Der Golf von Neapel - Vielseitig schön
Zwischen Inseln der Träume, Geisterstädten und einem riesigen Vulkanberg - der Süden Italiens hat viele Gesichter und es gibt viel zu entdecken.
Nicht jeder kennt die kleine Insel im Golf von Neapel - die Insel Ischia. Doch jeder, der von ihr und ihren Sehenswürdigkeiten und Landschaften gehört hat, verliebt sich in sie.
Die 46 km² große Insel liegt mit ihrer Schwesterinsel Procida und dem etwas weiter entferntem Eiland Capri an der italienischen Ostküste, in einer kleinen Bucht. Beliebte Ausflugsziele sind zum Beispiel die 79 n. Chr. verschütteten Städte Pompeji und Herculaneum. Ein Ausflug zum Vesuv oder einem weiteren Vulkan in der Nähe von Neapel, der Solfatara, wird empfohlen. Außerdem kann man Städte und Ausgrabungsstätten, wie Cumae und Paestum besichtigen. Doch im ersten Teil der Reise berichte ich ausschließlich über Ischia. Eine Insel, auf der man verzaubert wird.
Los geht es in Porto, dem Hafen der Insel. Gleichzeitig ist Porto ein Teil der Hauptstadt, zusammen mit Ponte, was auf Deutsch Brücke heißt. Diesen Namen hat die Stadt wegen seinem Castello, einem Schloss, welches man schon vom Schiff aus bewundern kann. Dieses Castello wurde in den früheren Jahrhunderten gebaut und diente als Kloster. Noch heute kann man den Nonnenfriedhof bestaunen. Dies ist kein normaler Friedhof wie man vielleicht jetzt denken könnte. Sondern es handelt sich dabei um eine Gruft, in der steinerne Stühle stehen, auf die die Nonnen nach ihrem Tod gesetzt wurden, bis sie verwesten. Dann fielen ihre Knochen durch ein Loch im Stuhl nach unten. Doch Ponte hat auch noch andere Dinge zu bieten. Zum Beispiel eine lange Shoppingmeile und viel Trubel, vor allem in der Hochsaison im Sommer. Viele Touristen aus fernen Ländern kommen von Neapel rüber geschippert, doch auch die Einheimischen nutzen die Insel und ihre Heilquellen als Ferienziel.
Nun verlässt man die Inselhauptstadt und fährt gegen den Uhrzeigersinn um die Insel. Ein weiterer kleiner Küstenort mit dem zweitgrößten Hafen der Insel, ist Cassamicciola, welcher auch Cassamicciola Terme genannt wird. Das bedeutet, dass dort einige Thermalgärten sind. Der bekannteste ist der Castiglione Thermalgarten mit seinen einzigartigen heilenden Bädern. Der kleine Ort hat jedoch auch ein schweres Schicksal hinter sich! 1883 suchte ein Erdbeben Cassamicciola und den Nachbarort Lacco Ameno heim. Weitere Erdbeben gab es in den Jahren 1762, 1828 und 1881. Trotzdem blieb dieser Thermalort der Wichtigste in ganz Italien.
San Giorgio, Neapel7 Tage Kampanien, 3 Sterne DZ, Frühstück ab 321€ buchen
Cavour, Neapel7 Tage Kampanien, 3 Sterne DZ, nurÜbernachtung ab 305€ buchen
Die Fahrt geht weiter nach Lacco Ameno, welches auf Deutsch liebliche Ebene heißt. Darüber ragt der Monte Vico hervor. Die wichtigste Sehenswürdigkeit ist der Fungo. Ein Tuffsteingebilde im Hafen des Ortes, welches wie ein Pilz aussieht. Daher hat es auch den Namen. Fungo heißt auf Deutsch nämlich Pilz. Eine Legende besagt, dass zwei Verliebte übers Meer flüchten wollten, weil sich die Eltern der Liebe widersetzten. Ihre Flucht endete tödlich. Wo sie ertranken, wuchs der Pilz für ewige Liebe. Die Wahrheit ist, dass der Pilz, oder das Tuffsteingebilde, wie es richtig heißt, nach einem Vulkanausbruch entstanden ist.
Wenn man am Hafen in den Bus steigt und weiterfährt, erreicht man nach wenigen Minuten den Ort Forio. Diese wird auch Stadt der Türme genannt, denn acht dieser Exemplare schmücken den kleinen Ort. Die Sehenswürdigkeit dieses Ortes ist die Soccorso-Kirche, die schon fast im Meer liegt. Sie ist schneeweiß und gekachelt. Innen schmückt diese Kirche ein heiliges Kruzifix, welches angeblich im 13. Jahrhundert dort angeschwemmt wurde. Forio ist der größte Ort Ischias und besitzt auch den schönsten Strand der Insel, den Francesco-Strand in Hafennähe. Weiter fährt der Bus an engen Klippen vorbei, bis er das Ortsteil Panza erreicht, welches an einem Hang erbaut wurde. In diesem Örtchen gibt es ebenfalls Thermalgärten und prächtige Hotelanlagen. Ein weiterer Erholungsort ist Sant’ Angelo. Es herrscht dort kein Verkehr, jedoch gibt es dafür Hotels jeder Preisklasse. Die bunten Häuser sehen sehr einladend aus.
