Essen in Wien: Trzesniewki-Brötchen
Wer in Wien eine Kleinigkeit zum Essen möchte, landet sehr oft in der Dorotheergasse und isst dort Trzesniewski-Brötchen.
Es gibt kaum einen Wiener und auch wenige Urlauber, die Trzesniewski-Brötchen nicht kennen. Die kleinen Aufstrichbrote mit dem unaussprechlichen Namen haben viele Fans. Wenn man daran denkt, eine Kleinigkeit zu essen und man befindet sich in der Wiener Innenstadt, dann fallen einem sicher Trzseniewski-Brötchen ein und es kann sein, dass man, ohne es eigentlich wirklich zu wollen, in die Richtung Dorotheergasse geht, um seinen kleinen Hunger dort zu stillen. Das kleine, unscheinbare Lokal, das im Stil von Adolf Loos eingerichtet ist, befindet sich in der Dorotheergasse 1 im 1.Bezirk. Das ist unweit vom Stephansplatz. Es ist das Stammgeschäft und war bis vor einigen Jahren auch das einzige. Nun gibt es einige kleine Filialen in Wien und ab August 2010 können am Flughafen Wien-Schwechat die abreisenden Gäste zum Abschied noch schnell ein oder zwei Brötchen von Trzesniewski verspeisen und die frisch gelandeten Gäste können sich gleich mit Trzesniewski-Broten stärken.
Vor mehr als 100 Jahren gründete Franciczek Trzesniewski aus Polen in Wien eine kleine Imbißstube. Er verkaufte Schwarzbrotschnitten mit selbst gemachtem Aufstrich. Als die Zeiten immer schlechter wurden und die Menschen immer weniger Geld hatten, kam er auf die Idee, die Brote in Stücke zu schneiden, damit seine Gäste sich mehrere verschiedene oder eben auch nur ein kleines Stück von seinen Broten kaufen konnten. Bei dieser Taktik blieb man auch später und so bekommt man bei Trzesniewski auch heute noch die bekannten kleinen Schwarzbrotstücke mit verschiedenen Aufstrichen. Die Rezepte für die Aufstriche sind streng geheim, angeblich in einem kleinen Büchlein aufgeschrieben und unter Verschluss. Es muss ein besonderes Geheimnis geben, denn es gibt ähnliche Aufstriche aber eben nur ähnliche. Die meisten der angebotenen Sorten wie Gurke mit Ei, Speck mit Ei, Matjes mit oder ohne Zwiebel und so weiter gibt es schon seit vielen Jahren und sie schmecken wirklich immer gleich.
Die meisten Besucher essen die Brötchen stehend, mit einem Pfiff Bier - das ist ein Altwiener Achtelmaß. Die Aufstriche werden täglich frisch gemacht und enthalten keine Konservierungsmittel, daher sind die Brötchen auch zum raschen Verzehr gemacht. Für die Erzeugung der Aufstriche werden pro Tag zwischen 10.000 und 15.000 Eier gekocht. Man kann die Brötchen in den kleinen Geschäften essen, mitnehmen oder nach Bestellung auch bringen lassen. Ein Taxi stellt die Schachteln, deren Aussehen bekannt ist und bei deren Anblick einem bereits das Wasser im Mund zusammen läuft, zu. Auch einige der Aufstriche können gekauft werden.
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