Die besten Sehenswürdigkeiten von Fes
Die Medina von Fes enthält viele bedeutende Sehenswürdigkeiten: Neben der Atmosphäre einer lebendigen Mittelalterstadt, kann man islamische Architektur in Vollendung bestaunen.
Genau genommen ist es schwer von „der Medina“ zu sprechen, da die älteste Königsstadt Marokkos aus drei Teilen besteht: Fes el-Bali (der Altstadt und Medina), Fes el-Dschedid (der Neustadt aus dem 13. Jahrhundert und zweiter Medina) und der Ville Nouvelle aus der französischen Kolonialzeit. Die meisten Sehenswürdigkeiten sind in Fes el-Bali zu sehen, deren beste nun kurz vorgestellt werden. Man sollte aber nicht vergessen, dass es neben diesen „steinernen“ Sehenswürdigkeiten auch noch das leckere Essen, das farbenfrohe Gedränge und die Freundlichkeit der Marokkaner zu erleben gibt.
Die Medina
Medina ist arabisch und bedeutet nichts anderes als Stadt. Wenn man in Bezug auf arabische Städte jedoch von Medina spricht, ist eine bestimmte traditionelle Form des Städtebaus gemeint: Eine Stadt, welche von einer Stadtmauer umgeben wird, deren Zentrum eine Moschee ist und in der das zentrale Element der Suq, der Markt, ist. In Fes ist die größte belebte Medina der Welt zu bestaunen, die an sich die wichtigste Sehenswürdigkeit ist. Sie wurde deswegen auch zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt. Doch sie hält auch den Rekord, die größte autofreie Stadt der Welt zu sein.
Gerade das macht die Atmosphäre von Fes el-Bali aus: Schwer beladene Esel schieben sich durch die engen Gassen, Händler mit Säcken auf dem Kopf versuchen sich einen Weg durch das Gedränge zu bahnen. Die Moderne scheint hier noch nicht angekommen zu sein – Touristen sind in Fes, sie haben Fes aber noch nicht übernommen. Handwerker arbeiten bis heute direkt im Suq: Im Gerberviertel wird Leder gegerbt, gefärbt und verarbeitet. Im Keramikviertel wird Keramik gebrannt, glasiert und verziert. Und im Kleiderviertel wird Stoff verkauft, genäht und fertige Kleidungsstücke werden unter die Leute gebracht.
Die Stadtmauer kann man am besten vom Burj Nord sehen: Um hierher zu gelangen muss man beim Parkplatz in der Hauptstraße der Medina Talaa al-Kebira vom Bab Bou Jeloud kommend rechts abbiegen und die lange Treppe auf den Hügel steigen. Von oben sieht man die komplette Stadtmauer, die sich fast bis zum Horizont erstreckt, man sieht die grünen Dächer und Minarette der Koranschulen und Moscheen und man sieht vor allem das riesige Häusermeer.
Islamische Architektur
Eine Medersa ist eine Koranschule. Im Grunde genommen ist sie ähnlich aufgebaut wie eine Moschee: Gegenüber des Einganges befindet sich die Gebetsnische, der Mihrab, neben welchem sich die Kanzel, der Mimbar befindet. Der Boden ist mit Teppich ausgelegt und man findet oft einen kleineren oder größeren Innenhof in der Mitte. In Fes sind die Medersas eher ein Ersatz für die Moscheen – diese dürfen nämlich leider von Nichtmuslimen nicht besucht werden, was sicherlich ein großer Verlust ist.
In der Medersa Bou Inania (Hauptstraße Talaa Kebira, nähe Bab Bou Jeloud) kann eine wunderschöne Merinidenkoranschule aus dem 14. Jahrhundert besichtigt werden. Der Eintritt kostet 10 Dirham, also umgerechnet etwa einen Euro, was sich auf jeden Fall lohnt. Zu sehen ist vor allem die zellij-Architektur. Dabei handelt es sich um eine besondere Kachelbauweise, bei der gemeißelte, bunte Kacheln wie ein Mosaik an die Wand gesetzt werden. Auch sollte man auf die typische Vierteilung der Wände achten: Unten die Kacheln, darüber Stuck, darüber Holzverkleidung und ganz oben die typischen grünen Dachziegel, für welche Fes bekannt ist. Geöffnet ist die Medersa täglich, während der Gebetszeiten allerdings manchmal geschlossen.
Die Medersa el-Atterine ist neben der zentralen Kairaouine-Moschee im Herzen der Medina. Man gelangt fast zwangsläufig zu ihr, wenn man die Hauptstraße hinunterläuft. Eintrittspreis und Öffnungszeiten sind wie bei der Medersa Bou Inania. Sie ist vor allem interessant, da sie als Angliederung der Kairaouine-Moschee gebaut wurde, welche bis heute geistiges und spirituelles Zentrum Marokkos ist. Die Moschee enthält gleichzeitig die älteste Universität der Welt und wäre damit die wohl wichtigste Sehenswürdigkeit der Stadt, darf aber – wie oben erwähnt – von Nichtmuslimen nicht betreten werden (vielleicht kann man aber durch ein Tor einen Blick auf den Innenhof erhaschen...). In der Koranschule wurde aber ein ähnlicher Stil wie in der Moschee verwendet. Sie ist etwas älter als die andere Medersa und bietet neben der zellij-Architektur einen Blick auf die kleinen Kammern der Studenten, die um den Innenhof liegen.
Das Gerberviertel Chuwwara
Eine weitere wichtige Sehenswürdigkeit von Fes ist ein lebendiges Handwerksviertel, für welches man sich in das Gerberviertel Chuwarra begeben muss. Dafür geht man in Richtung der Hauptstraße an der Kairaouine-Moschee vorbei und biegt dann links ab – die Händler werden aber schon wissen wo man hin möchte und einem den Weg weisen. Um das berühmte Foto schießen zu können, muss man sich von einem Händler in der Straße auf seine Terrasse führen lassen. Von dort sieht man die unzähligen verschiedenen steinernen Töpfe mit Chemikalien, Urin und Farben. Leder wird hier am Fluss Oued Fes noch genau so verarbeitet wie im Mittelalter. Zuerst werden in einem Bad Gerbstoffe (zum Beispiel von Urin) an die Haut gebunden, dann wird die Haut getrocknet, danach wieder in Wasser gelegt und zuletzt in heißem Wasser geschrumpft. Dadurch erhält man beständiges und reißfestes Leder, welches in Chuwwara direkt gefärbt wird. Die Arbeiter steht bis zu den Oberschenkeln in giftigen Chemikalien – der Arbeitsschutz stammt leider auch aus dem Mittelalter. Die fertigen Lederarbeiten kann man bei den Händlern im Viertel direkt erwerben.
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Ein Bummel die Medina von Fes
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Die Gerberei von Fes
Fes,Marokko,