Das Death Valley- der einstige Schrecken der Pioniere

Das Death Valley, der einstige Schrecken der Pioniere hat heute seine Gefährlichkeit weitgehenst verloren. Asphaltierte Straßen und klimatisierte Lounges ermöglichen einen angenehmen Auftenthalt mit tollen Eindrücken.

Vom Aussichtspunkt Dante´s View hat man tollen Blick auf den Salzsee im Death Valley.

Wer heute das Death Valley, den einstigen Schrecken der Pioniere besucht, kann nur mehr die Gefahren erahnen, mit welchen die einstigen Abenteurer zu kämpfen hatten. In unserer technisch fortgeschrittenen Welt mit befestigten Straßen, Fahrzeugen und Hotels mit Klimaanlagen hat sich die Gefährlichkeit eines Besuches des Todestals relativiert. Doch auch in unserer zivilisierten Gesellschaft gilt es, einige Grundregeln der Natur zu beachten. Speziell in den Sommermonaten muss man mit sehr hohen Temperaturen bis zu 50°C im Death Valley rechnen. Auch im Frühjahr und in den Herbstmonaten lauern Gefahren, wie sintflutartige Regenfälle. Sie können sehr schnell die Straße unterspülen und ein Weiterkommen unmöglich machen.

Death Valley und sein Namen

Das Death Valley, der einstige Schrecken der Pioniere, erhielt seinen Namen durch eine Gruppe von 100 Abenteurern, die im Jahre 1849 eine Abkürzung zu den kalifornischen Goldfeldern suchten. Dabei verloren sie jedoch die Orientierung und mussten wochenlang unter härtesten Bedingungen ausharren, bis sie die erlösende Passage durch die Salzebene und Berge gefunden hatten. Nach dem die glücklich Geretteten das Tal verlassen hatten, nannten sie es Tal des Todes. Denn bei diesem Irrweg durch das Tal fand einer der Mitreisenden den Tod.

Extreme Hitze

Doch nicht das schwer überwindbare Gelände mit seinen schroffen Felsenformationen, Dünen und endlosen Verfrachtungen des Salzes hat den Pionieren zugesetzt, sondern die unbarmherzige Hitze. In keiner anderen Gegend herrschen solche extremen Temperaturen, wie hier im Death Valley, dem einstigen Schrecken der Pioniere. Speziell in den Sommermonaten steigen die Temperaturen häufig über 45°C. Der Hitzerekord liegt bei 56,7 °C , aufgestellt am 10. Juli 1913. Da erreichen selbst am Boden die Temperaturen schon mal Werte von 93°C!!! Solche extremen Temperaturen sind für Auto- und Klimaanlagen- Hersteller eine große Herausforderung. Somit ist es empfehlenswert, das Death Valley in den Winter- bzw. Übergangsmonaten zu besuchen, wenn keine große Hitze herrscht. Bei den Amerikanern sind die Monate von Februar bis April besonders als Besuchsmonate, des 13.628 km² großen und 1994 zum Nationalpark ernannten Tales, beliebt.

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Pflanzen und Tiere

Obwohl hier im Tal extreme Temperaturen vorherrschen, leben hier 400 verschiedene Tierarten, wie z.B. Rotluchse, Kojoten Eidechsen, Kängururatten. Auch die Pflanzenwelt steht mit 1.000 Arten der Tierwelt nicht nach; sie besitzen Schutzmechanismen zum Überleben gegen die große Hitze. So zum Beispiel haben einige Pflanzen mit 18 Meter tiefen Pfahlwurzeln oder weitauslaufende Wurzelsysteme, die jede geringste Menge an Wasser aufsaugen. Speziell in den Winter- und Frühjahrsmonaten verwandelt sich das Tal in eine üppig blühende Landschaft mit viel Vegetation.

Sehenswertes

Von Las Vegas kommend, führt der Highway mit der Nummer 95 durch trockene, kahle und steinige Landschaft bis zur Abzweigung nach Death Valley Junction. Von hier aus folgt man der Straße mit der Nummer 190 bis man die Grenze des Death Valley Nationalparks erreicht. An einer unbesetzten Zahlstelle mit einem Ticketautomaten sollte man sein Ticket kaufen. Für einen PKW mit Insassen zahlt man 20 Dollar, wobei der Pass dann sieben Tage gilt. Man kann mit dem gelösten Pass, den Nationalpark innerhalb dieser Dauer, so oft man will verlassen und wieder zurückkehren.

Dante´s View

Wenige Kilometer nach der Zahlstelle teilt sich die Straße, wobei die linke hinauf zum Aussichtspunkt Dante´s View führt. Nach 13 Kilometer endet die immer enger werdende Straße mit ihren vielen Kurven auf dem in 1669m gelegen Aussichts- punkt. Von hier hat man einen einmaligen und unglaublich beeindruckenden Ausblick auf das Death Valley, dem einstigen Schrecken der Pioniere. Tief unten im Tal erstreckt sich der Salzsee als eine weiße Zunge, eingebettet zwischen den beiden, in unterschiedlichsten Farbschattierungen gestalteten Gebirgszügen der Panamit und Aragosa Range. Wer das Death Valley besucht, sollte auf diesen unbeschreiblichen Ausblick von Dante´s View nicht verzichten.

