Die Umgebung Verduns – Schauplätze des Ersten Weltkriegs live erleben
Verdun und seine Umgebung sind von der Geschichte des Ersten Weltkriegs stark geprägt. Die beeindruckenden Schlachtfelder sind auf jeden Fall einen Besuch wert.
Die Kleinstadt Verdun, auf halbem Weg zwischen Strasbourg und Paris in der Lorraine gelegen, ist spätestens seit der „Schlacht von Verdun“ im Ersten Weltkrieg in aller Welt bekannt. In der näheren Umgebung von Verdun lohnt es sich besonders die Schlachtfelder zu besichtigen. Auch wenn der Besuch speziell an einem kalten regnerischen Tag etwas beängstigend ist, so sind die Schauplätze des Ersten Weltkriegs historisch doch sehr interessant und vor allem sehr ansprechend dargestellt. Die Schlacht von Verdun im Ersten Weltkrieg begann am 21. Februar 1916 und dauerte bis Dezember desselben Jahres.
Mitten im ehemaligen Schlachtfeld wurde das Mémorial de Verdun gebaut, eines der bedeutendsten europäischen Gedenkmuseen zum Ersten Weltkrieg. Es beherbergt unter anderem ein riesiges Modell des Schlachtfeldes und Alltagsgegenstände der Soldaten. Von Februar bis Mitte Dezember ist das Memorial täglich von 9.00-12.00 Uhr und von 14.00-18.00 Uhr geöffnet. Der Eintritt für Erwachsene kostet 7 Euro, für Schüler und Studenten ab elf Jahren 3,5 Euro und unter elf Jahren ist der Eintritt kostenlos. Ganz in der Nähe auf dem Weg nach Douaumont, liegt Fleury. Es ist eines der neun zerstörten Dörfer. Vor dem Krieg lebten hier etwa 3.000 Menschen, die im Krieg zur Flucht gezwungen waren. Wegen Explosionsgefahr, Verminung und Verseuchung konnten sie nach dem Krieg auch nicht mehr zurückkommen. 1919 wurde in jedem Dorf eine Gedenkstätte mit Kapelle und ein Soldatendenkmal errichtet.
Das Ossuaire de Douaumont ist die wohl beeindruckendste Gedenkstätte des Ersten Weltkriegs. Der 46 Meter hohe Turm ragt über das gesamte Schlachtfeld und ist schon von Weitem zu sehen. Die 137 Meter lange Fassade trägt die Wappen jener Städte, die zur Errichtung beigetragen haben. Insgesamt starben in der Schlacht von Verdun 56.000 Soldaten, die im Glockenturm des Beinhauses und auch auf dem Soldatenfriedhof vor dem Ossuaire begraben liegen. Besondere Bedeutung erlangte Douaumont im Jahr 1984, als sich der französische Staatspräsident Francois Mitterand und der deutsche Bundeskanzler Helmut Kohl hier die Hand reichten und somit die französisch-deutsche Versöhnung besiegelten. Das Beinhaus ist ab Mitte Februar bis Ende Dezember täglich von 9.00-18.00 Uhr geöffnet. Im Zuge des kostenlosen Besuchs kann einer 20-minütigen audiovisuellen Vorführung gelauscht werden und auch der Turm bestiegen werden.
Zum Abschluss lohnt es sich auch noch das Fort de Vaux zu besichtigen, das 1916 von den Deutschen bombardiert wurde. Das dunkle, kalte und feuchte Fort kann dem Besucher mitunter Angst einflößen, da es sehr authentisch die Situation der Soldaten während der Schlacht zeigt. Der Besuch des Forts ist ganzjährig, außer im Januar, täglich von 10.00-17.00 möglich. Der Eintritt kostet 3 Euro für Erwachsene und 1,5 Euro für Kinder. Auch wenn die Gegend um Verdun kein bekanntes Reiseziel ist, die Geschichte dieser Region ist aber allemal eine Reise wert.
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