Die Halbinsel Eiderstedt – Im Land der Deiche und Marschen

Eiderstedt lädt mit den Städten Husum, Lunden und Tönning zum Verweilen ein. Zahlreiche Rad-und Wanderwege sowie verschiedene Wassersportmöglichkeiten runden das Freizeitangebot ab.

Die Halbinsel Eiderstedt wird auf drei Seiten von der stürmischen Nordsee umspült und besitzt nur wenig besiedeltes Gebiet. Eines davon ist die Stadt Husum, welche den meisten wohl als Geburtsort des berühmten Dichters Theodor Fontane bekannt sein wird. Das Haus, in dem er 1817 geboren wurde, ist nach wie vor am Marktplatz der Stadt erhalten und kann besichtigt werden. Es präsentiert seinen Besuchern unter anderem das Poetenstübchen Fontanes, welches original getreu restauriert wurde. Wer anschließend noch nicht genug Kultur auf Eiderstedt erfahren hat, der ist im sogenannten Nissenhaus, einem Nordfriesischen Museum, herzlich willkommen. Dort werden in verschiedenen Sammlungen diverse Ausstellungsstücke zur Geschichte des Landes in punkto Kultur und Landwirtschaft präsentiert. Ferner bietet sich die Altstadt von Husum für einen kleinen Bummel an. Besonders die engen Gässchen haben ihren Reiz, die durch traditionelle Giebelhäuser optisch ergänzt werden. Weiterhin ist der Marktplatz eine Besichtigung wert, von wo aus man in wenigen Minuten bequem den Binnenhafen Husums als auch die Nordsee erreicht. Dort bekommt man einige Krabbenkutter zu Gesicht, die jeden Tag aufs Neue aufs Meer hinaus fahren. Eine Wanderung durch Husum bis zum Deich lässt jeden Wanderfreund frische Seeluft schnuppern und ist etwa 8,5 Kilometer lang.

Ein weiterer Ort, den es auf der Halbinsel Eiderstedt an der Nordsee zu besuchen lohnt, ist Friedrichstadt. Das Städtchen wurde von wohlhabenden Remonstranten, im Auftrag von Herzog Friedrich III. im Zusammenfluss von Eider und Treene im Jahr 1621, gegründet. Sie spalteten sich vom niederländischen Protestantismus ab, was sich bis heute im Stadtbild widerspiegelt. Die Gebäude sind mit typischen Treppengiebeln der holländischen Renaissance verziert. Diese kann man am besten bei einer Rundfahrt besichtigen, die an den Landungsbrücken startet.

Die nächste kleine aber ebenfalls sehenswerte Stadt auf Eiderstedt ist Lunden. Sie ist auf einer Binnendüne zu finden und besonders unter Kennern der Kunst hoch angesehen. Dies liegt am Geschlechterfriedhof der Stadt, der vor allem aus dem 16. und 17. Jahrhundert stammt. Er wird von großen Sandsteinstelen und Abdeckplatten dominiert, die mit reichlich Schmuck dekoriert sind. Ein großes Familiengrab bildet den Kern des Geschlechterfriedhofs, welches über eine Fläche von ca. 22 Quadratmeter verfügt. Hat man den Friedhof ausgiebig beäugt, sollte auch ein Besuch der herrlichen Kirche des Gräberfeldes nicht fehlen. Sie zeigt sich in einem schönen weiß und ist bis auf das 12. Jahrhundert zurückzuführen.

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Nicht weit von Lunden entfernt, stößt man auch schon auf Tönning. Die romantisch wirkende Hafenstadt ist direkt an der Eider gelegen und zeichnet sich durch einen Turmhelm aus dem Barock aus, der thronend über die Stadt ragt. Er stammt aus dem 12. Jahrhundert und gehört zur St.-Laurentius-Kirche, die für Besucher offen steht. Wer jedoch eher die Natur rund um Tönning etwas erkunden möchte, der sollte sich die Freizeitlandschaft Katinger Watt nicht entgehen lassen. Im dortigen Erholungswald trifft man auf zahlreiche Reit-, Rad- und Wanderwege, die für jeden das Richtige zu bieten haben. Eine Radtour von Tönning bis zum Deich hat in etwa eine Strecke von 35 Kilometer und führt am Eidersperrwerk vorbei. Dieses wurde von 1967 – 1972 errichtet, um die Eidermündung vor Sturmfluten zu schützen. Der Priel, ein größerer See, ergänzt das Freizeitangebot mit unterschiedlichen Wassersportmöglichkeiten. Für Vogelkundler ist das anschließende Vogelkundegebiet ein schöner Ort, um sich die Zeit mit Vögel beobachten zu vertreiben. Ein Fernglas mitzunehmen ist also sehr empfehlenswert.

Vielen bestimmt bekannt, ist das Nordseebad St. Peter Ording, welches sich durch zahlreiche Kureinrichtungen auszeichnet. Die Stadt besteht aus vier verschiedenen Stadtteilen, die sich weit auseinanderziehen. Auch hier kann man einem Museumsbesuch nachgehen, der im Eiderstedter Heimatmuseum vollzogen werden kann. Es befindet sich in einem prächtigen Bauernhaus aus dem 18. Jahrhundert. Für Sonnenanbeter eignet sich dagegen der Strand als guter Anlaufpunkt. Er ist sehr weitläufig und liegt auf einer acht Kilometer langen Sandbank. Der Strand ist auch für die kleinen Gäste sehr empfehlenswert, da er sehr flach ins Wasser geht. Wanderfreunde finden in St. Peter Ording und Umgebung, auf einem 100 Kilometer langen Wanderwegenetz, ihr Glück. Dieses führt über Dünen durch das ganze Vorderland und bietet daneben noch einen herrlichen Kiefernwald. Der kürzeste Wanderweg hat eine überschaubare Länge von drei Kilometern.

Seinen Urlaub auf der Halbinsel Eiderstedt kann man gut mit dem Besuch der Stadt Westerhever abrunden. Besonders der etwas außerhalb gelegene Leuchtturm ist sehr sehenswert. Auf der rechten und linken Flanke des Leuchtturms steht je ein Wohnhaus, wodurch ein malerisches Bild entsteht. Der Wanderweg, der die Gegend umfasst, führt über die sogenannten Salzwiesen, bis hin zum Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer. Der Park wurde 1985 ins Leben gerufen, um die einzigartige Natur vor negativen Einflüssen zu schützen. Deshalb darf der gesamte Wanderweg die ganze Zeit auf keinen Fall verlassen werden.

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Autor: Spunk  10.01.2011 |  Beitrag hilfreich? Ja | Nein

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