Der kleine Restaurantführer Rom
Eine kleine Anleitung für unerfahrene Rombesucher, um im Restaurantdschungel der Hauptstadt zu überleben und nicht enttäuscht wieder nach Hause zurückzukehren.
Rom ist eine große und schnelllebige Stadt, die so gut wie nie zur Ruhe kommt. Der lückenlose Verkehr der Stadt ist für Neulinge ungefähr genauso undurchdringbar und verwirrend wie die Restaurantdichte. Der kleine Restaurantführer soll Touristen, die das erste Mal nach Rom fahren und förmlich von der Stadt überrumpelt werden, eine Einführung in die Kunst, ein gutes Restaurant zu finden, gewähren. Es gibt ein paar wichtige Tipps, die man bei der Wahl eines Restaurants in Rom berücksichtigen sollte, damit der Urlaub auch in kulinarischer Hinsicht zum Genuss wird.
Tipp 1 - Unterschiede zur Heimat
Man sollte sich auf gar keinen Fall an belebten Plätzen oder direkt in der Nähe von Sehenswürdigkeiten ein Restaurant suchen. Die Restaurants an touristischen Ballungszentren zeichnen sich sehr oft dadurch aus, dass sie völlig überteuert sind und sogar so schlechtes Essen servieren, dass man sich förmlich fragen muss, ob das gerade wirklich italienisches Essen war. Ein Problem, warum sich Touristen häufig in Italien über den Tisch gezogen fühlen, ist die Tatsache, dass der Italiener in der Heimat einfach anders kocht. Wir essen nun mal das, was wir gewohnt sind. Es ist ein verbreiteter Irrglaube der Deutschen, dass zwangsläufig die Italiener, Türken, Griechen und Spanier hier das selbe servieren, mit den selben Zutaten, wie in ihrer Heimat. In der Türkei wird man beispielsweise auch nie einen Dönerladen finden, wie es ihn bei uns in Deutschland gibt. Es ist schwer in Rom ein italienisches Restaurant zu finden, das wirklich unseren Ansprüchen gerecht werden kann. Die Touristenabzocke in römischen Restaurants kennt fast keine Grenzen mehr, aber wenn man sich gut vorbereitet, kann man auch diese Hürde problemlos meistern.
Tipp 2 - Recherche
Bei der Planung des nächsten Tages sollten sich Rombesucher schon Gedanken machen, wo man am nächsten Tag zur Mittagszeit sein wird, um sich per Umkreissuche vorab im Internet über die Restaurants der Gegend zu informieren. Die Restaurantdichte ist in Rom viel zu unüberschaubar um dies dem Zufall zu überlassen. Abzockerrestaurants lauern hier an jeder Ecke. Es gibt mittlerweile im Internet viele gute Portale, bei denen man sich direkt über Restaurants in Rom informieren kann. Dort haben oft auch andere Deutsche ihre Meinung zu Essen und Ambiente geäußert und im Zweifelsfall sollte man lieber auf einen zuverlässigen deutschen Gaumen bauen.
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Tipp 3 - Essen auf Abwegen
Ein weiterer Tipp für die Restaurantsuche in Rom ist, dass sich die besten Restaurants in Seitengassen und abgelegenen Straßen scheinbar vor den Touristen verstecken. Umso weiter man sich von touristischen Ballungszentren und Sehenswürdigkeiten entfernt, desto billiger und besser wird im Regelfall das Essen. In diesen Geheimtipps kochen noch waschechte italienische Hausfrauen traditionelle, italienische Gerichte. Ein Grund für die abgelegenen Standorte sind unter anderem die teuren Pachtpreise an den Sehenswürdigkeiten, die sich solche familiäre Betriebe nicht leisten können.
Tipp 4 - Preisliste ansehen
Restaurants, bei denen ein menù turistico angeboten wird, sollte man generell meiden, ob sie nun etwas außerhalb oder in der Innenstadt liegen. Es heißt zwar nicht, dass sich immer alle Vorurteile bestätigen, aber man sollte sich dennoch vor jedem Mittag- oder Abendessen die Preiseliste ansehen, um vor Überraschungen bewahrt zu bleiben. Wenn man diese vier Tipps beherzigt, sollte auch in kulinarischer Hinsicht einem gelungenen Romurlaub nichts mehr im Wege stehen und vielleicht findet der ein oder andere ja auch noch einen Italiener, wie es ihn in Deutschland gibt.
