Gänsehäufel - Sommer in Wien

Falls es doch noch warm wird, wäre das Gänsehäufel ein toller Freizeittipp für den Sommer in Wien. Diese Wiener Institution sollte man gesehen haben.

Gänsenhäufel und Sommer in Wien gehören einfach zusammen. Das Gänsehäufel ist das wohl bekannteste Sommerbad in Wien. Es liegt auf einer bewaldeten Sandinsel in Wiens 22. Bezirk und ist nur zu Fuß über eine Brücke erreichbar. Hier heißt es "an der Alten Donau". Die Alte Donau war früher das unregulierte Hauptbett des Flusses. Es entstanden Schotterinseln, auf denen sich Pflanzen und Tiere ansiedelten. Auf einer dieser Inseln weideten Gänse und sie wurde Gänsehäufel - kommt von Haufen - genannt. Der Naturheilkundler, Gesundheitsapostel und Nacktbader Florian Berndl pachtete vor mehr als 100 Jahren einen Teil der Insel, um den Menschen die Möglichkeit zu geben, dort zu baden, noch dazu Männlein und Weiblein gemeinsam, was zu damaliger Zeit ja nicht üblich war. Man entzog Berndl die Pacht.

Die Stadt Wien selbst eröffnete 1907 hier das Bad mit dem Namen Gänsehäufel. Es wurde ein richtiger Bade-Boom ausgelöst, in dessen Folge im Gebiet der Alten Donau mehrere Bäder entstanden sind. Im 2.Weltkrieg wurde das Gänsehäufel durch Bomben vollständig zerstört aber 1950 neu eröffnet. Das inzwischen denkmalgeschützte Städtische Bad der Gemeinde Wien wurde 2000 nach alten Vorlagen saniert und ist heute, wie schon immer, eines der beliebtesten Bäder der Wiener.  Das Gänsehäufel hat die stattliche Größe von 330.000 Quadratmetern. Man findet hier Sandstrand, Wiesen und 2200 Bäume, hauptsächlich Aubäume wie Weiden und Pappeln, in deren Schatten es sich auch an den heißesten Tagen aushalten lässt. Das Gänsehäufel ist ein Naturreservat. Hier leben viele Tiere, denen die Insel dann gehört, wenn die Badegäste abends nach Hause gegangen sind. Fische, Frösche, Biber, Igel, Enten, Kormorane und sogar der seltene Eisvogel sind hier daheim. 

Das Gänsehäufel bietet drei attraktive Naturbadestrände mit einer gemeinsamen Länge von über 1.000 Metern. Auf dieser sonnigen Insel mit südlichem Flair fühlt man sich wie im Urlaub. Viele Wiener haben auch das Gänsehäufel als ihr liebstes Urlaubsziel direkt vor der Haustüre. Am Oststrand genießen die Frühaufsteher die Sonne am 400 Meter langen Sandstrand. Am Weststrand, auch  mit etwa 400 Metern Sandstrand, ist der richtige Platz für ein Sonnenbad am Nachmittag. Der Südstrand mit 200 Metern Sandstrand ist den Anhängern der Freikörperkultur vorbehalten. Hier darf sich jeder nackt zeigen, egal ob mit Bodybouildermuskeln oder Bierbauch. Das Gänsehäufel ist für alle da, egal ob jung oder alt, reich oder arm, egal welcher Hautfarbe, alle wollen Sonne, frische Luft, Ruhe und Entspannung und vor allem Wasser.

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Die Stadt Wien kontrolliert das Wasser sehr aufmerksam. Die Werte kann man im Internet abfragen. Es handelt sich um klares, sauberes Badewasser. Auch beim Wasser kann jeder das haben, was er bevorzugt. Der eine plantscht lieber im Naturgewässer, der andere zieht Wasser im Becken vor. Auch davon gibt es im Gänsehäufel genug. Man kann im Mehrzweckbecken oder im Sportbecken seine Längen schwimmen oder sich im Wellenbecken mit tosender Brandung vergnügen. Auch Wasserrutsche, Wasserspielbecken und Babybecken sind vorhanden. Hier taucht man in vorgewärmtes Wasser.

Aber auch wenn man nicht in der Sonne oder im Schatten dahin dösen möchte, wenn man nicht schwimmen will, im Gänsehäufel wird dem Badegast nicht langweilig. Für Sportliche stehen Fußballplatz, Tennisplätze, Tischtennis, Turngeräte zur Verfügung, auf den Minigolfbahnen oder der Luftburg gibt es Unterhaltung, zu den Kindern kommt der Kasperl und seit neuestem kann man in einem Hochseilgarten seine Schwindelfreiheit und seinen Mut zeigen. Es gibt aber auch Strandcafés, einen Bäcker, eine Trafik um Lesenachschub zu kaufen, Massage und, und, und.

Eine Besonderheit im Gänsehäufel sind die Kabanen. Das sind Dauerkabinen, die in manche Familien schon seit Generationen weitergegeben werden. In diesen Minidauerkabinen richten sich die Stammgäste gemütlich ein, man kennt die Nachbarn schon viele Jahre, es werden sogar oft Blumen davor gepflanzt, es werden auch Kleinigkeiten gekocht, man spielt Karten. Wenn man so eine Kabine mieten möchte, muss man viele Jahre lang angemeldet sein, um vielleicht einmal mit Glück eine zu bekommen. Das Gänsehäufel ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln wie U-Bahn und Bäder-Bus-Shuttledienst gut erreichbar. Es gibt aber auch einen Parkplatz.

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Autor: bestvienna  21.05.2010 |  Beitrag hilfreich? Ja (2) | Nein (1)

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