Elberadweg von Dresden nach Hamburg
"Unser Weg wird kein leichter sein!" - unter diesem Motto starteten wir unsere diesjährige Fahrradtour an der Elbe entlang. Wir fuhren den Elberadweg von Dresden nach Hamburg.
Der Elberadweg von Dresden nach Hamburg vom 29. Juni bis zum 10. Juli 2010: Mit viel Vorfreude und ordentlichem Respekt sind wir in diesem Jahr am 29. Juni aufgebrochen. Wir - zwei Hobbyradler - machten uns das zweite Mal auf zu einer Radtour. Vergangenes Jahr waren wir in Berlin, an der Müritz, in Stralsund und auf Rügen. In diesem Jahr haben wir uns den Elberadweg ausgesucht. Wir fuhren aber nicht von oben nach unten, sondern entschieden uns, mit der Elbe zu fahren, so fuhren wir von Dresden nach Hamburg. Ein wundervoller Weg - nur manchmal vielleicht etwas zu wenig ausgeschildert.
Über die Zugfahrt gibt es nicht viel zu sagen, außer dass man das Ticket rechtzeitig buchen muss, da es bei der Bahn immer wieder Stellplatz-Probleme für die Räder gibt. Beim Buchen sollte man darauf achten, dass mit der City-Night-Line gefahren wird. So kommt man gut ausgeruht an und kann gleich den ganzen Tag genießen. Hier mein täglicher Reisebericht, der unter dem Motto "Unser Weg wird kein leichter sein!" steht. Wir, das heißt mein Freund und ich. Wir radeln beide sehr gerne, aber hobbymäßig; einmal, vielleicht auch zweimal pro Woche fahren wir circa 30 bis 40 Kilometer.
Besichtigung der Stadt Dresden
Mittwoch, 30. Juni 2010: Ankunft in Dresden um 8.48 Uhr. Direkt in Dresden angekommen, haben wir uns stadteinwärts auf die Suche nach unserer Jugendherberge gemacht, die wir auch sehr schnell gefunden haben. Die Jugendherberge war sauber und sehr gut vom Bahnhof erreichbar. Mit dem Rad war man in ein paar Minuten in der Innenstadt und am Elbufer. Unser erster Stopp war der Zwinger und danach folgte die Frauenkirche. Sie ist der ganze Stolz der Dresdner – zu Recht. Ein imposantes und wunderschönes Gebäude.
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Danach stiegen wir wieder auf unsere Räder und fuhren kreuz und quer durch die Stadt. Hier ein schönes Gebäude und da der Hafen mit tollem Blick auf die Elbe - auf "unseren Weg" von Dresden nach Hamburg! Um die Frauenkirche herum und am Elbufer gibt es noch viele andere beeindruckende Gebäude. Hier empfiehlt es sich, einfach so durch die Straßen zu schlendern. Dabei entdeckten wir eine Straße mit vielen Restaurants, die alle auch Terrassenbewirtung anboten. Beim Radeln durch die Stadt kommen circa 40 Kilometer zusammen, die man aber gar nicht so bemerkt.
Donnerstag, 1. Juli 2010: Elberadweg von Dresden nach Wehlen und wieder zurück
Wir fuhren einfach mal so auf der rechten Seite der Elbe Richtung Bad Schandau. Gleich nach Dresden waren linker Hand wunderschöne Herrenhäuser. Eines schöner als das andere – es waren fast Schlösser. In Pillnitz stand dann ein schönes Schloss, das wir uns angeschaut haben – eine wunderbare Anlage. Beide sagten wir am ersten Tag: "Nur nicht zu viele Kilometer", denn wir hatten enorm Respekt vor dem, was uns die nächsten Tage auf unserem Weg von Dresden nach Hamburg erwartete. Nach circa 35 Kilometern kam Wehlen, und dort machten wir Mittagspause an einer kleinen Kirche. Hinter uns lag die Fähre, mit der wir ans andere Ufer wechselten. Nun waren wir linkselbisch und fuhren wieder gen Dresden. Auch auf dieser Seite des Elbradwegs gab es viel zu sehen - später dann auch wieder das Schloss Pillnitz, aber vom Wasser aus. Unsere heutige Fahrleistung betrug immerhin schon 74,36 Kilometer. Für den Anfang doch schon ganz schön gut!
