Geheimtipps Schwerin
In Schwerin lohnt es sich auch einen Blick über die Grenzen der Stadt, abseits der bekannten Sehenswürdigkeiten hinaus zu werfen. Hier gibt es ein paar Geheimtipps für Schwerin.
Jeder kennt es wahrscheinlich, das märchenhafte Schloss Schwerins, das auf seiner Insel am Rande der Stadt thront. Doch es gibt noch ganz andere, außergewöhnliche Orte, die es zu erkunden gibt. Wer hat zum Beispiel schon von der künstliche Ruine gehört? Oder wie wäre es mit einer Radtour durch die unberührte Natur? Vielleicht nimmt man sich auch einfach die Zeit, den historischen Spuren der ersten Siedler zu folgen. Es gibt zumindest einige Geheimtipps, die es zu kennen lohnt.
Am Südufer des Schweriner Sees befindet sich die Halbinsel Reppin, die bereits um das Jahr 1860 herum als ein beliebtes Ausflugsziel der Schweriner galt. Rund 20 Jahre später wurde hier sogar zum Gedenken an den jungen, gefallenen Seeoffizier Friedrich Wilhelm, ein Sohn des Großherzoges Friedrich Franz II, der "Friedrich Wilhelmsplatz" gegründet. Im Jahr 1907 wurde der Auftrag zum Errichten einer künstlichen Burgruine an dieser Stelle erteilt, nach dem Motto "eine unvollendete Burg für ein unvollendetes Leben". So entstand die Reppiner Burg, die aus einem Torbogen mit Wehrgang und einem Bergfried besteht. Der nur 52 Stufen umfassende Turm ist begehbar und von dieser Aussichtsplattform bietet sich ein unvergesslicher Blick über den Schweriner See mit seinen beiden Inseln Kaninchenwerder und Ziegelwerder, während sich im Hintergrund die Silhouette Schwerins abzeichnet. Zu erreichen ist die Reppiner Burg entweder über den Wasserweg oder mit Hilfe eines Wanderweges, der durch einen idyllischen Laubwald führt.
Für alle Freunde des Wanderns, die sich zugleich auch für lokale Geschichte interessieren, bietet der archäologische Lehrpfad einen weiteren Geheimtipp in der Nähe Schwerins. Östlich des Schweriner Sees führt die rund 7 km lange, ausgeschilderte Strecke durch eine abwechslungsreiche Endmoränenlandschaft. Beginnen kann die Zeitreise am besten in den Orten Langen Brütz oder Kritzow. Auf seinem Weg begegnen dem Wanderer unter anderem ein Großsteingrab aus der Jungsteinzeit (3000 bis 1800 v. Chr.), zahlreiche Hügelgräber aus der älteren Bronzezeit (1800 bis 600 v. Chr.) und eine Befestigungsanlage des niederen Adel aus dem 14. Jahrhundert, die in einer historischen Urkunde sogar als Raubritternest bezeichnet wurde. Nähere Informationen gibt es natürlich auf den übersichtlich platzierten Schautafeln.
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Die Gegend in den Kritzower Bergen bietet sich vor allem Naturfreunden an. Mit dem Fahrrad lässt sich der Großteil des 430 Hektar großen Naturschutzgebietes erkunden und wer Glück hat, sieht vielleicht auch einige der seltenen, hier lebenden Tierarten, wie zum Beispiel einen Seeadler, Rotmilan, Eisvogel, Fischotter und gar einen Biber. Die abwechslungsreiche Naturlandschaft gilt ebenfalls als Geheimtipp. Trockenhänge, Feuchtwiesen, Moore und endlose Wälder reihen sich hier aneinander. Durch alles hindurch schlängelt sich der längste Fluss Mecklenburg-Vorpommerns, die Warnow. Für Reisende lohnen sich vor allem Führungen durch das Naturschutzgebiet, wahlweise mit dem Fahrrad oder auch zu Fuß. Einen Großteil solcher Führungen bietet das Landhaus Bondzio in Langen Brütz an.
Wer sich entschließt die nähere Umgebung Schwerins zu erkunden, der sollte auch an den Häusern im englischen Baustil in Raben Steinfeld vorbei fahren und dort den Findlingsgarten besuchen. Ein Halt ist auch das Freilichtmuseum in Mueß wert. Auf einer Fläche von etwa 3,5 Hektar präsentiert sich das Leben des bereits 1304 erwähnten Dorfes, unter anderem mit einem Bauernhof, einem Sägewerk, der Schmiede und einigen alten Nutztieren und Nutzpflanzen. Während des Jahres finden auch verschiedene Kunst- und Handwerksausstellungen statt. Hervorragend baden kann man im Sommer auch in dem von Wald umrahmten Pinnower See in Godern.
Alle erwähnten Ausflugsziele sind bequem mit dem Auto zu erreichen, wahlweise für Sportliche auch mit dem Fahrrad und im Sommer mit dem Rundkurs der Bus-Linie 100, die von Mai bis Oktober fünf Mal täglich den Schweriner See umfährt. Natürlich können auch im Bus die Fahrräder mitgenommen werden und man kann an beliebigen Orten aus- und zusteigen, denn vielleicht will man sich auch einmal darin probieren über das Wasser zu laufen? Denn mit den "Mecklenburger Schwimmschuhen" ist inzwischen auch dies möglich. Die 2,30 m langen Schuhe sind aus einem Stück Polyethylen gefertigt und dadurch nahezu unzerstörbar. So lassen sich tatsächlich Flüsse, große und kleine Seen zu Fuß bereisen. Um den neuen Freizeitspaß auszuprobieren wendet man sich einfach an die "Mecklenburger Schwimmschuhe" in Gneven.
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