Der Wiener Zentralfriedhof – Letzte Ruhestätte und Sehenswürdigkeit
Der Wiener Zentralfriedhof ist Europas zweitgrößter Friedhof und eine der interessantesten Sehenswürdigkeiten der Stadt.
Der Wiener Zentralfriedhof wurde 1874 eröffnet und beherbergt auf einer Fläche von fast zweieinhalb Millionen Quadratmetern insgesamt 330.000 Grabstellen, in denen rund drei Millionen Verstorbene begraben liegen. Seit Eröffnung des Friedhofs musste dieser insgesamt sieben Mal erweitert werden. Die letzte Erweiterung fand 1921 statt. In Europa gibt es nur einen größeren Friedhof, nämlich den Hamburger Friedhof Ohlsdorf, der knapp vier km² groß ist. Obwohl der Friedhof Zentralfriedhof heißt, liegt er nicht im Zentrum der Stadt, sondern im Bezirk Simmering am südlichen Stadtrand.
Geplant wurde der Friedhof in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts von den Architekten Karl Jonas Mylius und Alfred Friedrich Bluntschli. Da das Areal vor der Errichtung des Friedhofs unbebaut war, ergaben sich für die Architekten große Freiheiten bei der Gestaltung. Der Grundriss und die Anordnung der Friedhofstrecken zeichnen sich durch sorgfältig geplante Strukturen aus. Die Friedhofskirche zum heiligen Karl Borromäus – welche von Hegele entworfen wurde – bildet das Zentrum des Friedhofs und ist eine der bedeutendsten Jugendstil Kirchenbauten.
Direkt vor der Kirche liegt die Präsidentengruft, in der mit Ausnahme von Alfons Gorbach, Fred Sinotwatz und Josef Klaus alle Bundespräsidenten und Bundeskanzler der zweiten Republik bestattet wurden. Auch viele Berühmtheiten wie zum Beispiel Franz Schubert und Falco wurden am Zentralfriedhof beigesetzt. Ihre Gräber sind wahrscheinlich die meistbesuchten Ruhestätten des Friedhofs.
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Für großes Aufsehen sorgte bei der Eröffnung, dass der Friedhof Verstorbenen aller Glaubensrichtungen als letzte Ruhestätte offen stehen sollte. Der Friedhof ist unterteilt in einen Hauptfriedhof, welcher zum größten Teil aus katholischen Gräbern besteht. Des Weiteren finden sich Abteilungen für Verstorbene mit buddhistischer, evangelischer, islamischer, jüdischer und orthodoxer Glaubensrichtung. Zahlreiche Gedenkstätten und Gräberanlagen zum Beispiel der Friedhof für Kriegsopfer des ersten und zweiten Weltkrieges, der russische Heldenfriedhof und ein jüdisches Heldendenkmal, als auch Mahnmale und Gedenksteine für die Opfer der Märzrevolution, des Ringtheaterbrandes und der Kindereuthanasie – um nur ein paar zu nennen - finden sich auf dem weitläufigen Areal.
Aufgrund der Größe des Friedhofs sind oft weite Strecken zu den einzelnen Gräbern zurückzulegen, weshalb die Hauptwege auch mit dem Auto befahren werden können. Des Weiteren stellt die Stadt Wien seit 1971 einen Friedhofsbus zur Verfügung, welcher tagsüber im 30-Minuten-Takt die Friedhofsbesucher auch zu entlegenen Gräbern bringt. Am Besten erreicht man den Zentralfriedhof mit der Straßenbahnlinie 6 oder 71. Der Friedhof ist täglich geöffnet, jedoch sind die Öffnungszeiten je nach Jahreszeit unterschiedlich.
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