Der Roja ist das Zeichen für Sant’ Angelo. Dies ist ein Felsen, der den Maronti-Strand von Sant’ Angelo trennt. Dieser Fels ragt 106 Meter in die Höhe. Wenn hinter diesem Fels, die glutrote Sonne im Meer versinkt, dann muss man unweigerlich an das Lied der Caprifischer denken und lässt sich in einem der vielen Bars oder Restaurants des Marontistrandes sein Abendessen schmecken. Der Maronti-Strand ist der größte und schönste Strand der Insel (noch vor Forio). Der Sand dort ist schwarz, vom Ausbruch des Monte Epomeo, einem Vulkan, der vor vielen tausend Jahren aktiv war und seine Lava über die Insel ergoss. Dort findet man die exotischsten Steine. Der Sand heizt sich durch seine Farbe auf und ist immer Sommer unerträglich heiß. Dafür ist jedoch das Wasser erfrischend. Man kann dort auch viele Wassersportmöglichkeiten, wie Windsurfen, Tretboot fahren und Wasserski ausüben. Dieser Strand wird, wie schon erwähnt, links vom Felsen Roja und rechts vom Monte Cotto abgegrenzt. Hinter diesem Berg liegt Ponte und man hat die Insel einmal umrundet. Im Landesinneren wird die Insel vom ehemaligen Vulkan Monte Epomeo überragt. Das ist der höchste Berg der Insel Ischia, mit 789 Metern. An seinen Hängen wird schon einige Jahrzehnte Wein angebaut. Das Dörfchen Panza ist am berühmtesten dafür.
Vesuv
Jeder kennt bestimmt den Vulkan Vesuv, der über Neapel in den Himmel ragt und die Bewohner der umliegenden Städte in Angst und Schrecken versetzt. Der gewaltige Sockel des Vesuvs liegt zwei bis fünf Kilometer unter dem Meer. Durch die Geschichte der verschütteten Stadt Pompeji ist der Vesuv der berühmteste Vulkan der Welt, noch dazu der einzige noch aktive auf dem europäischen Festland. Der Fuß dieses gigantischen Monsters hat einen Umfang von 50 Kilometern und besitzt einen Doppelgipfel.
Früher, bevor dieser Vulkan 79 n. Chr. ausgebrochen ist, hieß er Monte som Vesuvo und war fast doppelt so hoch, wie der jetzige Kegel (1.277 Meter). Auch heute spaltet sich der Vesuv in zwei Kegel: den eigentlichen Vesuv und den Monte Somma, dessen Höhe bis zu 1.132 Metern erreicht. Weitere Ausbrüche, bei denen zahlreiche Städte zerstört wurden, folgten in den Jahren 1631, 1794. Auch im 20. Jahrhundert zerstörten zahlreiche Ausbrüche in den Jahren 1906, 1913, 1926, 1929 und 1944 viele Städte und das Umland. Die unteren Hänge des Vulkans werden als fruchtbares Land genutzt, auf denen Wein und Obst angebaut wird. Weiter oben am Gipfel, wurden Eichen und Kastanien aufgeforstet. Seit dem Jahre 1944 ist der Vesuv ruhig, doch niemand weiß, wann er seine Lavamassen über den Städten ergießen wird. Es kann viele Jahrhunderte dauern, bis der Vulkan wieder ausbricht, doch es könnte auch schon morgen sein.
Pompeji
Diese Stadt der Superlative wurde 600 v. Chr. von Oskern gegründet. Später wurde sie von Samniten erobert. Damals lebten noch 20.000 Menschen in Pompeji, keiner machte sich Gedanken über den Vesuv, den feuerspeienden Berg im Hintergrund. In den Jahrhunderten vor 79 n. Chr. war Pompeji eine bedeutende Handelsstadt mit einem eigenen Ausfuhrhafen. Was geschah wirklich 79 n. Chr., als der Vesuv die Stadt Pompeji unter sich begrub? In nur drei Tagen und Nächten verwandelte der Vesuv eine lebendige Stadt in eine verschüttete Geisterstadt, die erst viele Jahrhunderte später wieder ausgegraben wurde. Pompeji wurde unter einer drei bis acht Meter hohen Ascheschicht begraben. Dieser Ort ist jedoch knapp zehn Kilometer vom Vesuv entfernt. Also kann man sich vorstellen, wie es unmittelbar um den Vulkan ausgesehen haben muss.
Heute ist Pompeji eine Touristenattraktion und eine häufig besuchte Ausgrabungsstätte. Leider wurden in den ersten Jahrhunderten des Ausgrabens viele alte Ruinen zerstört und teilweise wieder überbaut. Heute wächst in dieser Gegend der berühmteste Wein Italiens. Bilius überlebte damals den Vulkanausbruch und schrieb seine Gefühle in langen Briefen und Tagebucheintragungen nieder. Diese kann man heute im Staatsmuseum in Neapel besichtigen oder in einigen Reiseführern nachlesen. Über den Vulkanausbruch 79 n. Chr. wurden viele Geschichten geschrieben. Es gibt eine Alt- und eine Neustadt. Die Neustadt wurde in den letzten Jahrhunderten neu aufgebaut. Heute reisen viele Koreaner und Japaner in diese Stadt, deshalb werden häufig diese beiden Sprachen dort gesprochen.
Weiterführende Inhalte zu Der Golf von Neapel - Vielseitig schön
Prati, Neapel7 Tage Kampanien, 3 Sterne DZ, Frühstück ab 300€ buchen
New Europe Hotel, Neapel7 Tage Kampanien, 4 Sterne DZ, Frühstück ab 303€ buchen

Kommentare zu Der Golf von Neapel - Vielseitig schön