Freitag, 2. Juli 2010: Dresden nach Döbern 1. Quartier in einer Gaststätte
Um in der kühlen Tageszeit schon recht weit zu kommen, standen wir um 6.30 Uhr auf und gingen um 7 Uhr zum Frühstück. Gegen 7.30 Uhr brachen wir auf dem Elberadweg dann auf gen Norden, auf unseren Weg von Dresden nach Hamburg. Unser Motto lautete: „Soweit die Beine wollen und unser A…. mitmacht!“. Ziel war es, bis zur Mittagszeit gut über die Hälfte der Tagesstrecke auf unserem Weg von Dresden nach Hamburg zu schaffen. Dies hieß, wir mussten bis 12 Uhr etwa 60 bis 70 Kilometer weit gekommen sein. Diese Vorgabe stellte sich als ideal heraus und wir übernahmen sie für die anderen Tage.
Zuerst ging es aus Dresden rechtselbisch hinaus nach Radebeul, der Geburtsstadt von Autorenlegende Karl May. Gleich danach kam die Porzellanstadt „Meißen“. Kaum zu glauben, dass es Menschen gibt, die für so kleine Porzellansachen so viel Geld ausgeben. Nach Meißen sahen wir dann Torgau mit Schloss Hartenstein - und nun war Zeit für die Quartiersuche. In Döbern, direkt am Elberadweg, sahen wir dann eine Gaststätte und hatten Glück: Wir bekamen das letzte Zimmer. Jetzt die „Draht-Esel“ absatteln, Zimmer beziehen, duschen und frisch machen. Das Abendessen in der Gaststätte war lecker und vor allem günstig. Nach dem Essen ein kleiner Verdauungsspaziergang. Unser Tacho zeigte heute, am ersten offiziellen Rad-Tag von Dresden nach Hamburg, gleich stolze 119 Kilometer an.
Samstag, 3. Juli 2010: Döbern nach Dessau
Wieder morgens um 6.30 Uhr aufstehen, 7 Uhr frühstücken und Abfahrt gegen 7.30 Uhr - auf unseren Weg von Dresden nach Hamburg!. Zuerst ging es nach Dommitsch, weiter nach Priesitz bis Pretzsch. Dort setzten wir mit der Fähre auf die andere Seite der Elbe und nun ging es rechtselbisch auf dem Elbradweg von Dresden nach Hamburg weiter über Klöden – Schützenberg – Elster – Mühlanger in die Lutherstadt Wittenberg. Hier machten wir an der Luther-Kirche unseren Mittagsstopp. Die Kirchen waren für uns Anlaufstellen als Sehenswürdigkeiten, weil es dort immer die schönsten Schattenplätze gab – so auch in Wittenberg.
Nach unserem Stopp fuhren wir nach Coswig, wo wir mit der Fähre wieder das Elbeufer wechselten. Nun ging es auf der linken Seite der Elbe wieder weiter auf dem Elberadweg von Dresden nach Hamburg! Der Elberadweg führte uns vorbei an Dörfern und Städten wie Wörlitz, Vockerode bis nach Dessau. Hier suchten wir unser Quartier und wir fanden die Pension Nord. Cooles Ding. An der Eingangstüre steht die Telefon-Nummer, die man anrufen soll. Die freundliche Besitzer gibt einem dann übers Telefon den Code für die Eingangstür. Drinnen liegen die Schlüssel für das Zimmer, und bezahlt wird dort am nächsten Morgen nach einem guten Frühstück. Den Abend verbrachten wir in Dessau auf einem Volksfest. Ein ganz toller Abend mit vielen Eindrücken und einem Erinnerungskauf. Tageskilometer heute waren wieder 103,11 Kilometer.
Sonntag, 4. Juli 2010: Dessau nach Niegripp
Und wieder, wie die Tage zuvor, hieß es aufstehen, frühstücken und Abfahrt. Wir blieben unserem Vorhaben treu, bis Mittag über die Hälfte des Tagespensums hinter uns zu bringen. So machten wir uns auf, auf den Elberadweg von Dresden nach Hamburg, der "bislang zwar ging, aber wirklich kein leichter war!". Bislang hatten wir die unterschiedlichsten Straßenbeläge zu meistern. Grundsätzlich muss man aber sagen, dass die Wege sehr gut waren. Am schlimmsten waren die Kopfsteinpflaster. Den A…. fast nicht mehr gemerkt, frischte das Pflaster wieder alle Gefühle auf und der A…. rebellierte mit Schmerz. Aber es ist auszuhalten!
