Die magische Insel Ibiza - Entdeckungstour entlang der Südküste

Ibiza ist mehr als nur eine Partyinsel für Technofans. Wunderschöne Küsten, atemberaubende Sonnenuntergänge und ruhige Buchten laden jeden Urlauber zum Erholen ein.

Was die Magie der Insel betrifft, war ich vor der Reise nach Ibiza doch eher skeptisch, dies sollte jedoch nicht lange anhalten. Mit zwei Freundinnen flog ich im Sommer 2008 nach Ibiza. Gebucht hatten wir ein kleines Hotel, etwas außerhalb von Sant Antoni, in einer ruhigen Seitenstraße, nur einige hundert Meter vom Unterhaltungsviertel des Vorortes entfernt. Das Hotel „San Marino“ ist ganz passabel eingerichtet. Wir hatten drei Einzelbetten, ein schönes Bad mit Wanne und einen Balkon, mit dem wir über den Ort hinweg zum Meer gucken konnten. Von da aus sahen wir, insofern wir im Hotel waren, jeden Abend einen wunderschönen Sonnenuntergang. Ibiza hat Sonnenuntergänge, die man sich schöner kaum vorstellen kann, so dass ich trotz täglicher Wiederholung, nicht widerstehen konnte, sie immer wieder zu fotografieren.

Sant Antoni de Portmany/Cala de Bou

Am ersten Tag machten wir nur einen kleinen Rundgang, die Einkaufstraße entlang und ein bisschen Strandsuche, die leider erfolglos war. In diesem Teil von Sant Antoni - Cala de Bou - gibt es nur kleine Badestellen. Also holten wir die Karte raus, redeten mit der Rezeptionistin und machten alternative Pläne. Da auf der Insel ein regelmäßiger Busverkehr herrscht und Sant Antoni an dieses Verkehrsnetz gut angeschlossen ist, beschlossen wir am nächsten Tag zur nahe gelegen Cala Bassa zu fahren. Es gibt in Cala de Bou mehrere Bushaltestellen und auch die Ticketpreise sind sehr human.

Cala Bassa – gemütliche Badebucht am Mittelmeer

Cala Bassa gefiel uns auf den ersten Blick. Eine wunderschöne Badebucht, fern ab von Hotelanlagen, mit Liegewiesen direkt unter Pinien, so dass auch der nicht sonnenfanatische Urlauber ein Plätzchen im Schatten findet. Verschiedene kleine Imbisse, ein Strandladen, ein Wassersportverleih und saubere Sanitäranlagen sind dort ebenfalls vorhanden. Da diese Bucht all unsere Erwartungen erfüllte, wurde Cala Bassa unser Strand für den Rest des Urlaubs.

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Von Sant Antoni bis Ibiza Stadt

Natürlich wollten wir nicht nur Badeurlauber sein, und so mieteten wir für zwei Tage einen Wagen, um noch etwas mehr der Insel zu erkunden. Unser erstes Ziel war Sant Antoni de Portmany, der Hauptort. Dort sind neben Ibiza Stadt, vor allem Partyurlauber anzutreffen, da Sant Antoni ein günstiges Partyviertel ist. Im Vergleich zu den angesagten Clubs der Insel, wo man mit mindestens 50,- Euro Eintritt rechnen kann, kann man hier für 50,- Euro mehrere kleine Partylocations aufsuchen, die alle ,Reeperbahnlike, nebeneinander liegen. Auch das berühmte Café del Mar ist hier angesiedelt, das jedoch pünktlich nach Sonnenuntergang schließt, so dass zum gemütlichen Cocktails trinken, nur noch die neben gelegenen Bars einladen. Viele hochzeitswütige Engländer nutzen Sant Antoni übrigens für ihre Junggesellenabschiedsfeiern. So auch eine Truppe in unserem Hotel, die jeden Tag anders kostümiert das Hotel verließ.

Am nächsten Tag fuhren wir weiter die Südküste entlang, Richtung Ibiza Stadt, wo wir auf einige süße Calas stießen. Unser erster Stopp war Cala Moli, eine absolut entzückende Badebucht, abseits von jeglichem Tourismus. Vollkommen unberührt, war dort bis auf ein paar Badegäste und drei Boote im Wasser auch nichts vorzufinden. Weiter die Küste entlang, mussten wir oftmals anhalten, da die Aussicht einfach atemberaubend war. Das war jedoch nicht allzu leicht, da die Küstenstraßen zum Teil sehr eng und uneinsichtig sind.

