Ganesh Chaturthi - Mumbai feiert den Elefantengott
Vielen Göttern wird einmal im Jahr gehuldigt, besonderes im tief religiösen Indien. Wenn Mumbai in einem Rausch aus Musik, Farben und Zeremonien versinkt, dann ist Ganesh Chaturthi - Mumbai feiert den Elefantengott:
Ganesh oder Ganesha, ist einer der bedeutensten und auch in der westlichen Hemisphäre bekanntesten Götter des Hinduismus. Der Gott mit dem Elefantenkopf, der meistens auf einer Maus reitetund nur einen Stoßzahn besitzt, symbolisiert Weisheit, Glück und Erfolg. Was würde da besser passen, als seinen Geburtstag, der meist im September ist, in Mumbai, einer nach Erfolg strebenden Stadt, zu feiern. Denn wenn eine Stadt Ganesha feiert wie keine Zweite, dann ist es Mumbai.
Es war gerade unser zweiter Tag in Indien, die stickige Luft Mumbais machte uns noch ziemlich zu schaffen und das ein großes Fest statt finden sollte, wussten wir auch nicht. Wir gingen ahnungslos aus unserem Zimmer, um uns etwas an der Pearl Necklace, dem Strandboulevard der Stadt, die Beine zu vertreten. Es war noch vormittags, aber überall versammelten sich Menschen und bereiteten Wagen, mit bunt geschmückten Ganeshas, vor. Als wir kurz nach dem Mittag ins Hotel gingen, fingen die Menschen bereits an Feuerwerkskörper zu zünden und aus allen Ecken drang Musik. Ein wenig überrascht von dem ganzen Trubel, gönnten wir uns erstmal einen Mittagschlaf.
Nachdem wir gegen 18 Uhr erwachten, machten wir uns sofort wieder auf die Straße. Es war heiß, laut und überall wummerten die Bässe der Festwagen. Kaum ein paar Schritte gegangen, zog uns auch schon eine Gruppe hinter ihren Wagen, um mit ihnen zu tanzen. Wir tanzten in der nähe der Mädchen, wie wir es von zu Hause gewohnt waren, wurden aber schnell von diesen getrennt, um uns danach, im nur für Männer abgeriegelten Bereich zu vergnügen.Wir wollten natürlich mehr von dem Fest sehen als die Basswand eines Wagens und so schummelten wir uns in unserem Festzug immer weiter nach vorn, bis wir auf eine Gruppe Männer in Orange stießen, die uns zwei blonde Europäer sofort ins Herz geschlossen zu haben schien.
Sie tanzten ganz euphorisch mit uns, gaben uns Getränke aus und bewarfen uns, unter lauten Rufen, mit roter Farbe. Wir waren inzwischen ganz benommen und durchgeschwitzt, da kamen auch noch einige der Männer und schenkten uns Geld. Wir wussten nun gar nicht mehr was wir tun sollten, von diesen, ja meist armen Menschen, nun auch noch Geld zu bekommen, das war schon ein seltsames Gefühl. Dankend lächelnd nahmen wir es natürlich an, um unsere neuen Freunde nicht zu beleidigen. Klammheimlich gaben wir es aber an die Kinder in unserer Nähe weiter. Nach geraumer Zeit schafften wir es uns etwas von der Gruppe zu lösen und machten uns auf zum Strand, weil wir gehört hatten, dass hier das große Finale stattfand. Als wir die Pearl Necklace ein zweites Mal an diesem Tag hinunterliefen, war sie kaum wiederzuerkennen. Es war inzwischen dunkel, alles funkelte und circa Zwei Millionen Menschen schienen sich in Richtung Strand zu bewegen.
Der Strand von Mumbai ist nicht lang, aber er ist breit und er fungierte nun als riesiger Festplatz, an dem die Prozessionen aus allen Ecken der Stadt angelangten, um die riesigen Elefantenfiguren nun als feierlichen Höhepunkt im Meer zu versenken. So stürmte halb Mumbai in die Fluten des Indischen Ozeans, um am Ganesh Chaturthi seinen Elefantengott zu feiern und wir stürmten aufgewühlt vom Tag und doch todmüde einfach nur in unser Bett.
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Strand
Ganeshastatue
Tanz der Farben
Im Rausch
Der Musik nach