Eine Reise durch Usbekistan
Bei einer Reise durch Usbekistan erhält man Einblicke in fremde Kulturen und in die Geschichte des Landes.
Usbekistan liegt in Zentralasien zwischen Kasachstan, Kirgisisan, Tadschikistan, Afghanistan und Trukmenistan. Das Land gehört immer noch zu den exotischen Reisezielen und bietet mit seinen faszinierenden Landschaften und den geschichtsträchtigen Städten unvergessliche Erlebnisse. Die Reise durch Usbekistan führt ein Stück entlang der alten Seidenstraße, die in der Antike von Europa nach China führte. Das Land zieht sich vom Aralsee im Westen bis hin zum Ferghanatal im Osten, es besteht größtenteils aus Wüsten und Steppenlandschaften. Der höchste Berg liegt im Hissargebirge, er trägt den Namen Khazret Sultan und ist 4.643 m hoch. Die Hauptstadt Taschkent hat rund 2,1 Mio. Einwohner und liegt im Osten des Landes an der Grenze zu Kasachstan. In Usbekistan herrscht ein extremes Kontinentalklima, die besten Reisezeiten sind von April bis Juni sowie September und Oktober. Die Temperaturen können im Sommer bis zu 45 Grad erreichen, die Luftfeuchtigkeit ist allerdings sehr gering.
Buchara
Den Reisenden erwarten beeindruckende Städte mit ihren prächtigen Bauwerken und orientalischen Märkten. Buchara ist eine der ältesten Städte Mittelasiens, sie spielte in der mittelalterlichen Geschichte eine wichtige Rolle. Deren Altstadt gehört zum Weltkulturerbe der UNESCO. Eines der ältesten Denkmäler ist die Zitadelle Art, die im Zentrum der Stadt liegt. Vor 2000 Jahren war sie als Festung der Mittelpunkt Bucharas, heute können neben dem Herrscherpalast die Harem, die Räumlichkeiten der Wesire, das Gefängnis und die Moscheen besichtigt werden. Das Mausoleum des Ismail Samani ist das einzige erhaltene Baudenkmal der Samaniden-Dynastie und hat somit eine große kulturgeschichtliche Bedeutung. Es liegt am Rande der Altstadt und gilt als Meisterwerk der mittelasiatischen Baukunst.
Ein weiteres bedeutendes Bauwerk stellt der Poi-Kalan-Komplex mit dem Kalan-Minarett als Mittelpunkt dar. Dies stammt aus dem Jahre 1127 und besteht aus einer 46 m hohen runden Säule. Es ist aus gebrannten Ziegeln, die die ornamentartig angeordnet sind, errichtet. Ein beeindruckendes Bild bieten die Kalan Moschee und die Mir-i Arab Medresse mit ihren blauen Kuppeln, sie liegen unterhalb des Minaretts. Die Kalan Moschee gilt als eine der prächtigsten Moscheen in Mittelasien, ihr Hof ist von überdachten Galerien umrahmt und auf den Säulen sind insgesamt 288 Kuppelgewölbe zu sehen. Tak-i Sargaron war im 16. Jahrhundert ein bedeutendes Basargebäude, früher waren die Basare überdacht um Käufer und Händler vor den Witterungen zu schützen. Heute locken die Basare mit ihren exotischen Gewürzen, Früchten und Gemüse und bieten tolle Fotomotive. Ein Rundgang über einen Basar sollte auf jeden Fall auf dem Programm stehen.
Samarkand
Zu den Höhepunkten einer Reise durch Usbekistan gehört Samarkand, die Hauptstadt des gleichnamigen Gebiets und eine der ältesten Städte Mittelasiens. Sie gilt als ein wichtiges industrielles und kulturelles Zentrum, ihren Mittelpunkt bildet der Registanplatz, der mit den umliegenden Medresen ein prachtvolles orientalisches Bild bietet. Die Koranschulen bezeichnet man als Medresen. An der linken Seite des Platzes befindet sich die Ulug-Bek-Medrese aus dem beginnenden 15. Jahrhundert. Das Monumentalbauwerk besitzt an beiden Seiten mit glasierten Kacheln geschmückte Minarette, an der Hauptfassade befindet sich ein Portal, das mit einem großen Spitzbogen abgeschlossen wird. In den Innenräumen ist ein Museum für Miniaturbuchkunst und seltene Handschriften untergebracht.
Tillya-Kari Medrese ist in der Mitte des Platzes gelegen, sie diente zeitweise als Moschee. Ihr Hauptsaal ist mit Wandmalereien und Vergoldungen verziert. Auf der rechten Seite des Platzes befindet sich die dritte Medrese, sie trägt den Namen Sche-Dor. Scher bedeutet auf usbekisch "Löwe", sie ist nach den Darstellungen von Löwen und Antilopen benannt, mit denen sie geschmückt ist. Der Innenhof wird häufig für Konzerte unter freiem Himmel genutzt. Am Abend ist es besonders stimmungsvoll auf dem Registan-Platz, dann werden die eindrucksvollen Bauwerke von zahlreichen Scheinwerfern angestrahlt. Zu den weiteren architektonischen Meisterwerken in Samarkand gehört das Gur-Emir Mausoleum. Es befindet sich südwestlich des Registan-Platzes und ist über und über mit Ornamenten geschmückt. Gekrönt wird es von einer riesigen Kuppel. In dem Mausoleum wurde Timur, ein mongolischer Herrscher, beigesetzt, daneben befindet sich die Grabstätte seines Enkels Ulug Bek.
Taschkent
Die Hauptstadt Taschkent ist eine der ältesten Städte der ehemaligen Sowjetunion und ein früheres Zentrum an der Seidenstraße. 1966 wurden große Teile der Stadt durch ein Erdbeben zerstört. Nach den Aufbauarbeiten entstand eine moderne Metropole mit Wohngebäuden, prächtigen Boulevards und schönen Parkanlagen, die als Zentrum für Wissenschaft und Kultur in Usbekistan gilt. Zu den wichtigen historischen Gebäuden zählen die Kukeldasch-Medresse aus dem 16. Jahrhundert sowie die Medresse Barak Chan. Der Chorsu Basar liegt inmitten der Altstatt und ist einer der größten Basare der usbekischen Hauptstadt.
Kulturfreunde finden eine Reihe interessanter Museen in Taschkent, im Museum für Angewandte Kunst werden unterschiedliche Gattungen und Stilarten des usbekischen Handwerks präsentiert. Das Museum der Bildenden Kunst zeigt Werke der Malerei, Bildhauerei und der Grafik, die von russischen und europäischen Künstlern stammen. Auch Kunstgegenstände aus Japan, Indien, Burma und China können dort bewundert werden. Das Nationale Naturmuseum vermittelt einen Eindruck über die Flora und Fauna Usbekistans.
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