Erkundungstour durch Köln: Auf den Spuren der Kölner Brunnen
Köln hat viele bekannte Brunnen, jedoch auch einige, die teilweise versteckt oder unbekannt und trotzdem ganz besonders sind. Perfekt, um einen Nachmittag in Köln zu verbringen und die Rheinstadt zu entdecken.
In Köln gibt es viele Brunnen, die auch über die Grenzen der Rheinstadt hinaus bekannt sind. Sie gelten schon lange als eine Attraktion bei einem Besuch Kölns. Ebenso gibt es jedoch welche, die versteckt sind und teilweise nicht einmal Kölner kennen. Und dann gibt es noch jene, die für Kölner eine große geschichtliche Bedeutung haben. Einige verraten etwas über die Kriegsgeschehnisse in der Rheinstadt, andere sind in Erinnerung an Personen entstanden, die das Stadtleben der Kölner geprägt haben.
Römerbrunnen
Bekannt ist, dass Köln einige Römerstraßen hat. Was nicht viele wissen ist, dass es in Köln auch einen Römerbrunnen gibt. Mit dem Unterschied, dass dieser nicht aus der Römerzeit stammt, sondern im Jahre 1915 von Franz Brontzky erbaut wurde. Als Köln während des 2. Weltkriegs zu 90 Prozent zerstört wurde, wurde auch der Römerbrunnen stark beschädigt. Aus diesem Grunde wurde er im Jahre 1955 neu errichtet. Der untere Teil des Brunnens sind Wände mit Reliefs, die römische Szenen darstellen. Oben auf der Säule thront die Wölfin, die der römischen Sage nach die Stadtgründer Romulus und Remus gesäugt haben soll.
Paolozzi-Brunnen
Auch der Paolozzi-Brunnen spricht von der Zerstörung Kölns im 2. Weltkrieg. Eine Straßenbahnauffahrt zur Hohenzollernbrücke wurde dabei so beschädigt, dass die Trümmer abgetragen und an der Rhein-Promenade, unterhalb des Museum Ludwigs, abgelegt wurden. Um sie herum, läuft im Sommer Wasser und animiert viele Kinder zum Spielen. Kölner bezeichnen den Paolozzi-Brunnen oft einfach nur als Skulpturenbrunnen. Namensgeber ist der schottische Künstler Sir Eduardo Paolozzi, der den Brunnen entwarf. Der Skulpturenbrunnen entstand in den Jahren 1984 bis 1986.
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Frauenbrunnen
Gegenüber des Kölner Rathauses befindet sich das Farina-Haus. Im Innenhof können Kölner und Touristen den Frauenbrunnen betrachten. Die Künstlerin Anneliese Langenbach, die den Brunnen entwarf, wollte damit die verschiedenen Nationalitäten zeigen, die in den verschiedenen Epochen in Köln zu Hause waren, beziehungsweise sind. So sehen die Besucher, die um den kreisförmig angelegten Brunnen gehen, zehn verschiedene Frauen; unter ihnen beispielsweise eine Jüdin und eine Ubierin.
Jan-von-Werth-Brunnen
Wilhelm Albermann gestalte den Jan-von-Werth-Brunnen, der 1884 am Alter Markt erbaut wurde. Eine Sage erzählt, dass Jan von Werth als Bauernbursche die Magd Griet zur Frau nehmen wollte. Als sie ablehnte, zog er los in den dreißigjährigen Krieg und kehrte als siegreicher Reitergeneral nach Köln zurück. Dort saß Griet als Blumenverkäuferin am Stadttor und bereute es nun, Jan von Werth damals nicht geheiratet zu haben. An der Nord- und Südseite des Brunnens wird durch Bauer und Jungfrau die Wehrhaftigkeit und Reinheit der Stadt Köln dargestellt. Auf den anderen Seiten sieht man ein Abbild von Griet, die Jan von Werth abweist und ein weiteres von Griet, die zum Gruß die Hand erhebt, als der Reitgeneral wieder eintraf. Ganz oben auf der Säule thront Jan von Werth mit einem Schwert in den Händen. Die Statue wurde aus einem Stein gemeißelt.
