Der westfälische Jakobsweg
Der Westfälische Jakobsweg komplettiert seit 2008 die aus dem Baltikum kommende Pilgerstrecke nach Santiago de Compostela. Die Route führt von Osnabrück nach Wuppertal.
Im Schatten der großen Reiserouten durch Frankreich und Spanien, wird er nur wenigen bekannt sein. Und doch: auch die deutsche Region Westfalen hat ihren Jakobsweg. Er ist der deutsche Abschnitt für die Pilgerroute ins galizische Santiago de Compostela, wo der Gläubige Reinigung und Erleuchtung erfahren soll. Bereits in Bremen beginnt die Strecke des Westfälischen Jakobswegs. Sie führt unmittelbar nach Osnabrück und erstreckt sich dann weiter durch Nordrhein-Westfalen bis nach Wuppertal. Einzelne Etappen der 170 Kilometer langen Strecke, welche im Anschluss weiter nach Frankreich führt, sind u. a. die Orte Lengerich, Münster, Werne, Dortmund, Hagen, Lüdlang und Schwelm.
Der Westfälische Jakobsweg wurde erst vor kurzer Zeit nach mittelalterlichen Schriften rekonstruiert und komplettiert die aus dem Baltikum kommende Pilgerroute nach Santiago de Compostela. Er war einer der letzten Abschnitte in dem sich durch ganz Europa ziehenden Netz von Wegen in den heiligen Ort. Gekennzeichnet ist der Westfälische Jakobsweg, wie alle anderen Jakobswege, mit der gelben Jakobsmuschel auf blauem Grund. Sie ist überall am Wegesrand sichtbar und stellt eine praktische Navigationshilfe für den Pilger dar. Die Rekonstruktion des Weges nahm für die kirchlichen Forscher insgesamt sieben Jahre in Anspruch. Erst 2008 konnte der Fernwanderweg endlich eingeweiht werden. Weiter führt der Jakobsweg von Wuppertal nach Köln und anschließend nach Aachen.
Änderungen zur historischen Vorlage gab es trotz größtmöglicher Originaltreue trotzdem. Grund dafür ist zum einen die große Menge an Schwerindustrie in Westfalen, die für natur- und kulturverliebte Pilger nur wenig ansehnlich ist. Zum anderen sollten die großen Fernverkehrsstraßen umgangen werden. Der Pluspunkt an den gezielt eingestreuten Abweichungen im Westfälischen Jakobsweg ist, dass er nun an einer Vielzahl auch nach dem Mittelalter entstandener Kulturdenkmäler vorbeiführt, welche das Interesse der Wanderer wecken sollten. Mittlerweile erfreut sich der Westfälische Jakobsweg immer größerer Beliebtheit. Auch die Gastronomie am Wegesrand passt sich entsprechend an den Pilgerstrom an. Gaststätten und Lokale bieten Erfrischungsgetränke, kulinarische Stärkung und Unterkünfte an.
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