An der Cala Vedella, an der wir zur Mittagszeit ankamen, legten wir eine Badepause ein. Im Hintergrund lief chillige Musik aus einer der dort ansässigen Bars, was der Urlaubsstimmung keinen Abbruch tat. Dieser kleine Urlaubsort ist nebenbei bemerkt ideal für Familien und alle Reisende, die mehr Wert auf Erholung als auf Unterhaltung legen. Danach besuchten wir den Felsen „Es Vedra“, der mitten im Meer liegt. Da keine Straße hinführt, war der Weg dorthin etwas schwierig. Wir parkten das Auto und liefen querfeldein über Felsen und durch Büsche, bis wir eine geeignete Aussichtsplattform fanden. Wir setzten uns einen Moment und erlebten eine Überraschung. Eine kleine Eidechse schloss mit mir Freundschaft. Sie kam immer und immer wieder und sagte mir über meinen Zeh hinweg „Guten Tag“. Das war sicherlich eines der beeindruckendesten Erlebnisse dort an diesem magischen Ort.

Zum Schluss unserer Mietwagentour fuhren wir nach Ibiza Stadt, wo ein Hotel neben dem anderen, direkt am kilometerlangen Sandstrand liegt. Anders als die bisher gesehenen, ruhigen Badebuchten, tobte hier das Meer etwas doller und herrliche Wellen verführten mich sofort dazu ins Wasser zu springen, während meine Reisegefährtinnen lieber einen Cocktail schlürften.

Paul van Dyk im Amnesia auf Ibiza

Nachdem das Sightseeing Programm für diesen Urlaub erstmal abgeschlossen war, durfte jedoch eines nicht fehlen. Paul van Dyk hatte sein jährliches Debüt im angesagten Club Amnesia, den wir mit Flyer etwas günstiger aufsuchen konnten. Da wir aber nicht über einen der vielen „Pre-Party“-Veranstalter dort hin wollten, kostete der Eintritt immerhin noch 50,- Euro.. Wir sollten es jedoch nicht bereuen. Der Club ist wohl einer der schönsten der Welt. Aufgeteilt in zwei große Hallen, ist das Ambiente einfach unbeschreiblich. Allein die Waschräume - nicht nur, dass ausreichend viele vorhanden waren, nein auch die Optik: Marmorverzierte Waschbecken, riesengroße Spiegel und vor allem viel, viel Platz.

Als Paul van Dyk dann auflegte war die Stimmung einfach grandios. Die Masse tanzte und jubelte ihm zu, fast jeder dort konnte seine Songs, insofern es eine Textpassage gab, auch mitsingen. Meine Freundin und ich tanzten bis 7 Uhr durch. Das war bei Getränkepreisen von knapp 10,- Euro pro kleines Bier und Miniflasche Wasser gar nicht so einfach zu bewältigen, denn das Tanzen machte ganz schön durstig. Nachdem uns die Beine richtig weh taten, verließen wir den Club. Draußen standen einige Busse und jede Menge Taxis, so dass das Wegkommen von dort (der Club liegt direkt an der Inselautobahn) recht leicht war. Die Taxifahrt hin und zurück kostete knapp 40,- Euro, was durch zwei geteilt, doch recht günstig war.

Abschied von der magischen Insel Ibiza

Unseren Abschiedsabend verbrachten wir in einem uns nahe gelegenen Restaurant, in dem wir öfter aßen. Der Kellner führte uns in sein Wissen über spanischen Schnaps ein, und ließ uns zugleich auch mehrere Kostproben zukommen. Da unser Flug erst abends ging, bot unser Hotel dazu noch einen sehr guten Service an, für nur 15,- Euro konnten wir das Hotelzimmer bis zur Abfahrt behalten, so dass wir den ganzen Tag in Ruhe am Pool verbringen konnten.

Das Magischeste an der Insel, abgesehen von meinem Freund der Eidechse und den fantastischen Sonnenuntergängen ist jedoch, dass man auf der Insel einfach nicht müde wird. Wir waren oft bis 7 Uhr früh oder länger wach, auch ohne Auszugehen und schon nach drei Stunden Schlaf wieder fit. Das kenne ich bisher von keinem Urlaub. So dass ich abschließend sagen kann, Ibiza wird mich auf jeden Fall wiedersehen.

Reisebericht als PDF
Autor: Liane Spindler  04.08.2010 |  Beitrag hilfreich? Ja (2) | Nein

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