Das jährliche Boat Race Oxford – Cambridge auf der Themse
Bei einem Kurztrip zum Osterwochenende nach London lohnt sich ein Abstecher am Samstagnachmittag an die Themse Richtung Oxford. Dort findet das 'Boat Race', die legendäre Ruderregatta Oxford - Cambridge statt
Eine gute Möglichkeit für einen Kurzurlaub auf der britischen Insel ist das Osterwochenende. Nichts liegt dann näher als ein Trip nach London. Sei es mit dem Flugzeug oder mit dem Eurostar durch den Kanal. Bei einer Ankunft im Laufe des Gründonnerstag und der Rückfahrt am Ostermontag verbleiben somit drei volle Tage am Ort, um vieles Sehenswertes zu genießen. Dazu könnte oder sollte auch das ‚Boat Race‘ gehören, weltweit bekannt unter der Kurzfassung ‚Oxford – Cambridge‘. Gemeine ist die traditionelle Regatta zwischen den beiden Universitäten in Oxford und in Cambridge. Dazu ist allerdings ein Nachmittagsausflug aus der Hauptstadt heraus erforderlich, etwa 80 Meilen entlang der Themse in Richtung Oxford. Um exakt halb fünf Ortszeit startet am Ostersamstag das legendäre Ruderduell zwischen den beiden Rivalen aus Oxford und Cambridge, ‚The Boat Race‘.
Beide Universitäten haben weltweit einen erstklassigen Ruf als Eliteschulen. Cambridge University wurde Anfang des 13. Jahrhunderts gegründet und auch deswegen gleichzeitig so bekannt, weil sowohl Dozenten als auch Studenten die Oxford University verließen und in Cambridge eine neue Studienstätte gründeten. Das ist einer der Gründe für die seitdem bestehende ewige Rivalität, und zwar sowohl zwischen den beiden Universitäten als auch zwischen den Städten selbst. Oxford zählt reichlich 150.000 Einwohner, Cambridge knapp 30.000 weniger. In beiden Städten leben jeweils mehrere tausend Studenten aus aller Welt, um hier das Rüstzeug für die zukünftige berufliche Karriere zu erwerben, inklusive der ersten Meriten.
Aber nun zu ‚Oxford – Cambridge‘, das nicht nur ein simples Ruderduell ist. Das Rennen selbst dauert durchschnittlich etwa 20 Minuten. Es ist der sportliche Höhepunkt für die beiden teilnehmenden Mannschaften, und natürlich besonders für das Siegerteam. Am Renntag, also am Ostersamstag, ist traditionell ein Volksfest an der Themse angesagt. Einige hunderttausend Zuschauer, Besucher und Gäste kommen hierher, um sich zu treffen, sich zu vergnügen und gemeinsam zu feiern. Insbesondere natürlich den Sieger von Oxford – Cambridge. Der Weg für die einzelnen Sportler hinein in das Blue Boat beim ‚Boat Race‘ ist lang, hart und auch entbehrungsreich.
Da gibt es zunächst einen so genannten erweiterten Kader, also eine deutlich größere Zahl an Ruderern. Grundvoraussetzung ist, an der jeweiligen Universität als Student eingeschrieben zu sein. Und hier kann bei national oder weltweit bekannten Sportlern schon mal das erste Tauziehen zwischen Oxford und Cambridge stattfinden. Zu wem kommt er, zu wem geht er, wie entscheidet er sich, wer kann ihm was bieten? Es ist auch schon vorgekommen und wird immer wieder so sein, dass der eine oder andere Weltklassesportler sozusagen rekrutiert, sprich angeworben wird. Das sind dann meistens Titelträger bei nationalen oder internationalen Meisterschaften und Wettkämpfen, die in England studieren.
Nach dem Sommertraining folgt ab September bis in das Frühjahr das Wintertraining. Hier wird selektiert, ausgetauscht, geprobt, so wie in einer vielköpfigen Mannschaft eben üblich. Anfang März wird es dann ernst. In einem Ausscheidungsrennen zweier Boote ermittelt jede der beiden Universitäten die Ruderer, die dem endgültigen Kader angehören. Die anderen Sportler werden dem so genannten Reserveboot zugeordnet. Das Blue Boat ist in beiden Fällen das Wettkampfboot, und Isis heißt das zweite Oxford-Boot, Goldi das des Konkurrenten aus Cambridge. Die Rennstrecke ist genau 6.779 Meter lang. Sie wurde im Jahre 1829 erstmals festgelegt und seitdem nicht verändert. Sie führt grob gesehen, von der Putney Bridge zur Chiswick Bridge. In diesem Bereich ist die Themse von der Nordsee-Tiede direkt beeinflusst.
Gestartet wird bei Flut, und das Rennen findet mit der Strömung statt. Im Vorlauf treten die beiden Reserveboote gegeneinander an, also Isis versus Goldi. Eine halbe Stunde später starten dann die beiden Blue Boats. Anschließend findet die traditionelle Siegerehrung statt, die immer wieder recht emotional ausfällt. Letztendlich fordert dann, zum Ende dieser Zeremonie, traditionell die Verlierermannschaft den Sieger zum Revancherennen im nächsten Jahr heraus. Noch eine überlieferte Anekdote zum Schluss: Obwohl es immer einen Sieger und einen Verlierer gibt, quasi geben muss, ging das ‚Boat Race‘ im Jahre 1877 unentschieden aus und wurde als ‚totes Rennen‘ gewertet. Der Schiedsrichter hatte, angetrunken unter einem Baum schlummernd, den Zieleinlauf verschlafen.
Weiterführende Inhalte zu Das jährliche Boat Race Oxford – Cambridge auf der Themse
Weitere Inhalte zeigen
Weiterführende Reisetipps
Verwandte Artikel
- Oxford gegen Cambridge Bootsrennen: Die besten Plätze um das Rennen zu sehen
- Anreise zum Oxford gegen Cambridge Bootsrennen - Wo findet das Bootsrennen statt?
- Oxford in Großbritannien - eine Universitätsstadt die verzaubert
- Stadtteile Oxford
- Sprachreisen für Schüler nach England - Im Urlaub Englisch lernen in England
- Südafrika Mountainbiketour: Cape Epic Race
- London - Kaufrausch
- Anreise Oxford
