Goldene Kuppeln: Sergiev Posad
Das nur unweit von Moskau gelegene Dreifaltigkeits-Sergius- Kloster in Sergiev Posad zählt zu den berühmtesten Klosteranlagen Russlands.
Schon aus der Ferne bieten sie dem Reisenden ein eindrucksvolles Bild: die goldenen Kuppeln, Türme und Kirchen von Sergiev Posad. Im 14. Jahrhundert von Sergius von Radonež als Einsiedelei gegründet, entwickelte sich die Gemeinde schnell zu einer der bekanntesten und reichsten Klosteranlagen Russlands. Im 18. Jahrhundert beherbergte das Dreifaltigkeits-Sergius-Kloster ein geistliches Seminar, eine Akademie und verfügte über eine der größten Bibliotheken in Russland. Nach der Oktoberrevolution wurde das Kloster aufgelöst und die Stadt zunächst in Sergijew und ab 1930 in Zagorsk umbenannt. Während des deutschen Überfalls auf die Sowjetunion und dem Großen Vaterländischen Krieg diente das Kloster jedoch als Sitz des Moskauer Patriarchen. Da die Anlage in den sechziger Jahren zum Staatlichen Museumreservat erklärt wurde, konnte auch in der Folgezeit das Klosterleben weitergeführt werden. 1991 wurde die Stadt wieder in Sergiev Possad umbenannt, zwei Jahre später nahm die UNESCO die Klosteranlage in die Weltkulturerbe-Liste auf. Das Kloster ist heute ein bedeutender Anziehungspunkt für religiöse Pilger und Touristen aus aller Welt.
Die Klosteranlage betritt man durch das Tor an der Ostseite. Das bekannteste Bauwerk des Klosterensembles ist die Dreifaltigkeitskathedrale, erbaut aus weißem Kalkstein in den Jahren 1422 und 1423 über dem Grab des Klostergründers Sergius. Auch die sich daran anschließende Nikon-Kirche und der fast 90 Meter hohe Glockenturm aus dem 18. Jahrhundert sind einen Besuch wert. Außerhalb der Klostermauern trifft man auch heute noch auf viele alte Bauernhäuser, welche der immerhin 100.000 Einwohner zählenden Stadt einen nahezu dörflichen Chararkter verleihen.
Mittlerweile hat sich auch die Stadt auf die Touristenströme eingerichtet und bietet eine Vielzahl an Restaurants und Übernachtungsmöglichkeiten an. Von Moskau aus sind Tagesfahrten zum Kloster buchbar. Zu empfehlen ist eine Anfahrt mit der Elektritschka vom Jaroslawler Bahnhof. Während der etwa 90 minütigen Fahrt bieten unzählige Händler ihre Waren feil und sorgen damit für eine kurzweilige Reise. Auch ermöglicht die Fahrt wundervolle Einblicke in das Landleben um Moskau. Des Weiteren ist Sergiev Possad berühmt für seine Spielzeugfabriken. Die Stadt beherbergt ein Spielzeugmuseum und Fabriken zur Herstellung der berühmten Matrjoschkas.
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Klosteranlage Sergiev Posad
Altes Bauernhaus