Der Nil als Lebensader Ägyptens

Der Nil ist der Fluss, der Ägypten seit der Antike leben gibt. Eine Niltour ist immer noch ein beeindruckendes Erlebnis.

Der griechische Geschichtsschreiber Herodot nannte Ägypten ein Geschenk des Nils und hatte damit vollkommen Recht: Ohne den Nil würde Ägypten nicht existieren. 96 Prozent von Ägypten sind Wüste und die Flussoase um den Nil stellt das größte Stück fruchtbares Land dar. Der Nil kommt aus dem Herzen Afrikas und fließt 6.650 km bis er ins Mittelmeer mündet – das ist fast sechs mal so lang wie der Rhein. Nördlich der Stromstellen, welche als Katarakte bekannt sind, verlangsamt der Nil ab Assuan sein Tempo. Die Breite ist jedoch bis heute für jeden Besucher beeindruckend.

Der Nil im Alten Ägypten

Die alten Ägypter nannten ihn einfach „iteru“, der Fluss. Jahrtausende lang trat er jährlich über die Ufer: Monsunregenfälle in Zentralafrika brachten den Nil zum steigen, was ungefähr im Juni in Assuan passierte und im September in Kairo. In dieser Zeit lagerte sich der fruchtbare Nilschlamm auf den Felder ab, so dass eine sehr reiche Ernte möglich war. Der altägyptische Name für Ägyten, „kemet“, bedeutet übersetzt „schwarzes Land“ und bezieht sich auf den schwarzen Nilschlamm. Wegen der Bedeutung der Nilschwemme sprachen die alten Ägypter von drei Jahreszeiten: Nilschwemme, Aussaat und Ernte. Seit dem Bau des Assuan-Staudamms kommt es zu keiner Überflutung mehr und mehrere Ernten im Jahr sind möglich.

Den Nil entdecken

Am besten kann man den Nil bei einer Bootstour kennenlernen. Feluken heißen die traditionellen kleinen Segelboote, die man in jeder größere Stadt mieten kann. Sie sollten aber auf keinen Fall mehr als 60 ägyptische Pfund (ca. 8,50€) für eine Stunde kosten. Die andere Möglichkeit sind Nilkreuzfahren, welche aber viel teurer sind. Die typische Route ist von Luxor nach Assuan, umgekehrt oder hin und zurück. Dabei darf ein Besuch in den Tempeln von Luxor natürlich nicht fehlen. Man sollte darauf achten, dass eine Nacht im Doppelzimmer auf einem normalen Nilkreuzfahrtschiff nicht mehr als 340 ägyptische Pfund (ca. 50€) kostet. Reisende mit begrenztem Budget sollten also auf Feluken zurückgreifen. Es ist außerdem möglich den Nil von den Uferstraßen aus zu betrachten: In jeder Stadt (vor allem aber auch in Kairo) gibt es die sogenannten Corniches, auf denen man am Nil entlang laufen kann. Leider ist oft sehr viel Verkehr auf diesen Straßen, das dies nicht wirklich Spaß macht: Der Nil als Lebensader Ägyptens kann man nur vom Wasser aus wirklich genießen.

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Autor: Amira  27.05.2010 |  Beitrag hilfreich? Ja | Nein

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