Das Unterengadin und seine Dörfer

Das Unterengadin und seine Dörfer ist wenig bekannt und fast noch ein Geheimtipp. Ursprüngliche Bergdörfer, freundliche Menschen, eine Flora und Fauna, die es teilweise nur hier gibt, laden zum Besuch ein.

Das Unterengadin liegt im Südosten der Schweiz und grenzt an Italien und Österreich. Es ist ein wildes und ursprüngliches Tal mit den Dörfern Zernez, Susch, Lavin, Giarsun, Scuol, Sur-En, Strada und Martina, direkt am Inn gelegen sowie Guarda, Bos-Cha, Ardez, Ftan, Sent, Ramosch, Vna, Seraplanaund Tschlin, die auf den Südterrassen des Tals ruhen. Jedes einzelne dieser Dörfer hat seinen speziellen Charme durch seine Lage, die Natur und die dort lebenden Menschen.

Dörfer im Unterengadin am Inn

Zernez ist die Grenze zum Oberengadin. Es liegt auf einer Höhe von 1.474 Metern und ist der Eingang zum ersten und ältesten Schweizer Nationalpark, dem Parc Naziunal Svizzer. Hier befindet sich das Nationalpark Zentrum, in dem man viele Informationen über den Park bekommt und eine Dauerausstellung besuchen kann. Ein Naturliebhaber ist im Parc Naziunal Svizzer genau richtig. Das Dorf Susch ist der Mittelpunkt des Engadins, auf einer Höhe von 1.426 Metern und hat etwa 200 Einwohner. Susch ist geprägt von alten Engadiner Bauern- und Handwerkerhäusern. Für Ausflüge in das Gebiet des Fluela Pass und des Nationalparks liegt es ideal. Lavin hat 218 Einwohner und befindet sich auf einer Höhe von 1.412 Metern. Nach einem Brand im Jahr 1869 wurde Lavin im italienischen Stil wieder aufgebaut. Besonders sehenswert ist die Seenplatte von Macun, die man in der Nähe von Lavin findet. Giarsun gehört zur Gemeinde Guarda zwischen Lavin und Ardez.

Scuol auf 1.250 Metern ist die größte Gemeinde im Unterengadin. Etwa 2.400 Menschen leben hier. Das Dorf teilt sich in Unter- und Oberdorf. Der ursprüngliche und ältere Dorfteil ist das Unterdorf mit alten, wunderschönen Engadiner Häusern, das Oberdorf ist der moderne Kern der Gemeinde. Hier findet man die meisten Restaurants und Hotels. Das Besondere an Scuol sind seine Mineralwasserquellen, genau 21 in Scuol und Umgebung, die durch ein geologisches Fenster entstanden sind. Sie sind öffentlich zugängig, teils an Brunnen im Dorf oder an der Quelle selber und haben unterschiedliche Anwendungsmöglichkeiten. Dementsprechend schwimmt man im Bogn Engadina, dem Thermalbad in Scuol in reinem Mineralwasser.

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Sur-En, abgeschieden, ruhig und direkt am Inn gelegen, ist auch der Eingang zur Uina Schlucht, die nach Italien führt. Seit 2010 gibt es in Sur-En einen Seilpark, in dem Anfänger bis Fortgeschrittene ihrer Kletterkunst frönen können. Ein Druckereimuseum findet man in Strada. Dieser kleine Ort liegt auf einer Höhe von 1.100 Metern und liegt linksseitig am Inn. Und schon befindet man sich an der Grenze zu Österreich, nämlich in Martina, einem kleinen Ort mit ungefähr 100 Einwohnern und zwei Kirchen. Wie fast überall im Unterengadin sind auch hier die Häuser im traditionellen Engadiner Stil erbaut.

Dörfer im Unterengadin an den Südterrassen des Tals

Guarda heißt der Ort, in dem das Schellenursli, eine bekannte Schweizer Märchenfigur, das in diesem Dorf mit den wunderbar bemalten Häusern, auch Scraffiti genannt, zuhause ist. Auf einer Sonnenterrasse Richtung Süden, auf einer Höhe von 1.654 Metern liegt dieses bezaubernde Dorf. Bos-Cha, der nächste Ort auf der linken Innseite, gehört politisch zur Gemeinde Ardez und hat 30 Einwohner. Ardez, 1.467 Meter über dem Meeresspiegel gelegen, hat etwa 430 Einwohner. Besonders sehenswert ist hier eine Handschuhmanufaktur, in der jeder einzelne Handschuh liebevoll produziert wird. In der Butia da Besch, eine Vereinigung von Bauersfrauen, werden selbst hergestellte Produkte vom Schaf, wie zum Beispiel Seife aus Schafsmilch, selbst genähte Bettdecken gefüllt mit Schafwolle und viele andere tolle Artikel verkauft. Das nächste Dorf ist Ftan, auch bekannt für sein Hochalpines Institut, ein Sportinternat auf einer Höhe von 1.650 Metern gelegen.

Sent ist berühmt für seine Senter Giebel an den Häusern. Es handelt sich dabei um einen Dachgiebel aus der Barockzeit, der Ende des 18. Jahrhunderts durch Handwerker aus dem österreichischen Inntal nach Sent gelangte. Sehr sehenswert ist auch der Skulpturenpark von Not Vital, einem Künstler, der an verschiedenen Hausprojekten auf allen Kontinenten arbeitet. Sent liegt auf 1.450 Meter und ist ein sehr sonniges Dorf. Nun gelangt man nach Vna. Dieses Dorf gehört zur Gemeinde Ramosch und hat etwa 70 Einwohner. Hier sind die kleine reformierte Kirche und das Dorfzentrum sehenswert. Auch Seraplana ist eine Fraktion von Ramosch und hat etwa 50 Einwohner, die in einer Talmulde auf 1.150 Metern leben. Tschlin ist der Ort im Unterengadin, welcher am weitesten von der Hauptstraße am Inn entfernt liegt. Auf einer Sonnenterrasse in 1.553 Metern Höhe wird ein biologisches Bier gebraut, das unter einem eigenen Label verkauft wird. Auch die Musik kommt in Tschlin nicht zu kurz. Eine der ganz bekannten Musikgruppen des Engadins ist hier zu Hause.

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Autor: til123  04.12.2011 |  Beitrag hilfreich? Ja | Nein

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