Elephanta, die kleine Insel vor Mumbais Küste
Elephanta, die kleine Insel vor Mumbais Küste gehört zweifellos zu den großen Attraktionen der Stadt. Denn das bewachsene Eiland beherbergt ein bedeutendes Shivaheiligtum.
Für einen Ausflug nach Elephanta sollte man genug Zeit einplanen. Die Insel wird im halbstündigen Rhythmus von Booten angefahren. Ausnahmen gibt es nur während des Monsums. Die Bootstour beginnt an der Ablegestelle Gateway of India. Die Überfahrt dauert etwa eine Stunde. Obwohl die Portugiesen der Insel im 16. Jahrhundert den Namen Elephanta verpassten, sollte man sich nicht auf Begegnungen mit Elefanten einstimmen. Diese sind auf der Insel nicht zu finden.
Der einzige steinerne Elefant der bis ins 19. Jahrhundert auf Elephanta noch die Stellung hielt, wurde restauriert und befindet sich in den Victoria Gardens. Die Insel Elephanta empfängt seine Besucher mit viel Grün. Vom Landungssteg bis zum Eingangsbereich am Fuß eines Hügels, sind es nur wenige hundert Meter. Wer nicht laufen möchte, kann die Strecke auch mit einem kleinen Zug fahren. Auf dem Gipfel des Hügels wartet dann die Attraktion. Vorher muss man aber erst einen Weg mit mehr als 100 langgezogenen Stufen bewältigen. Am Rande des Weges warten zahlreiche Souvenirhändler auf kauffreudige Touristen. Wer nicht gut zu Fuß ist, kann sich gegen Gebühr von Sänftenträgern hinauf tragen lassen.
Doch Vorsicht, ist man erst mal auf dem Hügel angekommen, wird man von einer wilden Affenbande in Empfang genommen. Auf seine persönlichen Sachen sollte jeder gut aufpassen. Die Höhlentempel sind die Attraktion von Elephanta. Diese wurden in den Fels geschlagen und dem Gott Shiva geweiht. Unter den in den Fels geschlagenen Höhlen ist die Haupthöhle Mahesha besonders berühmt. Das Shiva-Heiligtum gehört zu dem Höhepunkt frühmittelalterlicher Archtektur und Hindukunst. Wer die Haupthalle betritt fühlt sich in eine andere Welt versetzt. Diese wirkt geheimnisvoll und mystisch. Dazu tragen auch die sich stets ändernden Lichverhältnisse bei, denn aus allen drei Zugängen dringt Sonnenlicht ein.
Die riesigen Wandreliefs sind tief in den Fels geschnitten und faszinieren den Betrachter durch ihre Kunstfertigkeit. Die Höhle ist ungefähr fünf Meter hoch und wird von 36 Säulen getragen. Alles wirkt groß und beeindruckend. Doch dies ist gewollt, denn das Felsenheiligtum ist ein Abbild des Wohnsitzes von Shiva. Man hat jedenfalls das Gefühl, das dieser Eindruck vermittelt werden soll. Die gewaltigen Wächterfiguren flankieren den eigentlichen Mittelpunkt des Heiligtums mit dem dreiköpfigen Shiva. Hier wird der Gott Shiva als Erschaffer, Erhalter und Zerstörer der Welt dargestellt. Eine andere Skulptur zeigt Shiva halb Mann halb Frau. Doch neben den acht großen Reliefs ist vor allem die fast sechs Meter hohe Büste Shivas ein weiteres beeindruckendes Werk der Hindu-Kunst. Die in den Fels geschlagenen Höhlen zählen seit 1987 zum Weltkulturerbe.
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