Die Eishöhlen Dachstein
Die Eishöhlen Dachstein zählen in Österreich zu den bedeutsamsten Naturdenkmälern und bieten dem Besucher gleich drei ganz unterschiedliche Naturschauhöhlen.
Die Entstehung der Eishöhlen begann vor 200 Millionen Jahren durch Mikroorganismen und Kalkausfällungen, die eine 1000 Meter hohe Kalkschicht gebildet haben. Nachdem sich die Kontinentalplatten eines Tages stark verschoben hatten, bekam diese Kalkschicht Risse. Es drang nun kohlensäurehaltiges Wasser durch die Oberfläche in das Innere des Berges und formte somit die Kalkhöhlen. Im Laufe der Zeiten gelangte dann Sickerwasser durch Spalten und Fugen im Fels in die Höhlen. Da in den Höhlen Kaltluft lagert wird das eindringende Sickerwasser gefroren und bildet somit seine faszinierenden Eisobjekte. Im Winter gibt es mehr Eisbildung als im Sommer Schmelzverlust. Man kann sich somit in jeder Jahreszeit die verschiedenen Eisobjekte in den Höhlen anschauen.
Die Rieseneishöhle
Die größte aller drei Höhlen befindet sich über dem Trauntal und zählt zu den größten ihrer Art. Jährlich wird die berühmteste Eishöhle Dachstein von über 150.000 Menschen besucht und ist von der Schönbergalm fußläufig schnell zu erreichen. Gut ausgebildete Tour-Guides führen die Besucher in einem fast einstündigen Rundgang durch die Wunder der Eislandschaften. Auf eisfreien Gängen gelangt man zuerst abwärts in den König Artus Dom mit seiner großen Tropfsteinhalle. Darauf folgt ein Aufstieg zum oberen Stockwert der Höhle. Man muss sich jedoch keine Sorgen bezüglich seiner Kletterfähigkeiten machen, denn es gibt für den Aufstieg stabile Treppen, die einem den Aufstieg erleichtern. Ist man oben angekommen, erwartet einen der Höhepunkt seines Rundgangs: Der Eispalast mit seinen vielen unterschiedlich entstandenen Eisformen. Am Parsifaldom gelangt man zum Großen Eisberg, wo sich über neun Meter hohe Eiskegel befinden. Bevor man dann wieder den Abstieg zur Großen Eiskapelle beginnt, durchquert man zuerst den Tristandom mit seinem 25 Meter dicken Bodeneis. Beim Verlassen der Höhle kann man auf den Hallstätersee hinab schauen.
Die Mammuthöhle
Nicht weniger beeindruckend ist die zweite der drei Höhlen, welche dem Namen nach enorme Ausmaße an Räumen und Gängen zu bieten hat. Ein Kilometer von den bisher bereits erforschten 60 Kilometern kann man auf einer Führung durchwandern. Der Höhenunterschied zwischen dem höchsten und dem tiefsten Punkt im Inneren beträgt 1.199 Meter. Bis zu einer Stunde kann man auf der Wanderung alles über die Entstehung solcher Höhlen lernen und bekommt gleichzeitig einen interessanten Einblick in die Arbeit der Forscher. Der Höhepunkt der Höhle liegt im so genannten Reich der Schatten. Hier zeichnete die Natur Bilder aus Bergmilch und Eisenoxid an die Höhlenwände.
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Die Koppenbrüllerhöhle
Die jüngste und letzte der drei Höhlen ist komplett von Bächen durchzogen und liegt im Tal des Dachstein. Vom Gasthaus Koppenrast gelangt man über einen 15 Minuten langen Wanderweg zum Eingang der Höhle. Im Inneren angekommen kann man unterirdische Wasserwege und ständig fließende Höhlenbäche beobachten. Da es hochwassersichere Wege gibt, ist die Besichtigung auch bei sehr schlechtem Wetter kein Problem. Es bietet sich sogar an, nach starkem Regen oder einer Schneeschmelze eine einstündige Führung zu buchen. Denn gerade nach schlechtem Wetter kann man hautnah miterleben, wie sich das trockene Bachbett in wenigen Minuten zu einem tobenden Wildbach verwandeln kann. Die Versturtzhalle, die Hannakluft und der Bocksee sind weitere Besichtigungspunkte, in denen sich eine Vielzahl von Tropfsteinen und Wandsintern befinden.
Ein Highlight für Liebhaber der Künste
Die Kunstuniversität Linz bietet in allen drei Höhlen faszinierende und überraschende Inszenierungen durch Licht- und Klangeffekte. Man wird aus dem Stauen nicht mehr heraus kommen wenn man miterleben darf, was die Universität Linz mit Licht und Klang zauberhaftes darstellen kann.
Neben den normalen Führungen bieten die Tour-Guides auch spezielle Führungen für Kinder an. Diese drehen sich rund um den Höhlenbär und können für die Mammuthöhle und die Koppenbrüllhöhle gebucht werden. Für Liebhaber des Abenteuers gibt es die Höhlentrekking-Touren, die auch für die eben genannten Höhlen gebucht werden können.
Die Öffnungszeiten für die Eishöhlen Dachstein:
- Vom 1.05.2010 bis zum 5.06.2010, 1.Führung um 9:20 Uhr und 2. Führung um 16:00 Uhr,
- Vom 6.06.2010 bis zum 31.08.2010, 1.Führung um 9:20 Uhr und 2. Führung um 16:20 Uhr,
- Vom 1.09.2010 bis zum 26.10.2010, 1.Führung um 9:20 Uhr und 2. Führung um 16:00 Uhr.
Als letztes sei noch das absolute Highlight zu erwähnen: Die Eisklangkonzerte in der Rieseneishöhle. Jedes Jahr präsentieren Künstler aus berühmten Orchestern ihre Konzertreihe „Eisklang“. Von Klassik bis Boogie kann man einem akustischen Meisterwerk im Parsifaldom lauschen. Dieser Konzertsaal ist wohl der außergewöhnlichste der Welt und bietet nicht nur aufgrund der kühlen Temperaturen ein Gänsehautgefühl. Die Eishöhlen Dachstein sind ein großartiges Naturerlebnis und hinterlassen bei Jung und Alt einen bleibenden Eindruck. Durch eine Seilbahn sind die Höhlen leicht zu erreichen.
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