Die kurische Nehrung in Litauen

Eine Perle an der Ostsee ist die Bernsteinküste der kurischen Nehrung

Die kurische Nehrung ist ein insgesamt etwa hundert Kilometer langer und zwischen 380 Meter und 3,8 Kilometer breiter Landstreifen - genaugenommen eine Halbinsel - und ist durch das kurische Haff ostseitig vom Festland getrennt. Im Westen grenzt die kurische Nehrung an die Ostsee. Der litauische Teil der kurischen Nehrung erstreckt sich in Nord-Süd-Richtung über rund 50 Kilometer von der Hafenstadt Klaipeda bis zum Städtchen Nida unweit der Grenze zu Russland.

Eine eindrucksvolle Art, die kurische Nehrung - im wahrsten Sinne - zu erfahren, ist, die Strecke von Klaipeda bis Nida mit dem Fahrrad zurückzulegen. Der Landstreifen besteht ausschließlich aus Sand, der von Wind und Wetter stellenweise zu riesigen Wanderdünen aufgeschichtet wird. In der Vergangenheit wurden die Ortschaften auf der kurischen Nehrung mehr oder weniger regelmäßig von den sich fortbewegenden Sandmassen verschluckt. Erst im 19. Jahrhundert gelang es, die Dünen zu bepflanzen und damit einigermaßen zu stabilisieren. Sehr eindrucksvoll ist die sogenannte Große Düne gleich nach Nida. Sie hat schon in einigen Filmproduktionen mitgespielt und wird auch die "Sahara Ostpreußens" genannt.

Nida ist gegenwärtig der touristisch am besten erschlossene Ort auf dem litauischen Teil der kurischen Nehrung. Es gibt dort ein Tourismusbüro mit Internetterminals, nette Privatpensionen, Ferienwohnungen und kleine Hotels sowie ein breites Restaurantangebot. Die Küche auf der kurischen Nehrung ist generell sehr zu empfehlen. Neben interessanten traditionellen Eintopfgerichten wie etwa der kalten Rotkohlsuppe mit Sahne oder dem Erbsen-Karotten-Eintopf kommt naturgemäß auch viel frischer Fisch und Meeresgetier auf den Teller. Nicht entgehen lassen darf man sich das preisgekrönte Litauische Bier namens Svyturys.

Einmalig ist auch die Fauna und Flora auf der kurischen Nehrung, deren litauischer Teil - nebenbei erwähnt - den Nationalpark Kurische Nehrung bildet und damit gänzlich unter Naturschutz steht. Hat man beispielsweise eine Ferienwohnung mit Garten gemietet, so muss man damit rechnen, gegen Abend auf tierische Besucher zu treffen. Igel und Eichhörnchen sind ja schon recht possierlich, man darf sich aber auch nicht über junge Wildschweine wundern, die gelegentlich abends die Gärten der Ortschaften aufsuchen um sich an den reichlich vorhandenen Schnecken gütlich zu tun. Dem entsprechend ist auch die Sauberkeit der Strände! Man kann an diesen geschützten Küstenabschnitten die Ostsee von ihrer ruhigsten und schönsten Seite erleben - eventuelle Bernsteinfunde inklusive, wird doch auch hier vor der kurischen Nehrung der Ort des verschollenen Bernsteinzimmers vermutet.

Was es nicht gibt auf der kurischen Nehrung, das ist Party- oder Abenteuerurlaub im spektakulären Sinn. Sehr wohl findet man aber gastfreundliche Menschen, viel Ruhe, beschauliche und beeindruckende Naturschauspiele und das alles zu einem - noch - sehr guten Preis. Eine Auswahl an netten Unterkünften als Beispiel: Beschaulich ausspannen lässt es sich in der Ferienwohnung Regina in Nida. Es gibt Platz für vier Personen und das Ganze kostet insgesamt 83 Euro pro Nacht. Näher an den Dünen, in der Nähe des Leuchtturms befindet sich, wie der Name schon sagt, die Ferienwohnung Beim Leuchtturm. Sie bietet Platz für vier oder zwei Personen und kostet saisonabhängig 38 bis 72 Euro pro Nacht. Zu empfehlen sind auch noch die Ferienwohnung Villa Misko Namas mit Platz für zwei oder vier Personen, ab 48 Euro pro Nacht, und die Ferienwohnung Ieva mit Platz für vier Personen, saisonabhängig 60 bis 120 Euro pro Nacht. Übrigens: Seit 2000 zählt die kurische Nehrung zum UNESCO Weltkulturerbe. Noch ein Beleg mehr dafür, dass sich ein Ausflug an die Litauische Ostsee allemal lohnt!

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Autor: florian1  05.08.2010 |  Beitrag hilfreich? Ja | Nein

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