Das Kloster von Snagov
Das Kloster von Snagov liegt auf einer Insel im Snagov See. Im Kloster von Snagov soll der Kopf von Vlad Tepes - dem Vorbild der Dracula Romanfigur - begraben sein.
Anfahrt zum Kloster von Snagov
Der bekannte Naherholungs- und Konferenzort Snagov befindet sich nur 10 km nördlich von Bukarest am Snagov See. Der langgestreckte Ort bietet Gelegenheit zum Einkauf von gartenfrischem Obst und Gemüse, welches von Kleinhäuslern am Straßenrand günstig angeboten wird. Ein hinter dem Ort im Snagov Wald gelegenes, etwas heruntergekommenes Freizeitzentrum bietet wenig Reiz für den ausländischen Touristen. Am Seeufer tummeln sich sonnenhungrige Bukarester auf einem kurzen Sandstrand. Der 1700 Hektar große Snagov Wald steht unter Naturschutz und beherbergt eine Vielfalt von Baumarten. Gepflegte Spazierwege gibt es kaum, man kann jedoch relativ problemlos querfeldein wandern und auch den Hund frei laufen lassen. Im Herbst trifft man hier ofr auf Hirsch- und Nashornkäfer.
Das winzige Kloster, das 1408 erstmals in einer von Fürst Mircea cel Batran (Mircea dem Alten) ausgestellten Urkunde erwähnt wird, liegt auf einer Insel im See, die man von Snagov aus nur per Boot erreichen kann. Ruderboote – wenn auch in leicht abenteuerlichem Zustand – kann man im Freizeitpark Snagov am Strand mieten. Die etwa eine halbe Stunde dauernde Überfahrt ist ungefährlich (der See ist nur maximal 11 m tief) und bietet zudem interessante Einblicke in die Fauna des schilfumrandeten Snagov Sees. Gelegentlich kann man dort Nutrias, Reiher oder seltene Wasservögel beobachten. Am Ufer der Insel befindet sich ein Steg, an dem man das Boot festbinden kann. Da die Klosterinsel nur von einem jungen Pfarrer und einer alten Nonne bewohnt wird, muss man sich keine Sorgen um das Boot machen, man kann es ruhig alleine lassen.
Geschichte des Klosters von Snagov
Die winzige Klosterkirche von Snagov wurde 2004 einer ausführlichen Innenrenovation unterzogen, was zur Folge hat, dass man seither Eintritt bezahlen muss. Im Inneren soll angeblich der Kopf des walachischen Voievoden Vlad Tepes (Vlad der Pfähler – er erhielt diesen Namen, weil er seine Feinde nach türkischem Vorbild pfählte) begraben sein. Vlad Tepes – auch Vlad Dracula genannt – ist das Vorbild des gleichnamigen Vampirs aus Brem Stokers Roman, der allerdings nicht auf historischen Fakten beruht. Der Name Dracula leitet sich vom Drachenorden ab, der dem Vater von Vlad Tepes verliehen wurde. Da es für Drachen in der rumänischen Sprache kein Wort gab, nahm man an dessen Stelle das Wort "dracul", welches Teufel bedeutet. Blutrünstig war Vlad Tepes wohl, Vampirgeschichten entstammen jedoch nicht dem typisch rumänischen Kulturgut an Legenden und Sagen.
In der Zeit von Fürst Negoe Basarab (1512-1521) diente das Kloster von Snagov als Verbannungsort und Gefängnis für in Ungnade gefallene Bojaren. Im Inneren der Kirche des Klosters von Snagov befinden sich Fresken aus dem Jahre 1563, die den größten zusammenhängenden mittelalterlichen Bilderzyklus Rumäniens darstellen. Im 17 Jahrhundert erreichte das Kloster von Snagov unter Fürst Constantin Brancoveanu seine Blütezeit. In dieser Zeit richtete der Abt und spätere Mitropolit Alvireanul eine Druckerei ein, in der Bücher in verschiedenen Sprachen gedruckt wurden. Um das Kloster herum befinden sich die typischen rumänischen Ziehbrunnen – mit Holzdach, Eimer und Kurbel - als Trinkwasserquelle. Neben dem Kloster kann man eine alte Holzkirche bewundern, die jedoch meist geschlossen ist. Das Gelände um das Kloster ist gepflegt und mit Blumen und Rosensträuchern bepflanzt.