Schokoladenbrunnen
Einer der wohl bekanntesten Kölner Brunnen ist der Schokoladenbrunnen im Imhoff-Schokoladenmuseum. Robert Walter und Fritz Eller entwarfen den Brunnen. Zu sehen sind goldene Kakaobohnen, von oben herab läuft Schokolade, die unten in einem Becken gefangen wird. Der Maschinenbauer Heinz Huiskens baute den Brunnen. Der Schokoladenbrunnen ist ein Highlight im Schokoladenmuseum, da die laufende Schokolade auf Waffeln aufgefangen und den Besuchern zur Verköstigung angeboten wird.
Bierbrunnen
Mitten auf der Kölner Einkaufsstraße, der Schildergasse, befindet sich ein Säulenbrunnen. Im Kölner Volksmund wird er als Bierbrunnen bezeichnet. Das ist darauf zurückzuführen, dass der Brunnen durch die Spende eines Kölner Biervertriebs realisiert wurde. Der Brunnen ist eine Erinnerung an das Zunfthaus des Biervertriebes, das früher auf der Schildergasse beherbergt war. Entworfen wurde der Kölner Brunnen von dem Künstler und Professor Josef Jaekel und seinen Schülern.
Ostermannbrunnen
Willi Ostermann ist bedeutend für die Kölner, da er bekannte Schlager wie Heimweh noh Kölle schrieb. Das ist der Grund, aus dem kurz nach seinem Tod von Willi Klein ein Denkmal in Form eines Brunnens kreiert wurde. Der Ostermannbrunnen wurde 1938 errichtet und ein Jahr später, also 1939, eingeweiht. Circa dreißig Jahre später, 1970, wurde der Brunnen umgestaltet. Dadurch sind heute darauf Figuren zu sehen, von denen Ostermann in seinen Liedern singt.
Fastnachtsbrunnen
Einen weiteren Brunnen in Köln schuf Georg Grasegger im Jahr 1913. Der Karneval, der in Köln als fünfte Jahreszeit zelebriert wird, hat seine Ursprünge in der Antike. Bei den Römern fand am Jahresende ein Fest statt, das den Gott Saturn würdigte. Der Fastnachtsbrunnen stellt diese Feierlichkeiten dar: Um ein Bronzebecken herum sind vier tanzende Paare angebracht. In die Bronzeschale eingemeißelt ist ein Textauszug Goethes über den Kölner Karneval: Löblich ist ein tolles Streben, wenn es kurz ist und mit Sinn. Ursprünglich zierte der Doppeladler, das Wappentier Kölns, die Spitze des Brunnens. Doch auch hier hinterließ der Krieg seine Spuren: Im 1. Weltkrieg wurde der Adler zerstört und durch den Kölnischen Lotterboven ersetzt. Das ist kölsch und bedeutet soviel wie Schlingel. Gebräuchlich für diesen Brunnen ist in Köln eher der Name Wäschbütt oder Spölbutt.
Taubenbrunnen
Vor dem Hauptportal des Kölner Doms können Besucher den Taubenbrunnen bewundern. Er ist der erste abstrakte Nachkriegsbrunnen Kölns und wurde im Jahre 1953 erbaut, entworfen wurde er von Ewald Mataré. Der Brunnen ist von einem Bronzegitter umzäunt. Das Wasser läuft aus einem Basaltblock in Windungen, die in eine Bronzeplatte eingelassen sind. Ganz geklärt ist nicht, wieso der Brunnen seinen Namen trägt. Viele Kölner vermuten jedoch, dass er als Anlaufstelle für Tauben dienen sollte oder es heute tut und er dadurch seinen Namen erhalten hat.
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