Groningen- ein Stadtportät

Es muss nicht immer Amsterdam sein, um niederländisches Studentenleben kennenzulernen. Warum nicht einmal nach Groningen?

Groningen, die Stadt im Norden der Niederlande hat 187.622 Einwohner, ist die Hauptstadt der Provinz Groningen, Heimat für 40.000 Studenten und Fahrradstadt 2003. Groningen liegt direkt hinter der deutschen Grenze und bietet alles was ein Studentenherz sich wünschen kann. Wer hier studieren will, sollte sich früh um eine ,,Kamer" (Zimmer) kümmern. Früh bedeutet eineinhalb Jahre im Vorraus. Die Wohnungsknappheit in den Niederlanden bzw. in Groningen ist ein großes Problem, aber bisher ist noch keiner obdachlos im Park gefunden worden und jeder hat ein Plätzchen bekommen.

In Groningen gibt es die Rijksuniversiteit (Reichsuniversität), an der man alles mit einem Hochschulzeugnis studieren kann. Für Absolventen mit einer Fachhochschulreife gibt es die Hanzehogeschool. Hier kann man sich zum Beispiel für medizinische Fächer einschreiben, die man nach vier Jahren mit einem Bachelor verlässt. In Deutschland käme es mit einer schulischen Ausbildung gleich, die dann widerrum nicht als Studium anerkannt ist. Auch das ist einer der Gründe warum die Niederlande so attraktiv ist.

Wer das Nachtleben in der nie schlafenden Stadt erleben will, hat die Qual der Wahl. Kneipen und Bars gibt es hier en masse. Ganz wichtig: das Nachtleben beginnt spät. Wer um 22.30 Uhr losgeht, wird sich am Freitag und am Samstagabend alleine in der Kneipe wieder finden. Nach und nach füllen sich aber die Bars und die Studenten bereiten sich auf die lange Nacht vor, die dann bis morgens um 9.00 Uhr dauern kann. Geht man mit Niederländern zusammen ,,stappen" (ausgehen), werden Rechnungen niemals getrennt gezahlt. Einer gibt eine Runde aus, der Nächste eine weitere usw. Oder aber jeder gibt einen Betrag in den Pott und einer verwaltet das Geld. Als Deutscher sollte man getrennt zahlen tunlichst unterlassen, denn so outet man sich als kompliziert.

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Kommt man im Zentrum an stellt man sein Fahrrad am Grote Markt (großer Markt) ab und geht in die Peperstraat. Dort gibt es nach einigen Metern auf der linken Seite das Pakhuis, eine alternativ angehauchte Kneipe. Verlassen sollte man das Pakhuis allerdings nüchtern, da die Treppen steil runter gehen. Tanzen gehen kann man auf der gegenüberliegenden Seite der Straße. Dort gibt es das Kar oder in der Nebenstraße das Shadrak. Verlaufen kann man sich aufgrund der kleinen Größe der Stadt nicht und da es in fast allen Diskotheken freien Eintritt gibt, kann man überall reingucken und wenn es einem nicht gefällt, wieder gehen. Wer Großraumdiskos erwartet, wird enttäuscht sein. Ab ein Uhr nachts ist es überall voll. Wem das Alternative nicht so liegt und eher auf Pop und Schlager steht, sollte in Groningen unbedingt in den 9genden Cirkel, Blauwe Engel oder in das 3 Gezusters gehen. Die letzten beiden befinden sich direkt am Grote Markt und sind nicht zu übersehen.

Es gibt allerdings ein oder zwei Bars, die nur für Auserwählte sind. In den Niederlanden unterscheidet man zwischen denjenigen, die in einer Studentenvereinigung sind und denjenigen die es nicht sind. Mitglieder erkennt man oft an ihrem feinen Outfit und werden oft als Kaker (Snobs) bezeichnet. Nicht jeder will dazu gehören, aber auch nicht jeder wird zugelassen.

Abseits von Diskos gibt es Festivals wie das EuroSonic und das Noorderslag Festival. Hier bekommen niederländische und internationale, zum Teil noch unbekannte Bands die Möglichkeit sich vier Tage im Januar vorzustellen. Im Sommer findet das Noorderzon Festival statt. Tanz, Kino und Musik präsentieren sich im Noorderzonplatsoen, dem großen Park in Groningen im Zentrum der Stadt. Auch hier findet man ein internationales Treffen von Künstlern, die ihre Kunst präsentieren.

Wer am Samstag auf dem Markt Obst und Gemüse einkaufen gehen will, sollte auf den Vismark (Fischmarkt) gehen. Vom Vismarkt geht die Folkingerstraat ab mit vielen bunten Geschäften. Am Ende der Straße findet man auch die alte Synagoge. Wer von Oldenburg oder Bremen einen Tagesausflug nach Groningen unternehmen will, kann den Public Express nehmen. Wer mit der Bahn fahren will kommt von Leer, ohne umzusteigen, zum Hauptbahnhof nach Groningen. Sein Auto sollte man in der quirligsten Fahrradstadt der Niederlande besser zu Hause lassen.

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Autor: Katrien30  19.08.2010 |  Beitrag hilfreich? Ja | Nein

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