Durch die grüne Hölle - Auf der Nordschleife Nürburgring in der Eifel

Im Rennfieber geht es durch die grüne Hölle. Auf 22 km Strecke über Berg und Tal gibt es heiße Reifen auf der Nordschleife Nürburgring in der Eifel.

Zielbereich Nordschleife

Da, wo sich einst Fuchs und Hase gute Nacht wünschten, mittendrin, zwischen den romantischen Berglandschaften der Eifel, zwischen Feldern, Wäldern und Bauernhöfen, da brummt es seit über 80 Jahren ganz gewaltig. Spricht man von Hatzenbach, Fuchsröhre, Wehrseifen oder von Kesselchen, Wippermann und Schwalbenschwanz, dann bekommen viele Menschen eine Gänsehaut. Eine ganz bestimmte Erregung bemächtigt sich dann derer, die im normalen Leben doch ganz normale Bürger sind. Diese Namen stehen nicht etwa für Besonderheiten der Jägersprache. Sie sind, neben vielen mehr, Punkte an einer der legendärsten Rennstrecken der Welt, der Nordschleife des Nürburgrings. Im Jahr 1927 ging nach 23 Jahren der Idee und Planung und nach rund 2 Jahren Bauzeit der berühmte Rundkurs an den Start. Gesäumt von hohen Eifelwäldern folgt der Ring, wie er üblicherweise heißt, den landschaftlichen Gegebenheiten sprichwörtlich über Berg und Tal. Die Länge der reinen Nordschleife beträft 22, 3 km, hinzu kommt die Start- und Zielschleife mit 2,2 km und eine Südschleife von 7,7 km Länge. Die klassische Grand-Prix-Strecke beinhaltete aber nur Nordschleife und Zielstrecke.

Mit über 2000 Arbeitern, die teilweise aus angrenzenden Regierungsbezirken angefordert wurden, baute man in nur knapp zwei Jahren die im Mittel acht Meter breite Rennbahn in die bewaldeten Eifelberge, eine menschliche wie technische Meisterleistung, bei der über 330.000 m³ Erdreich und Gestein bewegt und mehr als 11000 m³ Beton verbaut wurden. Für das arme Eifel-Land rund um Adenau stellte der Bau der Rennstrecke einen gewaltigen Aufschwung dar, der über viele Jahrzehnte und auch heute noch anhält. Von Anfang an fuhren auf dem Nürburgring die bekanntesten Namen. War es auf der technischen Seite hauptsächlich der legendäre Silberpfeil von Mercedes, so prägten sich Namen wie Rudolf Caracciola und Bernd Rosemeyer unauslöschlich in die Erinnerung der Menschen ein, werden heute noch von Generation zu Generation weitergegeben.

1950 kam die Formel 1 an den Ring und sorgte für Furore. Immer schneller fuhren die Autos, lag 1951 die mittlere Renn-Geschwindigkeit im roten Sieger-Ferrari noch bei 134 km/h, waren es Anfang der 70er Jahre weit über 185 km/h. Zu schnell für eine Rennstrecke, die nach ganz anderen Maßstäben in den 1920ern entstand. Schwere Unfälle, unzureichende Sicherheitszonen und viel zu lange Rettungswege läuteten in den siebziger Jahren trotz mehrfacher Umbauten das Ende der Nordschleife als Formel 1-Strecke ein. 1967 wurde der letzte Grand-Prix auf der Nordschleife ausgetragen, erst 1984 kehrte die Formel 1 auf die neu gebaute, nur viereinhalb km lange Grand-Prix-Strecke zum Nürburgring zurück.

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Breidscheid, ein Ortsteil der idyllischen Mittelalter- und Johanniterstadt Adenau, ist der tiefste Punkt der Rennstrecke. Von dort gewinnt die Nordschleife mit ständiger Steigung rund 300 Höhenmeter bis zur Hohen Acht. Dann bleibt die Strecke überwiegend auf der Höhe bis zum Start- und Zielbereich, führt auch teilweise entlang der benachbarten Bundesstraße B 258. Von der Nürburg bekam der Nürburgring seinen Namen. Die Nürburg ist die Ruine einer Höhenburg aus dem 12. Jahrhundert und wurde in Teilen wieder aufgebaut. Der Ort Nürburg zu ihren Füßen ist ein zentraler Punkt des Nürburgringtourismus. Nun ist es nicht mehr weit zum Zielbereich, danach verliert der Ring wieder an Höhe bis hinunter nach Breidscheid. Millionen von Menschen haben jedes Jahr den Ring besucht und tun es weiterhin. Rund um die Nordschleife wurde und wird zu den Renn-Veranstaltungen gecampt, gegrillt, gefeiert. War es früher die Formel 1, die bereits Tage vorher hunderttausende anzog, so ist es heute unter anderem das 24-Stunden-Rennen durch die grüne Hölle. Der Bann der Nordschleife ist nach wie vor ungebrochen. Das ist sicherlich auch ihrer unvergleichlich schönen Lage inmitten der Natur zu verdanken.

Wenn auch die Formel 1 nicht mehr die Nordschleife befährt, so hat doch Michael Schumacher maßgeblich dazu beigetragen, die Rennszene und damit den Ring weiterhin populär zu halten und ein wenig Euphorie kommt sicherlich auch auf, wo doch gerade ein neuer Weltmeister aus deutschen Landen das Siegertreppchen der Formel 1 bestiegen hat. Wer selber einmal seine Rennkünste ausprobieren möchte, dem steht die legendäre Nordschleife außerhalb von Rennen gegen eine Gebühr für 22 Euro pro Runde zur Verfügung. Der Einstieg in die Strecke ist dazu unter anderem in Breidscheid möglich.

Für die, die es etwas beschaulicher mögen, ist das Eifel-Land rund um den Nürburgring das ideale Urlaubs- Wochenend- und Wanderziel. Das Ahrtal lockt mit Rotwein und steilen Bergen. Adenau ist auf den Spuren des Mittelalters immer eine Reise wert, schöne Fachwerkhäuser findet man dort noch an jeder Ecke. Die Eifeldörfer fangen den Urlauber mit ihrem Charme und ein Übriges tun die Burgen und Burgruinen rund um den Ring. Innerhalb der Nordschleife liegt die bereits erwähnte Nürburg, dann die Ruine der Virneburg und viele weitere Altertümer. Nicht zu vergessen, die höchste Erhebung der Eifel, die 747 Meter messende Hohe Acht, ein Vulkankegel mit dem Kaiser-Wilhelm-Turm. Von dort kann man bei gutem Wetter sogar den Kölner Dom sehen. Wenige Kilometer in Richtung Mayen befindet sich Schloss Bürresheim. Die Burg wurde ebenso wie die Burg Eltz nie durch Kriege zerstört und kann heute in bestem Zustand besichtigt werden.

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Autor: voyager  19.11.2010 |  Beitrag hilfreich? Ja (1) | Nein

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