Die erste Strecke auf dem Elberadweg von Dresden nach Hamburg verlief heute linkselbisch nach Aken. In Aken setzten wir mit der Fähre wieder aufs andere Ufer über und nun fuhren wir wieder rechtselbisch gen Hamburg. Unser Weg von Dresden nach Hamburg führte uns an Breitenhagen – Barby – Bödnitz – Schönbeck vorbei nach Magdeburg. Hier orientierten wir uns auch wieder an der Kirche – sprich am Dom. Auf dem Weg dorthin kamen wir an einem Hundertwasser-Gebäude vorbei. Wir waren beeindruckt von dem, was wir hier zu sehen bekamen. In Magdeburg sahen wir dann den ersten Wegweiser: „Hamburg 354 Kilometer“. Dies bedeutete, dass wir bereits die Hälfte unseres Weges auf dem Elberadweg geschafft hatten und nun der zweite Abschnitt begann. Rechtselbisch ging es also weiter nach Hamburg. Kilometer um Kilometer kamen wir unserem großen Ziel näher. Auf einmal etwas ganz Großes, das Wasserkreuz Magdeburg. Dieses Wasserkreuz muss man gesehen haben, denn es fließen zwei Kanäle übereinander – ja, übereinander. Durch Wasserdrucktechnik und den Bau einer Brücke ist dies möglich.
Gegen 17.30 Uhr machten wir uns auf die Suche nach dem Quartier für die Nacht. Direkt am Radweg lag dann in Niegripp, einem kleinen Dorf, der Privatvermieter Hoffmann. In der einzigen Gaststätte des Dorfes aßen wir zu Abend. Die Gaststätte befindet sich ruhig gelegen an einem Kanal mit Booten. Das Essen war viel, sehr gut und sehr günstig. Für 14 Euro waren wir satt und glücklich! Hier kann ich sagen, dass wir grundsätzlich für Euro 25 pro Person übernachteten und für die Abendmahlzeiten auch nicht mehr als etwa 12 bis 15 Euro bezahlten. Unser heutiges Tagespensum auf unserem Weg von Dresden nach Hamburg betrug 103,11 Kilometer.
Montag, 5. Juli 2010: Niegripp nach Wittenberge
„Same procedure as every day“. Aufstehen, frühstücken und Abfahrt. Hätten wir am Morgen gewusst, was wir abends in den Beinen haben würden, hätten wir uns wahrscheinlich den ganzen Tag selbst leidgetan. Denn unser Weg von Dresden nach Hamburg auf dem Elberadweg war heute weit – sehr weit. Zwischen Niegripp und Wittenberge waren so viele Storchennester zu sehen, dass wir sie gar nicht zählen konnten. Die Störche waren die Menschen gewohnt und saßen zum Teil einfach so am Wegesrand und kümmerten sich gar nicht um uns. In Schönfeld machten wir dann wieder mal Stopp an einer Kirche. Hier kam der Pfarrer auf uns zu, weil er dachte, wir wollten seine Kirche anschauen. Er erzählte uns vieles über seinen Ort. Er wird aussterben, so sagte er, da die Industrie nach dem Mauerfall zusammenbrach. Nun leben über 60 Prozent Rentner in der Stadt und die Jungen gehen alle in die großen Städte.
Unsere Fahrt auf dem Elberadweg von Dresden nach Hamburg führte uns weiter nach Tangermünde, eine wirklich sehr schöne Stadt, über Havelberg nach Wittenberge. In Wittenberge machten wir dann Stopp. Im Hotel Elbaue bekamen wir ein schönes Zimmer. Wittenberge war laut Plan „so groß“, doch was wir vorfanden, war alles andere als „groß“. Die Stadt schien wie ausgestorben. Wir fanden kein Restaurant, so dass wir fragen mussten. Ein netter Mann kannte nur ein Restaurant im Ratskeller. Dieses suchten wir auf. Heute gab es Büffet, an dem wir unseren Bärenhunger stillen konnten. Es war wirklich super, und wer in Wittenberge hält, sollte dorthin! Nun kommt's – heute fuhren wir sage und schreibe 135,6 Kilometer. Wir waren ganz stolz auf unsere Leistung!
