Eine Tea Time der besonderen Art – im Freien zu genießen

Zu einem Urlaub auf der britischen Insel, in einem Cottage auf dem Lande, gehört eine Einladung an die nähere Nachbarschaft. Mit einer Teetafel nach englischer Art liegt der ausländische Gastgeber voll im Trend

Je nachdem, wo der Sommerurlaub auf der britischen Insel verbracht wird, ergibt sich mit Sicherheit die Gelegenheit oder, auch besser gesagt die Notwendigkeit, die einheimischen Nachbarn einmal einzuladen. Zu einem angemieteten Cottage gehört auf jeden Fall ein Zier-/Nutzgarten, mit allem, was er landestypisch so bietet. Im Verlaufe von einigen Wochen lernt man seine Nachbarn zwar kennen, jedoch meistens nicht so nahe, als dass sich daraus formelle Einladungen zu Lunch oder Dinner ergeben. Eine gut gewählte Alternative ist da eher die formlose Einladung zu einer ‚Teetafel nach englischer Art‘, nachmittags etwa gegen 16.30 Uhr. Nicht zu verwechseln mit der original englischen Tea Time, die nun wirklich den Einheimischen vorbehalten bleiben, und mit der man als Gast im Lande auch keinesfalls konkurrieren sollte.

Ganz im Gegensatz zur englischen Tea Time geht es deutlich zwangloser zu. Der Mittelpunkt im Freien sollte ein ausreichend großer Tisch sein, mit Schirm oder einer Markise versehen, um die Gäste vor Sonne, Wind oder auch einigen Regentropfen zu schützen. Die Sitzgelegenheiten um den Tisch herum müssen nicht unbedingt zusammen passen. Wichtig sind Bequemlichkeit sowie ein ausreichender Platz zu den Nachbarn links und rechts hin. Beliebt ist jegliche Art an Korbsesseln mit weicher Kisseneinlage. Eine geschmackvolle, zum Ambiente passende Tischdecke sollte ausreichend groß sein und auch zum Porzellan passen. Dazu bietet sich Geschirr aus Keramik ebenso an wie farbiges Glas und praktisch zu handhabendes Besteck. Windlichter, Öllampen oder Talglichter sorgen beim Nahen der Dämmerung für eine angenehme und ruhige Atmosphäre. Der notwendige Blumenschmuck stammt direkt aus dem Garten vom Cottage und kann ansprechend und recht üppig in kleinen Tischvasen dekoriert werden. Einige Kübelpflanzen grenzen das gesamte Arrangement gekonnt ein, und auch das eine oder andere Beistelltischchen wird sich im Verlaufe der Stunden als hilfreich erweisen.

Doch das Eigentliche ist ja das leibliche Wohl. Für diese Teetafel nach englischer Art bietet sich eine gekonnte Mischung aus süßen und pikanten Köstlichkeiten und Snacks an. Den besonderen Charakter bilden kleinere Mengen in einer großen Vielfalt und Auswahl, als da sind ein Teilchenteller, kleine Törtchen mit Obst und Creme, sowie kleine Hefeteilchen mit viel Füllungen aus Marizpan, Nüssen oder Rosinen. Dazu passen ebenso selbstgebackene Milch- oder Rosinenbrötchen wie Marmeladen, Sauerrahmbutter, Mürbeteigplätzchen, Obst und Pudding. Zum pikanten Angebot zählen kleine Fleischbällchen aus magerem Rindfleisch, Ecken vom Toast belegt mit Käse, Salat oder Schinkenfüllung sowie Mozzarella mit Tomaten, Basilikum und Olivenöl. Wie gesagt, das Angebot soll möglichst groß, und die Gäste nicht allzu schnell gesättigt sein, damit sie über einen längeren Zeitraum möglichst viele der raffinierten Kleinigkeiten auch kosten und genießen können. Gerade das ist der Reiz dieser Nachmittagseinladung.

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Zum gekonnten Getränkeangebot zählen ein würziger Assam Tee, aromatisch gerösteter Kaffee sowie ein Glas trockener Sekt – oder auch eins mehr. Eine frisch angesetzte Bowle oder eine selbst gekochte Limonade, aufgefüllt mit Mineralwasser oder mit Weißwein, sind bei den einheimischen Gästen sehr beliebt. Mineralwasser sollte ausreichend vorhanden sein, während das ein oder andere Bier nur auf ganz persönlichen Wunsch ausgeschenkt, keinesfalls aber ‚frei‘ angeboten wird. Wenn die Nachbarn avisieren, das eine oder andere Kind mitzubringen, sollten ausreichende Möglichkeiten geschaffen werden, dass sich der Nachwuchs während dieser Einladung nicht nur nicht langweilt, sondern auch seinen eigenen Spaß haben kann. Wenngleich eine derartige Teetafel sicherlich Mühe und Aufwand kostet, so wird doch die Anerkennung der Gäste inklusive der unterhaltsamen Stunden dieses Urlaubstages in guter Erinnerung bleiben. Hinzu kommt auch noch, dass mit Sicherheit der eine oder andere gekonnte Tipp gegeben wird, was beim nächsten Mal nicht unbedingt besser, aber doch noch ‚englischer‘ gemacht werden kann.

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Autor: behaltmann  26.12.2010 |  Beitrag hilfreich? Ja | Nein

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