Flora und Fauna der Seychellen
Die Seychellen gelten vielen als der Ort, der dem Garten Eden aus der Bibel am nächsten kommt. Das liegt nicht zuletzt an den seltenen Pflanzen und Tieren, die die Inseln beherbergen.
Auf den 51 Inseln haben sich einige der seltensten Pflanzen der Erde versammelt. In dem zum UNESCO-Weltnaturerbe gehörenden Nationalpark vallée de mai (zu deutsch: Tal des Mai) etwa wächst eine Palme, die es in keinem anderen Land der Welt gibt. Sie nennt sich deswegen "Seychellenpalme" oder auch "Coco de Mer", Meereskokospalme. Ihre Nüsse brauchen viele Jahre bis sie zum ersten Mal keimen und auch danach wächst die Pflanze nur sehr langsam. Bis sie zum ersten Mal blüht, dauert es zum Beispiel 30 bis 60 Jahre. Darum dürfen seit etwa 20 Jahren die Meereskokosnüsse nicht mehr gegessen werden. Jeder, der eine Nuss von den Seychellen in ein anderes Land transportieren möchte, muss sie zuvor offiziell registrieren lassen. Wegen ihrer sinnlichen Form und ihrer Seltenheit ranken sich seit Jahrhunderten zahlreiche Mythen um die Frucht. In China wurde das Fruchtfleisch sogar als ein Aphrodisiakum verwendet.
Das zweite Weltnaturdenkmal der Seychellen ist das Atoll Aldabra, das zugleich das größte Atoll des Indischen Ozeans ist. Dort leben etwa 150.000 Riesenschildkröten zusammen mit dem Malegassen-Nektarvogel, dem Aldabrabuschsänger und vielen weiteren Vogelarten, die sich nur dort heimisch fühlen. Kaum zu glauben, aber wahr: Es gibt nur ein Säugetier, das auf den Seychellen natürlicherweise vorkommt, das ist die Fledermaus. Nicht zu verwechseln ist sie mit dem Schwarzen Papagei, ebenfalls ein auf die Seychellen begrenztes Tier. Außerdem sind viele verschiedene Echsenarten auf der Inselgruppe anzutreffen, wie das Tigerchamäleon, das leider zu den extrem gefährdeten Tierarten gehört.
Neben der Coco der Mer ist der Quallenbaum eine weitere Baumart, die nur auf den Seychellen vorkommt und von der es selbst dort nur noch eine Handvoll gibt. Insgesamt ist etwa die Hälfte der Seychellen Naturschutzgebiet, um all die äußerst seltenen Pflanzen- und Tierarten zu schützen, die sich auf diesem besonderen Fleck Erde bewahrt haben. Auch gibt es Gesetze, die Tauchern verbieten, Pflanzen oder Tiere aus dem Meer mitzunehmen und es wird darauf geachtet, dass Schiffe nur dort ankern können, wo sie keine Korallenriffe beschädigen. Es bleibt zu hoffen, dass durch solche Regelungen dieser paradiesische Ort noch lange seine prachtvolle Natur bewahren können wird.
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