Dienstag, 6. Juli 2010: Wittenberge nach Bleckede
Die ersten Kilometer waren heute wieder rechtselbisch bis Schnackenburg. Dort setzten wir mit der Fähre ans andere Ufer über. Hier hatten wir dann die stärkste Steigung auf unserem Weg von Dresden nach Hamburg! Gleich am anderen Ufer ging es einen Waldweg sehr steil hoch. Wir fuhren über Wurzeln und Steine. Endlich oben angekommen, war aber ein Stopp nicht möglich, denn es gab sehr viele Schnaken. Hätten wir hier einen Stopp eingelegt, wären wir wohl von den Schnaken verspeist worden! Wir folgten der Beschilderung, die von Dresden nach Hamburg zwar gut ist, aber Lücken aufweist. Und genau so eine Lücke war nun da. Wir fuhren auf Verdacht und dies stellte sich dann später als falsch heraus. In Gartow merkten wir, dass wir immer weiter vom Weg abkamen, und drehten um. Letztendlich war es aber nicht viel Umweg, denn wir fuhren nun über die Landstraße nach Gorleben. Diese war eine große Abkürzung und brachte uns wieder auf den richtigen Weg. Linkselbisch ging es weiter über Langendorf – Dammetz nach Hitzacker. In Hitzacker wechselten wir wieder einmal die Flußseite, da auf der linken Seite starke Steigungen und schlechte Straßenverhältnisse angekündigt waren. Dieser Herausforderung wollten wir uns heute nicht mehr stellen.
Aber - rechtselbisch erwartete uns auf dem Elberadweg eine andere Herausforderung - der Gegenwind. Zum ersten Mal hatten wir auf unserem Weg von Dresden nach Hamburg eine „steife Brise“. Hier muss man als Team arbeiten und im Windschatten fahren. Durch das Windschattenfahren spart einer immer viel Kraft bzw. kann sich dann etwas erholen. Der Weg führte uns am Deich entlang durch lauter Schafmist. Dass Schafe so viel Mist machen, wusste ich auch nicht. Schön schaute es schon aus, da sie die ganzen Deiche abgrasen und somit alles gut in Schuss halten. Ich würde sagen: „natürlicher Rasenmäher“.
In Darchau nahmen wir die Fähre nach Neu Darchau auf die linke Seite der Elbe, da unser Etappenziel Bleckede war. Auf dieser Seite war der Wind einfach weg. In Bleckede hatten wir beim ersten Vermieter Pech und Glück. Pech, denn er war ausgebucht und es wäre dort sicherlich wunderschön gewesen. Glück, denn er besorgte uns eine andere Übernachtungsmöglichkeit bei einer Privatvermieterin. Sie war sehr nett und hilfsbereit. Tagespensum heute 120 Kilometer. Wieder eine stolze Leistung – so finde ich!
Mittwoch, 7. Juli 2010: von Bleckede nach Hamburg, unserem Ziel
Wie die Tage zuvor hieß es auch heute: Aufsitzen auf unsere treuen Begleiter gegen 7.30 Uhr. Inzwischen spürten wir unseren Allerwertesten kaum noch bzw. mal mehr mal weniger – je nach Straßenbelag. Landschaftlich bekamen wir täglich auf unserem Weg von Dresden nach Hamburg etwas für's Auge geboten und somit auch fürs Herz. Auf der linken Seite der Elbe fuhren wir nach Lauenburg und dort über eine Brücke. Leider fuhren wir in Lauenburg nur durch, denn hätten wir mehr Zeit gehabt, hätten wir den Ort sehr gerne angeschaut. Er schien sehr interessant zu sein - ein richtig schönes Städtchen mit tollen Häusern und engen alten Gassen. Angepriesen wurde uns laut Radführer auf der rechten Seite der Elbe ein Weg an felsiger Wand mit wunderbarem Elbblick.
Doch unser Blick war nur beschränkt auf Wald und somit auf Bäume. Wir fuhren Kilometer um Kilometer auf Schotter und Waldwegen, die zum Teil sehr schwer zu fahren waren. Man kann sagen, dass dieser Weg, unser Weg von Dresden nach Hamburg, sehr anspruchsvoll war. Irgendwann ging es dann einen steilen Berg hinunter und auf einmal standen wir im Ort Geesthacht. Wir folgten den Schildern, und nach ein paar Kilometern auf dem Elberadweg fuhren wir am Ortsschild „Hamburg“ vorbei. Dieses stand kaum lesbar in einem Gebüsch. Aber laut Tacho hatten wir noch fast 40 Kilometer bis Hamburg, deshalb kehrten wir um, um uns nochmals das Schild anzuschauen.
