Der Broadway in New York – Die Geschichte einer Straße
Der Broadway macht und machte stets die Stadt New York aus. Als kulturelles Zentrum setzte der Broadway im 19. Jahrhundert . Maßstäbe für Stil, Konsum und Verhalten, denen im ganzen Land nachgeeifert wurde.
Kommerzielle Notwendigkeiten bestimmten schon immer die Entwicklung New Yorks. Nach und nach wurden die Sümpfe trockengelegt und die ersten Siedlungen entlang des East River entstanden. An der Südspitze Manhattans sitzt heute die Hochfinanz. Früher war hier am Haus Nr.1 ein Versammlungsplatz der Indianer, bis ihnen der Holländer Peter Minuit 1626 die Insel für 24 Dollar abgekauft hat.
Mit der Entstehung zahlreicher Büro- und Geschäftsgebäude entlang der "waterfront", von der Wall Street am East River bis zum Hudson River, wurden die alten Strukturen im 19.Jahrhundert hier fast ausgelöscht. Die Straßen, Wege, Alleen und Parks blieben allerdings so erhalten, wie sie Anfang des 18. Jahrhunderts, damals allerdings zu anderen Zwecken, gebaut wurden.
Anfangs war geplant, die Stadt nach dem Vorbild Amsterdams oder Venedigs durch Wasserwege erschließen zu lassen. Dies sollte den Handel erleichtern und zudem Schutz bieten. Aus dieser Idee heraus entstanden verschiedene kleine Grachten und Kanäle. Im holländischen Nieuw Amsterdam hieß der Broadway De Heere Straet. Den englischen Namen Broad Street trägt die Straße seit der Ankunft der Briten im Jahr 1664. „Broad“, weil er durch seine Bedeutung als Handelsstraße mit seinen Zufahrtswegen an beiden Ufern größer und breiter angelegt war, als je eine Straße in dieser Zeit geplant worden wäre.
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Auf seiner Ostseite reihten sich kleine Handwerkerhütten aneinander. Die Westseite dagegen war gesäumt mit schönen Landhäusern mit Garten und Obstbäumen. Diese Unterscheidung zwischen West- und Ostseite blieb auch unter britischer Herrschaft. In der Zeit vor dem amerikanischen Bürgerkrieg befand sich das Haupteinkaufsgebiet der Stadt entlang des Broadways, vom Rathaus zur Houston Street.
Exklusive Läden reihten sich in dieser Straße aneinander. Die wachsende Spezialisierung des Einzelhandels zeigte sich im schnellen Wachstum der Läden, die ein reiches Sortiment an Textilwaren anboten.Das Feuer von 1776 zerstörte einen großen Teil des im Kolonialstil entstandenen Broadways. Nach dem Wiederaufbau im Jahre 1783 waren nun drei- und vierstöckige Häuser entlang der namhaften Straße vorherrschend.
Auffällig ist auch sein Verlauf. Als 1811 die Stadtplaner den bestehenden Siedlungen ein schematisches Gitternetz aufzwangen, hatte der Broadway sich seinen Weg schon gebahnt. Man beließ es so und das ist auch der Grund, warum der Boulevard heute eher unangepasst und querfeldein zu laufen scheint. Es waren auch die Engländer, die später verfügten, dass jedes siebte Haus in mondlosen Nächten eine Kerze anzuzünden hatte. Eine Anordnung, die zum Wahrzeichen wurde und ihm, als man den Broadway um 1890 elektrifizierte, durch die zahlreichen Leuchtreklamen den Namen "großer weißer Weg" einbrachte.
Während in den 1870ern die 10. Straße noch wenig Ansehen hatte, verlagerten sich die Clubs, die eleganten Hotels und Restaurants sowie die Theater nach und nach Richtung Norden. Die Straßen oberhalb des Rathauses wurden verstärkt dem Handel übergeben, während die Lichter der Theater, Restaurants etc. auf dem Broadway mit den Jahrzehnten immer weiter nordwärts wanderten.
"New York ist ein Dorf aus vielen Dörfern, deren Hauptstraße Broadway heißt", so beschreibt ein Artikel der Süddeutschen Zeitung die rund 33 Kilometer lange Prachstraße, die auf ihrem Weg die unterschiedlichsten ethnischen Gruppen durchläuft. Dabei findet man hier weniger Häuser, die nicht im Erdgeschoss Läden, Restaurants oder sonstige kommerzielle Nutzung aufweisen. Kaum eine andere Straße in den USA besitzt wahrscheinlich eine so große Zahl an Einzelhandelsläden. Daneben haben aber auch die großen Ketten, wie McDonald`s, Starbucks oder Radio Shack, den Boulevard erobert.
Von allen Plätzen, die der Broadway überquert ist der Times Square der bedeutendste, denn hier wird der Mythos der Straße immer wieder neu belebt. Rund um den Platz ist die Anbringung von Leuchtreklamen amtlich vorgeschrieben. Weiter Richtung Norden zeigt sich der Boulevard als Mosaik der unterschiedlichsten Milieus. Je weiter man sich vom Times Square entfernt, desto angespannter scheint die Atmosphäre zu werden. Hier, wo die rassisch-kulturelle Vielfalt Manhattans am größten ist, wurde zwar schon vieles verbessert, aber dennoch ist eine gewisse Unsicherheit und Spannung zu spüren.
Am nördlichsten Ende hinter dem Harlem River im Stadtteil Bronx, der mittlerweile viel harmloser ist als sein schlechter Ruf, erscheint die Straße fast ländlich gelassen. Hinter dem angrenzenden Städtchen Yonkers geht der Broadway in die alte Poststraße nach Albany über, von wo aus sie noch 200 km weiterführt.
Noch heute ist der Broadway eine Hauptschlagader New Yorks. Das zeigen die zahlreichen weltbekannten Orte und Bauten entlang der Straße. Auch in seinen Seitenstraßen befinden sich sehenswerte Gebäude. Der Verfall des Broadways im 20.Jahrhundert. ist dennoch erschreckend. Das bunte Leben und die Luxushotels flohen Richtung 5th Avenue und Park Avenue. Die Theater blieben zwar und behielten auch ihre Wichtigkeit, aber die Aktualität der Stücke ließ ihren Ruhm verstauben. So geschah es, dass New York nach etwa 150 Jahren, in denen der Broadway in hellem Licht erstrahlte, die Prachtmeile nicht mehr nötig hat. Vielleicht können die Erneuerungen, die auf dem Times Square stattfinden, dafür sorgen, dem Broadway wieder sein altes Image zurückzugeben.
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