Zabirskie Point

Zurück auf dem Highway 190 erwartet den Besucher nach wenigen Kilometern schon das nächste Highlight des Tales, der Zabriskie Point. Er gilt als einer der schönsten Aussichtspunkte des Tals, wo speziell bei Sonnenauf- und Untergang ein prächtigste Farbenspiel der zerfurchten Felsen und in Falten gelegten Lehmablagerungen stattfindet. Es lohnt sich bei Schönwetter zeitig in der Früh aufzustehen, um dem tollen Naturschauspiel aus Schatten und Licht beizuwohnen. Benannt wurde der Aussichtspunkt zu Beginn des 20. Jahrhunderts nach dem Vizepräsidenten Christian Brevoort Zabriskie der Pacific Coast Borax Company, die hier in dem Gebiet mit dem Abbau von Borax beschäftigt war.

Badwater

Die wohl meist besuchteste und für viele Touristen interessanteste Sehenswürdigkeit des Death Valley ist Badwater. Hier befindet sich mit 86 Meter unter dem Meeresspiegel der tiefste Punkt der westlichen Hemisphäre. Von dem großen Parkplatz kann man über einen Holzsteg, bequem auf den riesigen Salzsee gelangen. Der Name Badwater kommt von den vielen kleinen ständigen Pfützen und Wasserstellen, wo das sich Wasser ansammelt und brackig wird. Der Salzsee entstand vor 3.000 Jahren, als der ehemals 200 Meter tiefe See austrocknete und nur mehr die Überreste als Salzpfanne übrig blieb.

Natural Bridge und Devil´s Golf Course

Ein paar Kilometer zurück der Straße zweigen im Abstand von wenigen Hundert Metern zwei Stichstraßen ab. Die erste ist unbefestigt und führt stetig ansteigend auf ein an der Amargosa Range liegendes Plateau, von wo ein ausgetretener halbstündiger Fußweg durch die in einer Schlucht liegende Schotterlandschaft zur Natural Bridge beginnt. Dies ist heute das ausgetrocknete Bett eines jener Flüsse, die den damaligen existierenden See mit Wasser versorgten. Die Natural Bridge ist ein von Wind und Wetter ausgehöhlter Bogen aus Stein. Die zweite Stichstraße zweigt in Richtung des Salzsees ab und führt zu einer Stelle, die man Devil´s Golf Course nennt. Den Namen gaben dem Ort die Park Ranger, da hier die Salzschichten hier besonders stark aufgeworfen sind. Man kann den Salzsee auch an dieser Stelle betreten, benötigt aber festes Schuhwerk.

Furnace Creek

Inmitten von einem Palmenhain bei der Kreuzung der Highways 190 und 374 liegt in Furnace Creek das Besucherzentrum und Verwaltung des Death Valley. Hier befindet sich auch eine der wenigen Übernachtungsmöglichkeiten, die Furnace Creek Ranch und das Inn. Das Inn bietet 66 komfortabel ausgestattete klimatisierte Nichtraucherzimmer zum Preis ab 305 Euro aufwärts an. Günstiger dagegen ist die Ranch mit 224 Zimmer in Form von klimatisierten Pavillons mit Vollausstattung. Zusätzlich bietet die ehemalige Ranch ein Schwimmbecken im Freien mit Thermalwasser, Tennisplätze, Steakhouse, Coffeeshop, Supermarkt und den tiefst gelegenen Golfplatz der Welt. Gleich anschließend besteht die Möglichkeit, bei der einzigen Tankstelle in der ganzen Gegend zu tanken.

Östlich der kleinen Siedlung von Furnace Creek kann man die alten Ruinen der alten Fabrikanlage der Harmony Borax Works besichtigen. In den 1880er Jahren produziertze die Gesellschaft hier aus den kristallinen Ablagerungen Borax. Es wurde bei der Herstellung von Keramikglasuren, Desinfektionsmittel und beim Löten und Schweißen verwendet. Der Betrieb stellte in den 1890er Jahren aus Kostengründen schon bald die Produktion wieder ein. Das gewonnene Borax musste mit Mulikarren, die maximal 33 Tonnen aufnehmen konnten, zur nächst gelegenen Bahnverladestelle transportiert werden. Diese lag jedoch 180 Meilen entfernt, wodurch der Transport zehn Tage dauerte und sich dadurch nicht rechnete. Heute sind nur mehr die Überreste der verfallenen Fabrikanlage und ein nachgebautes Karrengespann zu sehen.

Stovepipe Wells Village

Folgt man dem Highway 190 weiter in östlicher Richtung, erreicht man die zweite Siedlung im Death Valley, dem einstigen Schrecken der Pioniere. Die als Stovepipe Wells Village bekannte Ansiedlung bietet, so wie die Ortschaft Furnace Creek, ein Motel mit 83 klimatisieren Zimmern, ein Restaurant, Swimmingpool, einen Souvenirladen, Tankstelle und Abstellplätze für Wohnmobile an. Wer mit seinem eigenen Flugzeug anreist, kann auf der hier angelegten Piste landen.

Gleich hinter dem Stovepipe Wells Village erheben sich auf 40 km² Sanddünen, die als Mesquite Flats bekannt sind. Sie bestehen aus Flugsand, dessen Quarz- und Feldspatkörnchen aus den westlich gelegenen Cottonwood Mountains stammen. Dünenwanderungen können unternommen werden, jedoch gibt es keine befestigten oder markierten Wege. Aufgrund der am Tage zu erwartenden großen Hitze ist es empfehlenswert, die Dünenwanderungen Frühmorgens oder kurz vor Sonnenuntergang zu unternehmen.

Reisebericht als PDF
Autor: miguel060804  11.01.2011 |  Beitrag hilfreich? Ja | Nein

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