Tatsächlich wir waren wir auf unserem Weg von Dresden nach Hamburg in Hamburg angekommen. Aber wir waren erst im Hamburger-Umland und hatten noch einige Kilometer bis an unser Hotel. Auf einem Kinderspielplatz machten wir dann unsere Mittagspause, bevor wir uns auf die letzten Kilometer in die große Stadt aufmachten. Wir fuhren an vielen riesengroßen Gewächshäusern vorbei - und mehr als pünktlich kamen wir an unserem Ziel an, denn wir erreichten unser gebuchtes Hotel Bridge Inn gegen 14.30 Uhr. Der Tacho zeigte uns, dass wir heute 83,2 Kilometer geradelt waren. Mit der Buslinie 120 fuhren wir an den Bahnhof und von dort gingen wir zu Fuß Richtung St. Pauli. Was wir dort erleben durften, war große Klasse. Unterwegs wurde uns der Kitz empfohlen und diesen haben wir dann nachts kurz angeschaut. Der Heimweg war dafür mühsam, denn die Busse fuhren nur sporadisch. Aus diesem Grund sind wir bis ans Hotel gelaufen. Ich denke, das waren gut und gern 12 Kilometer.
Donnerstag, 8. Juli 2010: Stadtbesichtigung der Hansestadt Hamburg
Heute konnten wir endlich ausschlafen, was "ausschlafen" so bedeutet. 7.30 Uhr aufstehen, kleines Frühstück an einem nahegelegenen Kiosk und dann hieß es: „Hamburg-City, wir kommen!“. Wir fuhren zuerst an den Hafen Richtung Speicherstadt und anschließend raus zum Fischmarkt. Dieser, so wurde uns erzählt, ist immer nur sonntags. Daraufhin beschlossen wir, eine Hafenrundfahrt zu machen, um den Hafen kennen zu lernen. Gesagt getan – das nächste Boot gehörte uns. Diese Rundfahrt ist wirklich empfehlenswert, denn man erfährt sehr vieles über Hamburg heute und dessen Geschichte. Auch war es sehr erholsam, denn wir mussten nicht in die Pedale steigen, sondern wurden gefahren! Durch Ebbe und Flut können die Boote nicht immer unter allen Brücken durchfahren, denn der Wasserpegel steigt über fünf Meter.
Nach der Bootsfahrt machten wir Mittag - direkt am Hafen. Wir konnten dabei zuschauen, wie ein großes Passagierschiff aus einem der Docks auslief, wo es gewartet wurde. Ein riesiges Ding, das sich da vor einem bewegte. Zu unserem Käsebrötchen bekamen wir von einem Hafenarbeiter Erdbeeren geschenkt. Ein anderer erzählte uns, wo wir am Abend gut essen können. Nach dieser Pause gingen wir zum und auf den Michel. Ein Wahrzeichen der Hamburger. Oben auf der Plattform lag uns ganz Hamburg zu Füßen. Als wir oben waren, feierten junge Hamburger ihre Hochzeit nach und wir bekamen von ihnen Weintrauben geschenkt. Sie waren gekleidet wie in alten Zeiten – einfach schön anzuschauen. Einer von ihnen empfahl uns die Fahrt nach Blankenese durch den Park. Immer an der Elbe entlang – es ist einfach herrlich gewesen, und dann wurden wir angehalten. Wir durften ein Interview zur Frage „FKK - gut oder nicht gut“ geben, was wir auch taten. Am Ende mussten wir beide lachen, als die Reporterin sagte, sie sei vom Sender RTL und dieses Interview werde später dann Nachmittags gesendet. Wir – zwei Allgäuer mit unseren treuen Begleitern auf dem Elberadweg von Dresden nach Hamburg – im TV. Sicherlich ein lustiges Bild!
Freitag, 9. Juli 2010: Cuxhaven zurück nach Hamburg (ehrlich gesagt nur bis Elmshorn)
Auch heute durften wir wieder ausschlafen. Das heißt: Aufstehen um 7.30 Uhr und dann gegen Viertel vor acht aufsatteln. Heute war die Fahrt mit der Bahn nach Cuxhaven angesagt. Ganz hoch bis ans Ende des Elberadweges, direkt an die Nordsee. Im Bahnhof gab es dann ein kleines Frühstück, bevor wir in den Zug gen Cuxhaven stiegen. Und nun kam's - die Schaffnerin teilte uns mit, dass wir das falsche Länderticket gezogen haben. "Was heißt hier falsches Länderticket?", wollten wir wissen. Sie klärte uns auf, dass linkselbisch Niedersachsen und rechtselbisch Schleswig-Holstein ist - und da wir ein Schleswig-Holstein Ticket gelöst haben, war dieses ungültig, denn der Zug fuhr ja auf der linken Seite der Elbe – also in Niedersachsen. Somit lösten wir im Zug ein zweites Ticket – ein Niedersachsenticket. Die Schaffnerin war aber so freundlich und gab uns den Tipp, gleich in Cuxhaven zur Bahn-Info zu gehen und den Kollegen dort unser Missgeschick zu erzählen. Was wir auch taten und – es gab das Geld für das falsch gelöste Ticket zurück. Die Dame am Schalter grinste nur, als ich ihr von unserem Missgeschick erzählte.
