht das Rathaus heute, samt Interieur von Hans Wegner, unter Denkmalschutz. Im SAS Royal Hotel, blieb nur das Zimmer 606 unverändert.
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