Die roten Berge der Côte d'Azur

Das Estérel-Gebirge zwischen Cannes und Saint-Raphael fällt wegen seiner roten Farbe auf und bietet viele gemütliche Badebuchten für individuelle Ferien.

Zugang zu einer Badebucht unterhalb der Panoramastraße im Estérel-Gebirge

Verlässt man Cannes über den vierspurigen Boulevard du Midi, passiert man zunächst den Ortsteil La Bocca mit seinen Appartmenttürmen und erreicht schließlich den Vorort Mandelieu. Sieht das Estérel-Gebirge aus der Ferne eher blaugrau aus, so erkennt man jetzt die charakteristische rote Farbe des porphyrhaltigen Gesteins der Bergkette. Befand man sich gerade eben noch im, zumindest an der Küste dicht besiedelten, Département Alpes-Maritimes, so gelangt man während des Anstiegs in das eher romantischere Var. Blickt man zurück von einem der Aussichtspunkte, präsentieren sich der Golf von Napoule und die dahinter gelegene Engelsbucht als stark verstädterter Küstenstreifen, dessen weiße Hotels und Appartmentblocks mit dem blauen Meer kontrastieren. Große, weiße Yachten wirken wie dem Land entrissene Zivilisationsinseln und Villen sind wie weißer Kandiszucker in die sanften Hügel Cannes' gewürfelt, in ständiger Konkurrenz mit dem Nachbarn um den besten Meerblick.

Doch der Blick sollte jetzt eher nach vorn gerichtet sein, wo einerseits gezackte, rote Felsformationen in den blauen Himmel ragen, und andererseits, weiter unten, das azurblaue Meer rote, vorgelagerte Porphyrinselchen umspült. Von Théoule-sur-Mer über Miramar und Agay bis Saint-Raphael windet sich die Küstenstraße mal rauf, mal runter, je nach Tempo zwanzig bis dreißig Minuten lang durch diese atemberaubende Landschaft, die einen Astronauten aus der Zukunft vermutlich an den Mars erinnern würde. Doch bezieht man das Meer mit ein, und darum kommt man gar nicht herum, ergibt sich ein Cornwall in rot. Viele einsame Buchten laden zum baden ein, und kurz vor Saint-Raphael gibt es sogar einen interessanten Küstenwanderweg, der schließlich in der Stadt mit ihrem wie aus einem Märchen aus 1001 Nacht stammenden Sakralbau endet. 1001 Nacht hielt es der amerikanische Schriftsteller F. Scott Fitzgerald Ende der zwanziger Jahre nicht in Saint-Raphael aus, doch dafür hatte er schon vorher viele Jahre an der Côte d'Azur gelebt. Er wusste wohl warum.

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Autor: Norbert P  23.02.2011 |  Beitrag hilfreich? Ja | Nein

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