Ich möchte nicht wirklich wissen, was sie gedacht hat. Aber der Bahnarbeiterin haben wir sehr herzlich gedankt. Bin mir sicher, dass auch andere nicht wissen, dass linkselbisch Niedersachsen und rechtselbisch Schleswig-Holstein ist! Nun fuhren wir wieder in Richtung Hamburg - hier stimmt die Bezeichnung "unser Weg von Dresden nach Hamburg" nicht mehr ganz.. Am ersten Fischladen gönnten wir uns eine Fischfrikadelle mit Remoulade und Semmel. Diese war richtig lecker. Für unterwegs nahmen wir noch etwas Fisch mit - er war so frisch und günstig wie noch nie.
Linkselbisch ging es nun weiter zurück in die Hansestadt Hamburg. Doch was war das – ein Boot fährt auf dem Land? Nein, denn gleich hinter dem Deich war die Elbe, und auf der fuhr dieses riesige Frachtschiff gen Hamburg. Auf der Hafenrundfahrt wurde uns erzählt, dass es Schiffe gibt, die über 9.000 Container befördern können. Eine unvorstellbare Menge. Direkt am Deich meckernde und äsende Schafe. Hier gab es so viele Schafe, und sie machten einen Mords-Dreck auf den Radwegen. Als wir dann einmal ganz nah an der Elbe waren, standen wir kurz im Wasser. Eigentlich wollten wir mal drin schwimmen, doch die Elbe war so schmutzig, dass es uns verging.
In Wischhafen fuhren wir dann mit einem großen Fährschiff auf die rechte Elbe-Seite. Dort ging es dann weiter bis Elmshorn. Da es nun schon knapp 18 Uhr war und noch etwa 50 Kilometer vor uns lagen, stiegen wir in Elmshorn in den Zug und fuhren den restlichen Weg zurück nach Hamburg. Nun radelten wir wieder in die tolle Straße mit den schönen Restaurants und aßen zu Abend. Hier ist zu erwähnen, dass man den Italiener auf der linken Seite in Hafenrichtung probiert haben muss. So große und schmackhafte Pizzen sowie ein freundlicher Service – erste Sahne!
Samstag, 10. Juli 2010: Rückfahrt mit der Bahn in die Heimat - ins Allgäu nach Oberstaufen
Heute hieß es Abschied nehmen von Hamburg, denn unser Zug fuhr um 7.28 Uhr gen Süden – Richtung Heimat. Unser Weg auf dem Elberadweg war insgesamt von zu Hause nach Dresden bis Hamburg und wieder zurück 970,2 Kilometer lang. Eine wirklich stolze Leistung, finde ich. Im Nachhinein muss ich sagen, dass jeder Kilometer wunderschön war. Die Beschilderung von Hamburg nach Dresden ist vermutlich besser, da die meisten wegen des Windes von oben nach unten fahren. Aber egal, wie man fährt, es macht irre Spaß - und wenn man es geschafft hat, fühlt man sich einfach sehr gut!
Zum Schluß noch ein Tipp. Bitte die Tagestouren etwas planen, da wir einmal an einer geschlossenen Schleuse standen. Die Schleusen sind nicht immer befahrbar. Man kann sich hier Zeit und Kraft sparen. Denn Kraft kostet die Strecke! Wegen der Übernachtungen braucht man sich keinen Kopf machen, denn man findet immer etwas. Nur in den Städten Dresden und Hamburg würde ich vorbuchen, so dass man hier gleich sein Ziel ansteuern kann. Abschließend noch ein Satz an alle, die die Tour planen. Macht und genießt es. Plant Tagesetappen von ungefähr 80 bis 100 Kilometern, dann habt ihr auch genügend Zeit, um Euch auf „Eurem Weg“ alles in Ruhe anzuschauen. Denn das, was man auf dem Elberadweg erlebt, kann man(n) schwer in Worte fassen, aber die Erinnerungen bleiben! Viel Erfolg und Spaß! Pius –Juli/August 2010
Weiterführende Inhalte zu Elberadweg von Dresden nach Hamburg
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