Und nun zu den Geheimtipps
Als letztes Schmankerl hat der kleine Restaurantführer Rom noch ein paar Insidertipps und empfehlenswerte Adressen, wie man zu einer richtig guten italienischen Küche kommen kann. Die untere Preisklasse (bis 20 Euro für Zwei-Gänge-Menü ohne Getränke) bietet im Vergleich zu teureren Restaurants eine beinahe genauso gute Küche. Im Stadtteil Trastevere befindet sich in der Vicola del Bologna 45/46 im Handwerksviertel der kleine Italiener Dar Poeta. Wer eine richtig gute Pizza zu einem unschlagbaren Preis essen will, der sollte dem Arbeiterviertel auf jeden Fall einen Besuch abstatten. Nicht unweit davon befindet sich in der Via della Lungaretta 101 das Carlo Menta, ein Restaurant, dass zwar mit einem menù turistico wirbt, aber dafür mit Qualität und Preis überzeugen kann. Für zehn Euro werden Gäste hier mit einem Vier-Gänge-Menü verwöhnt, das für den Preis keine Wünsche offen lässt. Das Menü ist in seinen Komponente variabel und neben einer guten Pizza, kann man im Carlo Menta auch andere typische italienische Gerichte essen, wie wir sie vom Italiener aus Deutschland her kennen. Eine Stippvisite im Arbeiterviertel empfiehlt sich beispielsweise nach einem Besuch des Vatikans. Das Arbeiterviertel Travestere liegt circa 15 Gehminuten vom Vatikan entfernt. Als Orientierungspunkt dient der Tiber, den man in Richtung Norden paralell zur Straße herunter geht und gegenüber der Isola Tiberina befindet sich das Viertel, in dem man neben guten Restaurants auch sehr gut Shoppen gehen kann.
In der mittleren Preisklasse (20 bis 30 Euro) befindet sich das Restaurant Da Armando al Pantheon in der Salita de Crescenzi 31. Die rustikale und immer gut besuchte Trattoria liegt in einer Seitenstraße nahe dem Pantheon. Ein weiteres gut besuchtes Restaurant in dieser Preisklasse ist das Life in der Via del Vite 29. Das Life ist Restaurant, Pizzeria und Weinbar in einem. Mit seinem Ambiente wirkt es wie ein Szenelokal, aber das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt und obendrein schmeckt das Essen hier auch noch vorzüglich. Es ist vor allem sehr beliebt bei deutschen Touristen und hat durchweg gute Bewertungen bekommen.
In der höheren Preisklasse (30 bis 45 Euro) wäre das Sabatini am Piazza Santa Maria zu nennen, das ebenfalls im Stadtteil Trastevere liegt. Gourmets können hier beste Fisch- und Fleischgerichte mit Logenplatz zur zentralen Piazza von Trastevere geniessen. Und als gastronomische Topadresse in Rom (über 45 Euro) gilt das Hilton-Hotelrestaurant La Pergola, das sich in der Via Cadlolo 101 befindet und vom deutschen Küchenchef Heinz Beck geführt wird. Das Restaurant hat sonntags und montags geschlossen, öffnet nur abends seine Pforten und ein Tisch sollte in jedem Fall vor einem Besuch reserviert werden.
Das Beste kommt ja bekanntlich zum Schluss, so auch der letzte Tipp des kleinen Restaurantführers Rom. Ein absolutes Muss für jeden Rombesucher ist ein Besuch der Il Gelato di San Crispino in der Via della Panetteria 42, nahe dem Fontana di Trevi. Wer das Eis dort probiert hat, der kann auf jeden Fall bestätigen, dass es sich um das beste Eis von ganz Rom handelt, vielleicht ja sogar das beste Eis auf der ganzen Welt ist. Aber auf jeden Fall handelt es sich um das beste Eis, was jemals einen deutschen Gaumen berührt hat. Der Geschmack ist unübertroffen und man schmeckt förmlich, dass das Eis ohne Farb- und Konservierungsstoffe auf ganz natürlichem Weg hergestellt wurde. Ein anfänglich schockierter Blick wegen der etwas teuren Preise schwindet mit jedem weiteren Löffel dieses unvergleichlichen Eisgenusses ganz schnell wieder und ist sobald der Becher leer ist, sofort vergessen, so dass man sich am liebsten gleich noch einen Becher dieses Eistraums kaufen möchte. Wer die Tipps des kleinen Restaurantführers Rom beherzigt, der wird auf jeden Fall nicht wieder enttäuscht nach Hause zurückkehren und sich gleich in den erstbesten Italiener an der Ecke stürzen, um mal wieder so richtig gut italienisch zu essen. Es ist auch möglich gut italienisch in Rom zu essen. In diesem Sinne, eine schöne Romreise für alle.
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