Die Burg von Rasnov (Rosenauer Bauernburg)

Die trutzige Burg von Rasnov aus dem Jahre 1215 thront auf dem Hügel vor der Stadt Rasnov (Rosenau). Sie bietet mit ihren zahlreichen Innengebäuden ein lohnenswertes Ausflugsziel.

Anfahrt zur Burg von Rasnov

Das Städtchen Rasnov (deutsch: Rosenau) liegt jenseits der Karpaten zwischen Brasov und Bran. Von Bukarest aus folgt man zunächst der Beschilderung Richtung Brasov und biegt in Predeal hinter der Brücke gemäß Hinweisschild links ab. Die Strecke führt uns über eine stellenweise in schlechtem Zustand befindliche Serpentinenstraße, für die jedoch die schöne Landschaft entschädigt. Im Sommer ist der letzte Teil der Strecke kurz vor deron Burg von Rasnov mit Bukarester Ausflüglern übersät, die in der Wiese nahe am Fluss zelten und grillen. In den Parkplätzen der Serpentinenstraße trifft man bisweilen auf kleine Stände, wo Bäuerinnen hausgemachten Räucherkäse (branza afumata) oder in einer Schafsblase fermentierten Käse (burduf) feilbieten. Auch Honig oder natürliche Sirupe aus Tannenknospen, jungen Tannenzapfen oder Waldbeeren kann man hier oft erstehen.

Am Ortseingang von Rasnov (Rosenau) sticht einem sofort die gewaltige Burg ins Auge, die majestätisch auf einem 150 m hohen Hügel thront. Man erreicht sie entweder zu Fuß vom Stadtzentrum aus, indem man einfach den Hügel hinaufklettert. Der Weg ist steil, aber nicht allzu beschwerlich, es dauert etwa 20 Minuten bis man oben ist. Er wurde angeblich schon im 17. Jahrhundert von den Stadtbewohnern angelegt, um bei Überfällen schnell Hab und Gut in Sicherheit zu bringen. Man kann jedoch auch vor dem Stadtzentrum rechts abbiegen und mit dem Auto von hinten bis zur Burg hochfahren.

Sehenswürdigkeiten von Rasnov

Die trutzige Burg von Rasnov (auch Rosenauer Bauernburg genannt) zählt zu den romantischsten Burgen in Transsilvanien (Siebenbürgen). Sie bietet einen großartigen Ausblick über das Bran-Rucar Tal und nach Zarnesti. Die Burg wurde zwischen 2002-2005 innen rekonstruiert und beherbergt heute neben einem Museum einige kleine Läden sowie eine Terasse für den Verzehr mitgebrachter oder vor Ort erworbener Speisen und Getränke. Ein Rundgang führt durch eine Vielzahl von Häuschen und Stallungen, die im Rahmen der Restauration wieder aufgebaut wurden. Beeindruckend ist der 164 m tiefe Burgbrunnen, vor allem wenn man dem verzögerten Aufprallgeräusch eines hineingeworfenen Steinchens lauscht. Ein überlebensgroßer Jesus aus Holz an der Außenwand der Kirche bietet ein schönes Fotomotiv. Für Kinder gibt es in der Burg jede Menge zu entdecken. Ein Münzfernrohr erlaubt einen Blick in die weite Ferne.

Geschichte der Burg Rasnov

Die Burg Rasnov wurde 1215 vom Deutschen Ritterorden mit Hilfe der lokalen Bevölkerung aus Rasnov, Vulcan und Cristian errichtet und bot Schutz vor den feindlichen Invasionen, welche die Handelsstraße im Bran Tal regelmäßig heimsuchten. Tatsächlich gelang die Eroberung der Burg Rasnov nur einmal um 1600. Im Jahre 1331 wurde die Burg Rasnov erstmals urkundlich erwähnt, unter dem rumänisch-slawischen Namen Rosnou. Spätere Erwähnungen folgen unter den Namen Rosnow (1343), Rasnow (1337), Rosinov (1377) und Rosarum (1388), wobei die Wortbasis "ros" im lateinischen, deutschen und slawischen Sprachraum für die Rose steht, die im Mittelalter das Emblem von Rasnov darstellte. Zusammen mit den deutschen Rittern kamen die ersten sächsischen Einwanderer zwischen 1211 und 1225 ins Land. Ein Teil davon ließ sich neben der bereits in Rasnov ansässigen rumänischen Bevölkerung nieder und trug wesentlich zur Entwicklung der Siedlung bei. Aufgrund guter Beziehungen zur Walachei wurde Rasnov bald zu einem bedeutenden Kultur- und Handelszentrum.

Im 14.-16. Jahrhundert avancierte die benachbarte Stadt Brasov zum bedeutendsten Handelszentrum von Transsilvanien. Rasnov wurde damit zum zweitwichtigsten Markt im Burzenland (Tara Barsei), wie mittelalterliche Dokumente bestätigen. Die wirtschaftliche Bedeutung stiegt weiter nach 1427 unter König Sigismund von Luxemburg, der Stadt und Burg das Recht verlieh, Markt zu halten. Der Brunnen der Burg Rasnov entstand zwischen 1623 und 1640 und wurde von zwei türkischen Gefangenen erbaut, denen man als Belohnung die Freiheit versprach. Der Brunnen ermöglichte den Burgbewohnern eine unabhängige Wasserversorgung. Er war bis 1850 in Betrieb und wurde dann wegen eines Bruchs des Förderrades stillgelegt.

Reisebericht als PDF
Autor: Nina May  29.04.2010 |  Beitrag hilfreich? Ja (3) | Nein

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