Fachwerkstadt Dinan an der Rance
Wer einmal die Bretagne bereist, sollte sich das malerische Rance-Tal mit der historischen Stadt Dinan nicht entgehen lassen.
Wie auch die Korsarenstadt St. Malo ist Dinan teilweise von einer Befestigungsmauer umgeben. Von ihr ist ein einmaliger Rundblick auf die Stadt mit ihren grünen Parkanlagen, die Rance, den im Rance-Tal liegenden Hafen mit eigener Yachtanlegestelle und das den Fluss überspannende Viadukt möglich. Mit ihrer historischen Altstadt, den schmucken Gassen und ihren unzähligen Fachwerkhäusern, ähnelt Dinan ein wenig den deutschen Städten Rothenburg o. d. T. und Dinkelsbühl. Besonders hervorzuheben wäre die Handwerkergasse Rue du Jerzual, die sich steil abfallend bis zur Rance schlängelt. In ihr haben sich allerlei handwerkliche Kleinbetriebe wie Schnitzer, Glasbläser und Weber niedergelassen. Die Häuser, die die Gasse säumen, stammen aus dem 15. und 16. Jh.
Um ein wenig Ruhe abseits des Trubels zu finden, locken die idyllischen Alleen und Parkanlagen Dinans. Besonders empfehlenswert ist der Park unterhalb der mächtigen Burg. In ihrer Grünanlage können sich die Touristen bei einer Runde Minigolf entspannen. Die Jüngsten lockt ein großer Spielplatz mit angrenzendem Kleintiergehege, auch besteht die Möglichkeit Pony zu reiten. Eine sehr schöne Aussicht bietet sich vom Ste-Catherine-Turm des Englischen Gartens. Der Blick schweift über das Rance-Tal, das von einem nach dem Zweiten Weltkrieg wieder errichteten Viadukt überspannt wird und den Hafen. Eine Besichtigung der Kirche Saint Sauveur lohnt sich. Sie wurde im 12. Jh erbaut und ist vor allem durch ihren asymmetrischen Baustil hervorzuheben. Es gibt eine Mischung aus romanischem im rechten und spätgotischem Stil im linken Kirchenteil. Außerdem nennenswert wären ein Buntglasfenster mit einer Szenerie von Evangelisten, ein Hochaltar aus dem 18. Jh. und ein aus dem 12. Jh. stammender Taufstein aus Granit. Nicht unweit von Saint Sauveur entfernt steht der Uhrenturm. Nach etwa 158 Stufen eröffnet sich dem Besucher ein großartiger Rundblick auf die Stadt, auf ihre Monumente, auf das Gebiet von Bécherel und den Ärmelkanal.
Für Geschichtsinteressierte ist die Burg einen Abstecher wert. Auf dem Gelände befindet sich die Burg mit Wehrgang, Turm und Donjon mit integriertem Museum. Die Säle und Ausstellungsräume des Museums werden von bretonischen Möbeln des 19. Jh. und liturgischen Gewändern und Grabsteinen geschmückt und sind der Stadtgeschichte und ihrem Handwerk gewidmet. Weiterhin befindet sich in der Burganlage der zweistöckige Coëtquen-Turm, der im 14. Jh. als Gefängnis diente. Der Turm ist zur Besichtigung geöffnet, von oben und dem Wehrgang bietet sich ein schöner Blick.
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Alle zwei Jahre, an zwei aufeinander folgenden Tagen, taucht Dinan ein in ein Meer aus akustischen und optischen Eindrücken im Rahmen eines der größten Mittelalterfestivals Europas, die sog. Fête des Remparts. Animateure aus aller Welt, u. a. Gruppen aus Tschechien und dem bretonischen Raum, gestalten ein vielseitiges Programm aus Ritter- und Schaukämpfen, Bogenschießen sowie Tanz- und Musikeinlagen. Gaukler, Stelzenläufer, Straßentheater, ein mittelalterlicher Markt, unter der Beteiligung der Bevölkerung und der Gewerbetreibenden, schmücken gleichermaßen das Stadtbild Dinans. Unbedingt sehenswert ist das abschließende abendliche Défilé aller Beteiligten am zweiten Veranstaltungstag. Es ist empfehlenswert, sich rechtzeitig einen geeigneten Beobachtungsplatz für das Spektakel zu sichern.
Der bereits erwähnte kleine Hafen an der Rance ist auch ein gastronomischer Geheimtipp. So locken Crêperien, Meeresfrüchterestaurants und Cafés. Rechts am Fluss entlang führt ein ehemaliger Treidelweg durch das enge Rance-Tal. Eine Besichtigung des kleinen Ortes Léhon lohnt sich. An der Stelle eines Klosters aus dem 9.Jh., das 975 von den Normannen geplündert wurde, steht heute eine Kirche aus dem 13.Jh. Für Kulturbegeisterte ist das elf Kilometer entfernte Corseul einen Abstecher wert. Schon Kelten und Gallier suchten diesen Ort auf. Zahlreiche Ausgrabungen haben viele interessante Funde zutage gefördert, die in einem kleinen Museum zu besichtigen sind.
Die Anfahrt nach Dinan kann sowohl mit dem Zug über Rennes als auch mit dem Auto aus den Richtungen Rennes, Mont Saint Michel und Brest erfolgen. Besonders empfehlenswert ist eine Schiffstour von St. Malo oder Dinard aus mit einer Passage des Gezeitenkraftwerks die Rance hinauf bis nach Dinan. Allerdings sollte sich der Tourist darauf einstellen, aufgrund der Gezeitenverhältnisse, die Rückfahrt mit dem Schiff nicht am selben Tag antreten zu können.
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